Jun

29

Podcast „In our time“: Karl Popper

Ein Beitrag vom 29. Juni 2015

Jun

16

Da das Programm der 4. Stralsunder IT-Sicherheitskonferenz (22. bis 24. September) nun steht und ich dort den Social-Engineering-Part (am zweiten Tag) übernehme, möchte ich natürlich sowohl für die Veranstaltung als auch für meinen Beitrag werben. Es wird diesmal um Banken gehen, genauer: um die Neuziehung von Grenzen. Klingt kryptisch? Dann ist ja alles in Ordnung, denn wer mehr wissen will, sollte vorbeikommen und sich das Ganze anschauen. Okay, ein bißchen mehr kann man ruhig noch spoilen: es wird vor allem gezeigt, was man mit nichttechnischen Mitteln im heutigen Bankenwesen alles machen kann. Das dürfte ganz besonders für all diejenigen interessant sein, die befürchten, daß Algorithmen schon längst die Welt beherrschen und man ihnen ausgeliefert ist. Dem ist keineswegs so – und das wird anhand zahlreicher Beispiele aus der Praxis in Stralsund zu sehen sein. Mehr dazu dann spätestens Ende September auf der Konferenz! :-)

Jun

14

Jun

7

Ein Klassiker – und aus meiner Sicht natürlich Pflichtprogramm:

Jun

6

Auch an dieser Stelle sei nochmal der Hinweis auf meinen aktuellen Artikel für die International Business Times erlaubt, da morgen ja in der Türkei gewählt wird und man sich als Europäerin/Europäer durchaus mal anschauen sollte, wer sich so zur Wahl stellt – beispielsweise die MHP, eine nicht ganz ungefährliche Partei, wie ich finde. Mehr dazu im Beitrag auf der Website der IBTimes.

Mai

20

Für einen Sicherheitsforscher, der in Sachen Polizeizusammenarbeit bisher nur gute Erfahrungen gemacht hat, sind Vorfälle wie dieser natürlich besonders interessant. Denn es geht zwar auf den ersten Blick um einen – sehr, sehr diplomatisch ausgedrückt! – lockeren polizeiinternen Umgang mit Waffen und Gesetzen (etwas weniger diplomatisch: um einen handfesten Skandal), doch dahinter steckt viel mehr – und das ist aus Forschungssicht noch viel spannender. Schließlich landet man am Ende bei sehr grundsätzlichen Fragen: wie sieht es bei der Polizei aus mit dem Korpsgeist? Sind die unguten Zeiten des Zusammenhalts um jeden Preis in einer modernen Gesellschaft, im 21. Jahrhundert insgesamt denn überhaupt noch denkbar? Sind die nun aufgedeckten Verfehlungen tatsächlich nur Einzelfälle oder steckt auch hier (noch) mehr dahinter? Wenn man das Interview mit dem Kollegen Rafael Behr liest, kann man ins Grübeln kommen. Da präsentiert der Polizeiinsider Behr Sätze wie diese:

„Ein rauer Umgangston, aggressives Verhalten, übersteigerte Männlichkeit scheint auf dieser Dienststelle normal zu sein.“

„Nicht umsonst hat sich jetzt jemand anonym an die Medien gewandt. Justiz und Vorgesetzte waren offenbar schlechte Ansprechpartner.“

„Wenn junge Männer zusammenarbeiten und der Mythos ihrer Dienststelle Solidarität und ein „Code of Silence“ ist – also die Vorstellung, nichts dürfe die Wache verlassen -, kann das zum Problem werden.“

„Ich glaube nicht, dass es auf jeder Wache in Deutschland so zugeht wie in Hannover. Aber es gibt sehr wohl Verhältnisse, in denen solche Praktiken gang und gäbe sind. Vielleicht nicht in der Extremform, dass Flüchtlinge menschenverachtend behandelt werden. Aber dass man mit der Dienstwaffe spielt, damit spielerisch Kollegen bedroht? Das war ja keine reale Bedrohungssituation, das war eine entgleiste Form von Humor, die sicher immer wieder passiert.“

Behr meint letztlich so oder so: es gibt Probleme und Dinge müssen sich ändern. Hier sieht er beispielsweise die Polizeigewerkschaften in der Pflicht:

„Das Problem ist, dass die Polizeigewerkschaften darüber nicht reden wollen. Sie bedauern den Vorfall, ja, aber sie individualisieren ihn gleichzeitig. Sie wollen den Ruf der Polizei schützen und setzen sich mit dem eigentlichen Problem nicht auseinander.“

Und hier bietet er auch gleich eine Lösung an, die beispielsweise auch der Bund deutscher Kriminalbeamter, unser Partner im Netzwerk Terrorismusforschung e.V. befürwortet:

„Eine unabhängige Kontrolle ist eine (…) Idee. Bei uns ist die Staatsanwaltschaft Herr des Verfahrens. Aber wir müssen akzeptieren, dass Polizeigewalt nicht nur das Strafrecht betrifft, sondern immer auch ein sozialer Konflikt ist. Dann könnten wir auch einen Ombudsmann einführen, an den sich etwa betroffene Polizisten wenden könnten.“

