Jul

26

Wäre ich ein Arzt …

Ein Beitrag vom 26. Juli 2016

… könnte ich auch bei der 1000sten Fußpilzdiagnose nichts anderes sagen als: „Sie haben Fußpilz“. So ist das nun mal mit Diagnosen. Und auch wenn Sie sicherlich von mir schon zigmal gehört haben, daß Deutschland in Sachen Digitalisierung eine traurige Rolle spielt: es führt kein Weg an der Wiederholung dieser Diagnose vorbei, solange sich nichts geändert hat. Deshalb gefallen mir die Worte von John Kornblum im folgenden Interview auch sehr, die das Thema noch mal sehr gut auf den Punkt bringen:

„Es gibt so gut wie keine IT-Industrie in Europa. Die Brains sind bei uns, produziert wird in China und Europa kauft.“

„Unsere Zeit ähnelt sehr den Umbrüchen im 19. Jahrhundert. Damals ging es um die Industrialisierung, heute um die Digitalisierung.“

Und, etwas allgemeiner:

„Wenn ich mit jungen Experten über das großartige europäische Projekt rede, dann widersprechen sie mir nicht. Sie verstehen einfach nicht, was ich meine! Einer sagte, die Europäer seien doch reicher als die Amerikaner, wieso also dann dort engagieren? Aber es hat doch nichts mit Geld zu tun, sondern mit der Zukunft einer gemeinsamen westlichen Welt! Dieses Denken ist mir fremd. Es ist nicht der alte Isolationismus, der da spricht, sondern eine vielleicht zu bequeme Sozialisation. Und so haben wir die unglaubliche historische Errungenschaft nach 1990 verspielt. Wir haben unsere Gemeinsamkeit, die einmalig ist in der Welt, nicht ausgebaut.“

Sowie der sicherlich wichtigste Satz:

„… indem man immer nur auf die Strukturen schaut, vernachlässigt man die Inhalte.“

(Quelle: welt.de, mit eigenen Betonungen)

Man hat sich halt eingerichtet, genießt die Gegenwart, solange dies ungestört geht – zur Not wurschtelt man mal ein wenig, ändert aber nix Substantielles – und hat demzufolge auch kaum Interesse an tiefgehenden, oft sehr mühsamen Gestaltungsprozessen. Entspricht auch meiner Beobachtung, v.a. in Hinblick auf Digitalisierung. Schade. Chance vertan, Deutschland. Keine andere Diagnose möglich. Hoffnung auf Änderung besteht zwar weiterhin, jedoch wird sie von Tag zu Tag geringer.

Jul

25

Es begann als Experiment – und hat sich bewährt: das Seminar „Social Engineering“ findet nun dauerhaft im Studiengang Security Management an der TH Brandenburg statt. Damit ist dieses Seminar nach „Networked Systems“ (an der Universität der Künste Berlin) bereits die zweite von mir entwickelte Lehrveranstaltung, die dauerhaft an einer deutschen Hochschule beheimatet wird. („Networked Systems“ ist nach sechs Jahren an der UdK mit mir an die Hochschule Fresenius „umgezogen“ und fand in diesem Sommersemester erstmals als „Networked Systems 2.0“ statt.) Das freut mich natürlich sehr und zeigt, daß selbst völlig neue Veranstaltungen ohne Bezug zu einer Studiengangsentwicklung (wo häufig neue Veranstaltungen implementiert werden) eine Chance haben – wenn man ein ausreichend interessantes (und gewinnbringendes) Programm liefert.

Oder zumindest etwas Ausgefallenes macht ;-) Denn eine reine Social-Engineering-Veranstaltung gibt es im deutschsprachigen Raum m.E. nicht. Es gibt eine Menge Veranstaltungen, die Social Engineering auch berücksichtigen, aber eben kein reines SE-Seminar. Abgesehen von meiner Veranstaltung … :-) Der Ansatz, den sozialen Aspekt in die Technik(entwicklung) zu bringen, hat somit sowohl an der UdK (mit „Networked Systems“) als auch an der TH Brandenburg sehr gut funktioniert. Das ist Internetsoziologie. Und das freut mich sehr.

