Da es immer wieder als Thema aufkommt, soll nochmal erwähnt werden: E-Mails ohne Empfangsbestätigung meinerseits sind kein sicherer Nachweis einer fristgerechten Einreichung einer Hausarbeit.
Es gibt sie, trotz aller Plattformmöglichkeiten im Hochschulbereich, immer noch, die Seminare, die eine Zusendung einer Prüfungsleistung (hier: Hausarbeit) per Mail verlangen. Soweit nichts Neues, erst recht nichts Ungewöhnliches, denn Mails sind etabliert und funktionieren grundsätzlich gut. Aber vergessen wird dabei des Öfteren: Die bloße Absendung einer E-Mail bedeutet leider nicht automatisch, dass die Nachricht auch tatsächlich in meinem Posteingang angekommen ist. Zwischen Versand und tatsächlicher Inbox-Zustellung liegen mehrere technische Schritte: Annahme durch Server, Filterung, Spam-Klassifikation, Weiterleitung und gegebenenfalls auch spätere Rückweisungen. Microsoft weist selbst ausdrücklich darauf hin, dass eine technisch angenommene E-Mail noch keine Garantie dafür ist, dass sie im Posteingang des Empfängers landet. Aktuelle Deliverability-Benchmarks zeigen zudem, dass selbst legitime E-Mails keineswegs immer in der Inbox ankommen. (Siehe dazu bspw. diesen Beitrag von Microsoft)
Mit anderen Worten: „Ich habe die Arbeit abgeschickt, hier ist ein Screenshot“ ist eine sehr verständliche Reaktion, aus technischer Sicht aber leider kein sicherer Nachweis dafür, dass die Arbeit mich auch tatsächlich erreicht hat. Das jeweilige Prüfungsamt kann hier die Beweisführung dementsprechend ablehnen und auf die jeweiligen Fristen verweisen. Gerade deshalb sollten prüfungsrelevante Unterlagen nicht ohne den mir gegenüber geäußerten Wunsch einer Empfangsbestätigung versandt werden. Wer per E-Mail einreicht, trägt das allgemeine Risiko technischer Zustellprobleme. Die genannten Benchmarks stammen zwar vor allem aus dem professionellen Versand- und Deliverability-Bereich, machen aber das Grundproblem sehr deutlich: Absendung und tatsächlicher Eingang sind nicht dasselbe. Die Verlustquoten von Mails sind wahrscheinlich höher als viele Menschen denken mögen. E-Mail ist ein inhärent unsicheres System, seit seiner Erfindung – dies gilt es immer zu bedenken.
Für die Bewertung kann ich nur das berücksichtigen, was mich tatsächlich erreicht hat. Geht eine Hausarbeit nicht ein, wird sie entsprechend als nicht eingereicht behandelt bzw. bewertet. Es spielt für mich im Übrigen auch keine Rolle, in welchem Bewertungsdurchgang eine Note landet. Darüber entscheidet ausschließlich das Prüfungsamt auf Grundlage seiner Entscheidungsspielräume. In diese Entscheidungen kann und will ich mich nicht einmischen. Ich bewerte die Arbeit – das wars. Den Rest entscheidet die jeweilige Hochschule, konkret meistens das Prüfungsamt. Dieses ist demzufolge der richtige Ansprechpartner bei entsprechenden Problemen, nicht ich. Sie können die Hochschule bei der Gelegenheit natürlich auch fragen, ob ein Uploadsystem nutzbar oder zumindest angedacht ist, so dass der Mailversand entfallen kann. Aber auch das ist wieder ein reines Hochschulthema, zu dem ich leider ebenfalls nichts Verbindliches sagen kann.