Hörtipp: Nothing to Hide: The False Tradeoff between Privacy and Security

Hier noch eine kleine Ergänzung zu meinem Vortrag auf dem Deutschen Präventionstag vor zwei Wochen: eine Empfehlung zum Hören.

Worum gehts?

“Nearly every day the news media carries stories about how much information the government compiles about the average citizen. As Daniel J. Solove writes in his new book Nothing to Hide: The False Tradeoff Between Privacy and Security, many people say, “If you’ve got nothing to hide, you shouldn’t worry about government surveillance.” However, Solove argues that it should not be necessary to choose security over privacy.

In addition to giving an overview of the history of privacy law, he discusses the particular issues related to modern technology and the dangers of aggreagated data in modern society. He also reviews how pro-security experts can better protect individual privacy without giving up the protection of the general population.”

(Quelle: conversationsnetwork.org)

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Zwischenruf der Internetsoziologie: Vortrag auf dem Deutschen Präventionstag 2011 in Oldenburg

Vielen herzlichen Dank nochmals an alle, die meinen Vortrag auf dem Deutschen Präventionstag in Oldenburg besucht haben. Mit so einer massiven positiven Resonanz haben wohl weder Herr Marks, der Gastgeber, noch ich zum Zeitpunkt der Planung des Programms gerechnet, wenngleich ein solches Ergebnis natürlich vorbehaltlos gern gesehen ist ;-) Wer die Präsentation als PDF-Ausführung haben möchte oder Fragen hat, kann mir selbstverständlich gern eine Mail schicken (passende Adressen gibts im Impressum). Und hier nun noch die von mir während des Vortrages erwähnte Literatur:

David Gelernter über Künstliche Intelligenz:

Interview bei Spiegel Online: “Da ist niemand zu Hause”

Motto “Ich hab ja nichts zu verbergen”:

Daniel Solove: Nothing to Hide: The False Tradeoff between Privacy and Security

Stichwort “Tante-Emma-Laden”/Kundenkarten-Emotionalität:

Nils Zurawski (Hrsg.): Überwachungspraxen – Praktiken der Überwachung: Analysen zum Verhältnis von Alltag, Technik und Kontrolle

… und mein eigenes Buch, Stichwort “Identitätsmanagement”:

Digitale Identitäten

Update (2.6.): Hier noch eine weitere Buchinfo …

Heiner Keupp: Identitätskonstruktionen

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Open Access verdient Unterstützung

Aus diesem Grunde ist seit gestern – vielen Dank an dieser Stelle an die SSOAR-Redaktion für die schnelle Freischaltung – ein Text von mir online erhältlich, der 2009 in einem Buch von Bernd Ternes erschienen ist. Titel: Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein: Identitätsarbeit in digitalen Systemen. Umfangreiche Infos und den Link zum Download gibts hier. Dies wird sicherlich nicht meine letzte Open-Access-Publikation gewesen sein, denn diese Idee verdient wie gesagt Unterstützung.

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Vier gegen den schleichenden Kontrollverlust

Auch beim Deutschlandfunk gab es wohl eine kurze Nachlese der European Identity Conference (EIC) 2011 mit ebenso kurzen O-Tönen von Martin Kuppinger und Kim Cameron. Da die Folien der meisten Präsentationen für registrierte Nutzer des KuppingerCole-Webangebots inzwischen verfügbar sind, möchte ich an dieser Stelle auch auf die aktualisierte Fassung meines Plus-Vier-Modells verweisen, welches strukturell das klassische Identity Management (IDM) um sozialwissenschaftliche Komponenten erweitert und auf der EIC 2011 erstmals vorgestellt wurde und damit einen erfolgreichen Einstand verzeichnete. Die aktuelle Version ist u.a. hier zu finden.

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SLS: schnell, laut, stark

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (“sls_bmj” @ Twitter) hat derzeit alle Hände voll zu tun: Sie schreibt Plädoyers für mehr und besseren Datenschutz und gegen antiquierte (analoge) Vorstellungen von (digitaler) Regulierung, ihre Partei unterstützt sie zunehmend stärker bei diesem Kampf und es soll sich endlich auch etwas in Sachen “Stiftung Datenschutz” bewegen. Zudem geht sie präventiv und massiv gegen die Begehrlichkeiten der CSU in Hinblick auf die auslaufenden Anti-Terror-Gesetze vor. Wetten, daß Datenschutz und digitale Bürgerrechte ein wichtiges FDP-Thema bleiben werden? Es dürfte eines der wenigen Themen sein, bei dem die FDP bisher ein wahrnehmbares Profil entwerfen konnte – das macht es umso wichtiger.