Jul

12

Es wurde zwar schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem – so weit muß es ja nicht immer kommen. Wenn man Beiträge findet, die grundsätzlich alles sagen, was einem wichtig erscheint, dann reicht es völlig aus, diese zu empfehlen. Rund um das Thema „Rigaer Straße“ gilt deshalb der kurze Hinweis: hier sind sie (mit besonderer Betonung einzelner Aspekte) …

„Die Autonomen aus der Rigaer Straße behaupten bloß, so etwas wie politische Überzeugungen zu haben.“

Krawalle in Berlin-Friedrichshain: Der Konflikt um die Rigaer Straße hat zu viele Nutznießer

„Und das deutet darauf hin, dass das jetzt in einer hitzigen Situation weitergeht, dass beide Seiten eher aufrüsten als abrüsten, und es könnte eine Eskalation bevorstehen, zumal autonome Gruppen gerade eine Stellungnahme veröffentlicht haben, in der sie darauf hinweisen, bisher hätten sie darauf geachtet, dass niemand zu Tode kommt, aber wenn die Gewalteskalation weitergeht – natürlich geht sie aus Sicht der Autonomen immer von der Polizei, dem Staat aus –, dann könnte sich das ändern.“

Linke Ausschreitungen in Berlin: Machtkampf um die Rigaer Straße

Jul

11

Film mit mir: CYBERWARS

Ein Beitrag vom 11. Juli 2016

Und hier kann man den Film erwerben.

Jul

7

In gut zwei Wochen halte ich in Hamburg einen Vortrag zum obigen Thema. Details (und Reservierungsmöglichkeiten) dazu sind seit kurzem online:

„Mit dem Internet hat die Menschheit in rasantem Tempo soziale Strukturen erschaffen, die neben unerschöpflichem Potential auch wesentliche Fragen zum Zusammenleben aufwerfen. Grund genug, um einen eigenen Fachbereich zu gründen – dachte sich jedenfalls Dr. Stephan Humer. Deshalb leitet der Diplom-Soziologe heute einen Forschungsbereich für Internetsoziologie an der Berliner Hochschule Fresenius.“

Gut zusammengefaßt, denn genau so ist es :-) Und dem „Sub-Thema“ Heimat widmen wir uns dann am 19.7. in Hamburg. Dazu gibt es viel zu sagen, soviel steht fest.

Jun

29

Mitmachen: Quiz im Rahmen einer Bachelorarbeit

Ein Beitrag vom 29. Juni 2016

Einer meiner Studenten lädt ein und ich leite die Einladung gern weiter:

„“Testyourself“ ist ein kleines Quiz, indem Sie ihr Wissen auf vier Themenfeldern testen können. Das Quiz wurde im Rahmen einer Bachelorarbeit erstellt und dient dazu, neue Erkenntnisse über die Interessensverteilung in verschiedenen demographischen Gruppen zu gewinnen. Über Ihre Teilnahme würde ich mich sehr freuen.“

http://www.surveygizmo.com/s3/2875690/testyourself

Jun

28

Nach 2011 und 2014 wurde nun zum dritten Mal meine Wirtschaftsinformatik-Veranstaltung (Business Intelligence) evaluiert und die Ergebnisse sind weit überwiegend sehr gut. Hier einige Highlights:

Der Dozent hat die fachliche Kompetenz für dieses Modul: 5,9 (Gruppe 1) bzw. 5,5 (Gruppe 2) von maximal 6 Punkten

Der Lehrinhalt war aktuell: 5,5 und 5,4

Der Dozent griff inhaltliche Anregungen und Fragen der Teilnehmenden auf: 5,4 und 5,5

Der Dozent vertrat das Fach mit Engagement: 5,8 und 5,6

Das Verhältnis des Lehrenden zu den Lernenden basierte auf Respekt: 5,7 und 5,1

In solchen Kernbereichen so nah an den Bestwerten (und nicht nur Bestnoten) zu sein, das ist schon sehr, sehr erfreulich. Vor allem, wenn man dann noch die absoluten TeilnehmerInnenzahlen betrachtet und feststellt, daß auch in den Bereichen, in denen noch Potential besteht (Werte zwischen 3 und 4 – alles über 5 ist sicherlich schon wunderbar und bedarf keiner wirklichen Kursänderung), nur eine erkennbare Minderheit unzufrieden war (auf den ersten Blick tatsächlich nur eine Handvoll Studierende – abgestimmt haben insgesamt ungefähr die Hälfte der Personen, die teilgenommen haben (= ~ 50)).