Bei der Bundeswehr gibt es so etwas schon lange. Da heißt die Instanz „Wehrbeauftragter“. Dieser ist für alle Soldaten da, unabhängig vom Dienstweg und von Vorgesetzten. Ein Polizeibeauftragter wäre auch aus meiner Sicht eine sinnvolle Sache – wenn er für die Polizei und die Bürgerinnen und Bürger da ist. Denn hier haben wir einen weiteren sozialen Konflikt: daß die Polizei im Zweifel gegen die Polizei ermittelt, mag in den allermeisten Fällen de facto funktionieren. Doch der Volksmund spricht nicht völlig falsch, wenn er mutmaßt, daß eine Krähe der anderen kein Auge aushackt. Dies mag wie gesagt faktisch gar nicht der Fall sein – doch eine vollständig „saubere“ Ermittlung erscheint Otto Normalverbraucher sicher in aller Regel viel zu unrealistisch und wird damit allzu oft von der Bevölkerung schlicht und ergreifend nicht ernstgenommen. Hier ist das Prinzip das Problem. Ein Polizeibeauftragter, beispielsweise ein unabhängiger Jurist mit umfassenden Ermittlungsbefugnissen und einem kompetenten Mitarbeiterstab, könnte hier in der Tat sehr hilfreich sein. Er könnte beitragen zum Erhalt einer professionellen Kultur in der Polizei (sprich: zum Schutz der echten Polizistinnen und Polizisten und zum Entfernen der „falschen Fuffziger“) – und zum Vertrauenserhalt in die Polizei. Bund und Länder sollten nicht länger warten und entsprechende Stellen einrichten. Denn die Idee ist gut – auch ohne medial spektakuläre Einzelfälle.

Mai

15

Grundsätzlich schätze ich die Beiträge von Bundesrichter Thomas Fischer in der ZEIT sehr, doch diesmal gibt es allen Grund, einen Artikel ganz besonders zu loben, denn Fischer spricht einen extrem bedeutenden Aspekt auch meiner Forschung an:

„[Bedauerlicherweise] können viele Millionen Bürger zwar mit den Statistiken und den sich daraus ableitenden Schlussfolgerungen über die dritte, zweite und erste Fußball-Bundesliga souverän umgehen, fallen aber auf jede hanebüchene Behauptung über die Kriminalitätsstatistik herein wie Schulkinder. Das kann man verbessern.“

(Quelle: ZEIT ONLINE)

Dasselbe gilt nämlich für Digitalisierung. Daß sich jedermann zu Hause mit viel Eigeninitiative der digitalen Revolution widmet, ist meines Erachtens nicht nur längst überfällig (weil besonders hilfreich in einer immer komplexeren Welt, die digital geprägt ist), sondern ebenfalls deutlich wichtiger als das Auswendiglernen von völlig nebensächlichen bis unwichtigen Fussball-Bundesliga-Aspekten. Es ist letztlich eine Frage der persönlichen Prioritätensetzung und damit der Einsicht der Bevölkerung. Diese Einsicht ist in Deutschland immer noch drastisch unterentwickelt, nicht nur in Sachen Digitalisierung oder Kriminalität. Doch nicht nur ich, sondern selbstverständlich auch viele andere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten daran, dies zu ändern. Und – dankenswerterweise – der Bundesrichter Thomas Fischer.

Mai

12

3sat: Scobel – Sendung (noch) online

Ein Beitrag vom 12. Mai 2015

Wer sich die (wirklich gut gelungene) Diskussionsrunde vom vergangenen Donnerstag mit Jeanette Hofmann, Sandro Gaycken, Gert Scobel und mir nochmal anschauen möchte, kann dies derzeit (noch) in der 3sat-Mediathek tun. Es lohnt sich!

Mai

7

Markus Beckedahl hat viel erlebt und viel erreicht. Auf der diesjährigen Republica faßte er deshalb seine Eindrücke hinsichtlich der Digitalisierung der Gesellschaft folgendermaßen zusammen: „Wir sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen“. Darüber wird zu reden sein – und genau das mache ich heute Abend, nämlich zu Gast bei Gert Scobel in 3sat und zusammen mit der HIIG-Pionierin Jeanette Hofmann und dem Sicherheitsforschungskollegen Sandro Gaycken.

Apr

21

Immerhin haben anscheinend auch Bösewichte Humor, denn direkt nach meinem Posting über das verlockende Geldwäscheangebot – Achtung, Satire! – kam per Mail folgendes Folgeangebot:

— cut —

Hallo,
Ich hab eine Methode erfunden, einen guten Verdienst mit Hilfe von Ihrem Bankkonto zu bekommen.

Die Vorgehensweise ist folgend:

Ich bekomme eine Überweisung von der Finanzabteilung, wo ich arbeite. Ich behalte 18 Prozent von der eingegangenen Summe! 82% von der Summe der Überweisung, die auf meinem Konto eingetroffen ist, soll ich in der Bank bar bekommen und es an die Adresse der Firma übergeben. Gewöhnlich wandelt die Summe der Überweisung von 1.500 bis 7.000 euro ab, so dass meine Provision für jede Transaktion von 270 bis 1.260 euro beträgt.

Die Bearbeitung von einer Bankoperation nimmt insgesamt ein paar Stunden meiner Zeit in Anspruch. Ich übernehme insgesamt 2 Bankoperationen pro Woche und schaffe es während meiner Mittagspause oder sofort nach der Arbeit. Im vorigen Monat hab ich 4.630 euro verdient.

Jetzt ist diese Firma auf der Suche nach neuen Mitarbeitern! Um in unserem Unternehmen in die Arbeit aufgenommen zu werden, sollen Sie Staatsangehörigkeit in Deutschland, Österreich oder in der Schweiz und ein Konto in einer deutschen oder österreichischen Bank haben.

Sie können mir per Email schreiben. Ich beantworte alle Ihre Fragen und schicke Ihnen eine ausführliche Beschreibung der Arbeit.

— cut —

„Achtung, Satire“ ist – wie der Titel schon sagt – eine nicht ganz ernst gemeinte Rubrik, die sich den seltsameren digitalen Phänomenen unserer Zeit widmet. Bitte nicht mit den ernsten Dingen des Lebens verwechseln!


Literatur

Fundstücke

Dr. Stephan Humer ist als Experte bei brainGuide aufgenommen

Branchenbuch

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