Daß eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Digitalisierung unserer Gesellschaft zweifellos wichtig und richtig ist – unabhängig von der jeweiligen parteipolitischen Relevanz – wurde durch eine neue Studie des Kriminalwissenschaftlichen Instituts der Leibniz-Universität Hannover gestützt, die sich dem sensiblen Thema Kinderpornographie im Netz gewidmet hat. Und siehe da:

“Immer wieder behaupteten Befürworter von Websperren, dass mit dem Vertrieb von kinderpornografischen Inhalten im Web viel Geld verdient wird, Dies lässt sich offensichtlich empirisch nicht belegen.”

Institutsdirektor Prof. Dr. Meier weiter:

“”Unentgeltliche Tauschbörsen sind nach unseren Erkenntnissen der größte Markt für kinderpornographisches Material”, erklärte er. In den Tauschbörsen und in Newsgroups bestehe ein “breites, nahezu unerschöpfliches und grundsätzlich kostenfreies Angebot”. Neue Bilder und Filme würden vermutlich in erster Linie zunächst über geschlossene Benutzergruppen verbreitet. “Personen, die in diese hermetischen Bereiche gelangen wollen, müssen die Keuschheitsprobe ablegen, das heißt, neues kinderpornographisches Material liefern.””

Wer sich auch nur ein bißchen auskannte, wird von diesen Aussagen nicht überrascht sein. Aber mal sehen, welches Thema nun als Begründung für die vermeintliche Sinnhaftigkeit von Netzsperren dienen wird. Derzeit im Rennen: Schutz vor Glückspiel(sucht). Aber warum so bescheiden? Wie wäre es, einfach alles ins Visier zu nehmen, mit den Providern als Erfüllungsgehilfen? Es wird in dieser Hinsicht (leider) spannend bleiben – seien wir deshalb gespannt, wieviel Vernunft bei diesen (politischen) Diskussionen eine Rolle spielen wird. Irgendwo wird immer bald gewählt …

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European Identity Conference 2011 – Slides now online

Thanks again to KuppingerCole for this great European Identity Conference in Munich last week! And thanks to everybody who has listened to my presentation that of course was something off the beaten track in this conference context. Just remember the main statement: large tech development is nothing without social feedback beyond simple usability or interface design thoughts (a.k.a. holistic social feedback). That means: Identity Management (IDM) is nothing if its not extended to Socio-technical IDM.

Registered users are now able to download my slides here. If you are interested in the presentation slides and don´t have an account for the KuppingerCole website, feel free to send me an e-mail.

Some additional information will be uploaded soon.

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CfP: Praxis, Theorie und Geschichte des partizipatorischen Gestaltens

Dies trudelte in meinen Posteingang:

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8. Jahrestagung Deutsche Gesellschaft für Designtheorie und -forschung eV (DGTF)
Tagungsort: Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd
21–22. Oktober 2011

Partizipation avancierte spätestens um 1970 zu einem einflussreichen Konzept bei Design- und Planungsfragen. Das Interesse an einer gleichberechtigten Teilhabe im Design begründete sich auf einem komplexen Gemenge aus System- und Planungstheorien, Zukunftsforschung, disziplin¬übergreifenden Methodendiskursen, Bürgerrechts- und Studentenbewegungen, und einem insgesamt veränderten ökologischen und sozialen Bewusstsein. Dem gegenüber standen eine zunehmend als menschenfeindlich empfundene Dingwelt, technologie-orientierte Produktentwicklung, Automation und Computerisierung. Es erwuchs der Wunsch, bei der Planung und Gestaltung der zukünftigen (Um-)Welt mitzuentscheiden.

In der Folge entwickelte sich eine Reihe produktiver Entwurfs- und Gestaltungspraktiken sowie Theorien, in denen die Beteiligung aller Akteure im Zentrum stand. Die Rolle der Designerin und des Designers wurde dabei auf eine produktive Weise in Frage gestellt. Während Ansätze wie das User-Centered-Design sich noch damit zufrieden gaben, konkrete Bedürfnisse von Nutzern/-innen in das Zentrum von Gestaltungsprozessen zu stellen, die jedoch von Gestaltern/-innen und anderen Experten/-innen durchgeführt wurden, forderte die partizipatorische Gestaltung die Mitwirkung und Mitentscheidung der Nutzer/-innen und anderer ›Stakeholder‹ ein. Die Disziplin hat daraufhin in Theorie und Praxis Methoden entwickelt, die eine solche Partizipation im Designprozess ermöglichen sollen.