Wo gab es nun noch Luft nach oben? Vor allem in diesen Bereichen (zumindest laut der erwähnten kleinen Personengruppe – eine deutlich größere Gruppe sah hier stets Noten zwischen 4,8 und 5,x vor):

– Anforderungen und Kriterien bei der Prüfungsbewertung
– Motivation zur aktiven Beteiligung
– Zufriedenheit mit dem eigenen Lernerfolg

Da es in diesen Bereichen eine deutliche Kluft zwischen zufriedenen (2/3) und unzufriedeneren (1/3) Studierenden gibt, scheint hier vor allem die Gruppendynamik entscheidend gewesen zu sein. Denn wenn zwei Veranstaltungen absolut identisch sind, kann ja nur die Wahrnehmung der „abweichenden“ Studierenden das Ausschlaggebende gewesen sein.

Das zeigt aber auch sehr gut die Grenzen solcher Umfragen: aus meiner Sicht sind in diesem Falle nur die Ergebnisse wirklich aussagekräftig, die weit überwiegend und (idealerweise) über all die Jahre hinweg immer gleich – oder zumindest sehr ähnlich – ausgefallen sind. In meinem Falle betrifft das folgende Fragen:

– Fachliche Kompetenz (2011 bis 2016: zwischen 5,5 und 5,9)
– Aktueller Lehrinhalt (5,4 bis 5,5)
– Aufgreifen von Fragen (5,2 bis 5,5)
– Respekt gegenüber den Studierenden (5,1 bis 5,7)
– Fach wird mit Engagement vertreten (5,3 bis 5,8)

Hier darf man wohl mit Fug und Recht behaupten, einiges richtig zu machen ;) Klar: ich würde auch gern in allen anderen Bereichen Bestnoten sehen. Wer würde das nicht? Aber dafür muß man dann erstens auch alle überzeugen und zweitens immer direkt daran denken, daß es nahezu unmöglich ist, alle Teilnehmenden voll und ganz für das Thema und sich selbst zu gewinnen. Nicht umsonst sind Hochschulevaluationen im Allgemeinen schon dann ein Erfolg, wenn insgesamt eine gute bis sehr gute Gesamttendenz (!) in den Bewertungen erkennbar ist. Immer und überall nur das Beste liefern, das ist schon aufgrund der Rahmenbedingungen nahezu unmöglich. Fünf Jahre in Folge in besonders relevanten Bereichen durchgehend mit der Bestnote bewertet zu werden – das jedoch ist machbar und nicht nur Bestätigung der bisherigen Arbeit (und damit auch allgemein ein schöner Erfolg der internetsoziologischen Vorgehensweise – um das Methodische hier nicht zu kurz kommen zu lassen), sondern zugleich ein großer Ansporn für die kommenden Jahre!

Jun

20

Internetsoziologie-FAQ mit zahlreichen Updates

Ein Beitrag vom 20. Juni 2016

Trotz der Begeisterung über unser neues Wiki soll natürlich der „Altbestand“ auf dieser Website nicht ins Hintertreffen geraten bzw. an Beachtung oder Wert einbüßen müssen. Deshalb habe ich mir das Internetsoziologie-FAQ vorgenommen und etliche kleinere und mittelgroße Updates durchgeführt. Damit sollten die (sich ständig in der Weiterentwicklung befindlichen) Ideen wieder ein bißchen klarer (oder sogar besser) geworden sein. Fragen, Ideen, Anmerkungen und sachliche Kritik sind natürlich wie immer sehr willkommen: faq @ humer.de

Jun

13

In der vergangenen Woche habe ich noch mit zwei JournalistInnen darüber gesprochen: meine größte Sorge gilt hinsichtlich der Fussball-Europameisterschaft und dem Thema Anschlagsgefahr ganz klar den mittleren Zielen. An diesem Wochenende hat es sich leider bewahrheitet: es sind genau diese mittleren Ziele, die in Hinblick auf Anschläge besonders gefährdet sind. Ziele, die zu klein sind, um massiven bewaffneten Schutz zu erhalten (wie Stadien, Fanmeilen oder offizielle Veranstaltungen), und doch groß genug, um mit einem Motto, einem Label oder einem Milieu in Verbindung gebracht zu werden, wenn etwas passiert (wie der Club in Orlando). Solche mittleren Ziele zu schützen, das ist eine ganz besondere Herausforderung – und seit dem Wochenende noch viel heikler. Es bleibt abzuwarten, wie Politik und Behörden jetzt ganz konkret mit dieser Herausforderung umgehen werden.

Jun

12

Eigentlich könnte die Rubrik „Idiotie des Tages“ mehrfach täglich mit dämlichen Ideen gefüttert werden, denn völlig bekloppte Vorschläge rund um das Internet sind in Deutschland leider gang und gäbe. Nach über zehn Jahren der Analyse im Bereich Internet und Gesellschaft sind diese Defizite meines Erachtens klar kultureller und nicht nur oberflächlicher Natur und man könnte sich jetzt natürlich hinstellen und behaupten: da ist eh nix mehr zu machen, denn tief sitzende kulturelle Eigenschaften lassen sich nur schwer verändern. Wahrscheinlich ist nichts schwieriger als ein kultureller Wandel. Und wir werden in Deutschland wohl nicht einmal ansatzweise einen Geist wie im Silicon Valley erleben, zumindest nicht in den nächsten Jahren bis Jahrzehnten. Da steht viel zu viel ewiggestriger Unsinn davor.

Aber trotzdem darf man manchen Quatsch einfach nicht unwidersprochen stehen lassen. Deshalb ist mein Fundstück des Tages – ganz klar der heutige Sieger in einem Meer des Irrsinns – ein Interview mit dem GDL-Chef Claus Weselsky, welches mich gruseln läßt. Denn mit der Haltung, die Weselsky hier an den Tag legt, kann die Conclusio nur sein: dieser Mann bevorzugt „ahnungslos“ ganz klar vor „führerlos“. Klar, er muß für „seine“ Lokführer eintreten. Aber er erliegt demselben Fehler, dem auch andere Lobbyisten erliegen, deren Jobs (und die ihrer Anhänger) durch die digitale Revolution herausgefordert werden: er verdammt die Digitalisierung. Genau das ist grundverkehrt.

Denn ob man es nun mag oder nicht: Digitalisierung ist und bleibt eine Revolution. Man könnte sich genauso gut in den Regen stellen und bockig schreien: „Ich lehne diesen Regen ab!“ Doch was interessierts den Regen? Wenn Digitalisierung nicht von uns gestaltet wird, dann von jemand anderem. Sie ist nun mal da – und sie wird auch da bleiben. Deshalb ist es goldrichtig, wenn Bahnchef Rüdiger Grube soviel Digitalisierung wie nur möglich auf die Agenda setzt. Auch und ganz besonders im Bereich autonomes Fahren bzw. führerlose Lok. Hier muß alles diskutiert, ausprobiert und vorangetrieben werden, was nur denkbar ist. Denn selbstverständlich ist der Beruf des Lokführers schon heute weitestgehend überflüssig. Die Digitalisierung interessiert sich nicht für „Traumberufe“. Alte Berufe verschwinden – neue entstehen. Das ist nicht schlimm, das ist normal.

Selbstverständlich können autonome Systeme auf der Schiene bestehen – und tun dies bereits weltweit. Und genauso wie autonome Autos demnächst Alltag sein werden, müssen auch autonome Züge letztlich als alltäglich betrachtet werden. Weselsky liegt völlig falsch, wenn er davon spricht, daß in einem Bahnnetz wie dem deutschen ein führerloser Zug quasi undenkbar sei:

„Wenn jemand ein Gefäß durch eine Tube schickt, wie das jetzt gerade versucht worden ist, dann braucht man bestimmt keinen Lokführer dafür. Die würden sich auch langweilen auf dem Führerstand. Aber wenn Sie ein Eisenbahnsystem haben wie unseres, wo Sie in einer offenen verlegten Schiene … Wenn Sie da durchs Land fahren und vor äußeren Einflüssen wir uns gar nicht retten können, dann ist es eben was anderes, als wenn man in der Retorte auf einer Versuchsstrecke, in einer Röhre eine U-Bahn automatisch betreibt.“

Das ist schon denklogisch völliger Unsinn, denn autonome PKWs werden dank fantastischer Programmierleistungen – in einem ungleich schwierigeren Umfeld – immer besser und schaffen immer komplexere Fahrleistungen – warum sollte es dann ausgerechnet bei einem schienengebundenen System dauerhaft anders sein? Gerade ein solches System ist prädestiniert für Autonomie.

Kleiner Gag am Rande: Weselsky gibt sogar zu, daß autonomes Autofahren funktionieren kann …

„Na, das ist ja das Nette, der Vorstandsvorsitzende hat immer mal solche Ideen. Da setzt er sich in ein Google-Auto und lässt sich von irgendjemand aus Silicon Valley erklären, dass das dann vollautomatisch fährt. Dass das vollautomatisch fahren kann, bestreitet ja niemand, ich stelle mir nur die Frage, was wir dann auf der Autobahn machen, wenn alle Autos vollautomatisch gesteuert sind.“

Nur weil er sich das nicht vorstellen kann, heißt es ja nicht, daß da nichts geht. Aber wahrscheinlich soll dieses Interview vor allem besonders kämpferisch wirken. Nun ja, auf mich wirkt es größtenteils leider nur völlig absurd. Besonders an Stellen wie dieser:

„Das kommt dann vielleicht zu dem Gag, den schon mal ein Verkehrsminister losgelassen hat: Wir kuppeln dann alle Lkws aneinander an einer großen Stange, und dann fahren wir auf der rechten Spur der Autobahn, die ist dann für Pkws nicht mehr frei.“

Ich vermute mal, Weselsky meint eine digitale Kopplung. Eine „große Stange“ sucht man hier aber vergeblich …

Worum es ihm schließlich auf der Metaebene geht, das erkennt man dann sehr gut an dieser Stelle:

„Und deswegen habe ich die Bundesregierung mit unserer Pressemitteilung gestern aufgefordert, endlich mal in ihrer Eigenschaft als Eigentümer die Kontrolle zu übernehmen, dem Management klare Weisungen zu erteilen und als Erstes die Infrastruktur zu ertüchtigen, damit wir pünktlich sind, damit wir zuverlässig sind – was wir früher übrigens immer waren. Die Eisenbahn fuhr bei Wind und Wetter. Heute sind wir die Ersten, die an den Rand fahren, wenn ein Sturm kommt.“

Welche Bahn meint er damit? Die westdeutsche Bundesbahn, die in Sachen Leistungsfähigkeit, Service, Kundenorientierung und Flexibilität schlicht ein Sanierungsfall (vulgo: Witz) war? Oder die Reichsbahn der DDR, die … okay, lassen wir das.

Das Zauberwort in diesem Zitat lautet „früher“. „Früher“, da war natürlich alles besser. Da fuhr die Bahn noch und war sogar pünktlich. „Früher“, da befindet sich Weselsky in bester Gesellschaft vieler ähnlich Fühlender – früher, da würden die Anderen jetzt so richtig aufdrehen: da waren die Straßen noch sicher, die Kriminalität niedrig und waren Männer waren noch echte … halt! Denken Sie, was ich denke? Richtig: Dieses „Früher“, das ist genau das Problem. Denn erstens gibt es dieses „Früher“ nur in der Phantasie einiger Ewiggestriger und zweitens ist nichts unwichtiger für die Gestaltung der Zukunft als eine realitätsblinde Fokussierung auf die (imaginäre!) Vergangenheit. Mit den Methoden von gestern werden wir heute nicht – und erst recht nicht morgen – weiterkommen. Werden in Zukunft weniger Lokführer gebraucht? Aber selbstverständlich! Ist das schlimm? Keineswegs! Denn die Welt hat bisher noch jeden Innovationsschub überlebt und das wird auch in Zukunft so sein. Wenn – ja: wenn wir gemeinsam versuchen, diesen Wandel zu gestalten und nicht, ihn abzuwehren. Das ist das mit Abstand Dümmste, was man machen kann. Wer auf verantwortungsvollem Posten sitzt und sich der digitalen Realität verweigert, setzt nicht nur seine eigene krude Weltsicht durch, sondern schadet auch zahlreichen anderen Menschen ganz konkret. Man zeigt ihnen nicht nur den falschen Weg, man beschreitet ihn auch noch. Im Falle der Bahn könnte man sagen: man landet zielsicher auf dem Abstellgleis.

Und das ist, auch wenn es hart klingen mag, letztlich doch einfach nur idiotisch.


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Nach Ansbach: "Die letzten sieben Tage haben Deutschland verändert" Hoffentlich ... ist mehr Realismus eingezogen https://t.co/dlwkMS5h4a
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F.A.Z. exklusiv: Amokläufer von München war Rechtsextremist https://t.co/kpidKidhHl via @faznet @NTFeV
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