Gegenwärtig erhält diese Bestrebung neue Möglichkeiten, etwa durch die globale Vernetzung, durch Crowd-Sourcing, die Open-Source- und Open-Innovation-Bewegung, oder durch individualisierbare Serienfertigung und Rapid Manufacturing. Zugleich sieht sich der Ansatz eines partizipatorischen Designs jedoch mit dem Vorwurf konfrontiert, auf einem idealisierenden, bisweilen unreflektierten Verständnis von Demokratie und sozialer Beteiligung zu gründen. Marginalisiert wird beispielsweise, dass vermeintlich kollektiv getroffene Entscheidungen Resultate ungleicher Machtverhältnisse sein können. Ebenfalls wenig beleuchtet ist etwa die in der gestalterischen Praxis gewichtige Rolle der Auftraggeber, deren Zielsetzungen von den Interessen der Nutzer/-innen zuweilen stark differieren. Auch nimmt die Profession der Gestalter für sich in Anspruch, zukünftige Bedürfnisse zutreffender als andere antizipieren und durch Entwürfe befriedigen zu können. Entsprechend ist der Wunsch nach einer gleichberechtigten Gestaltung nicht nur mit großen Hoffnungen, sondern auch mit einer Reihe von ambivalenten Fragen behaftet: Durch welche Mechanismen werden Nutzer/-innen von Designprodukten zu ›Stakeholdern‹? Wie werden implizite Machtgefälle im partizipatorischen Design adressiert? Wer darf an der Gestaltung von Welt und Umwelt teilnehmen? Oder frei nach Lucius Burckhardt: Wer gestaltet die Gestaltung?

Die 8. DGTF-Jahrestagung möchte Beiträge zur Praxis, Theorie und Geschichte des partizipatorischen Gestaltens zusammenführen, vorstellen und mit Bezug auf die gegenwärtige Designforschung diskutieren. In diesem Kontext sind insbesondere auch Projekte aus einer forschenden Designpraxis willkommen.

Wir suchen qualitativ hochstehende, innovative Beiträge zu den folgenden (und noch weiteren) Aspekten:

* zur aktuellen Theoriebildung im Bereich des partizipatorischen Designs
* zu konkreten Praktiken, Methoden, Strategien, die im partizipatorischen Design zur Anwendung kommen
* zum Stellenwert von Partizipation in der praxisbasierten Designforschung
* zum Verhältnis von partizipatorischem Design und User-Centred-Design
* zur historischen Entwicklung und intellektuellen, sozialen und technischen Einflüssen, die Konzept und Praktiken des partizipatorischen Designs prägten.

Abstracts (4000-6000 Zeichen inkl. Leerzeichen zzgl. Literaturangaben) zum Thema können bis zum 09. Mai 2011 auf unserer Tagungswebsite eingeben werden: www.dgtf.de/conftool.

Eine Publikation der ausgewählten Beiträge in Buchform in der Theorie-Reihe der DGTF ( www.transcript-verlag.de) ist für 2012 geplant.

Themenbezogene Forschungsvorhaben, Promotionsprojekte und erste Forschungsergebnisse können als Poster (Format DIN A0) in Kurzform vorgestellt werden. Für eine Poster-Präsentation reichen Sie bitte ein Abstract (2000-3000 Zeichen inkl. Leerzeichen zzgl. Literaturangaben) bis 23. Mai ein.

Termine:
06. April 2011: Eingabe der Abstracts auf der Tagungswebsite eröffnet (www.dgtf.de/conftool)
***23. Mai 2011: Eingabe der Abstracts geschlossen*** (Deadline verlängert)
04. Juli 2011: Bekanntgabe der angenommenen Abstracts
05. September 2011: Registrierung für die Tagung eröffnet (www.dgtf.de/conftool)
(bis 26. September 2011: Frühbucherrabatt)
21./22. Oktober 2011: Tagung und Mitgliederversammlung

Zögern Sie nicht, sich bei Fragen an uns zu wenden.

Kontakt: Bianca Herlo
Deutsche Gesellschaft für Designtheorie und -forschung (DGTF)

Postanschrift: Universität der Künste Berlin
Designforschung, Fakultät Gestaltung
Einsteinufer 43, D-10587 Berlin

Tel: +49 30 8353 58353
Mobil: +49 170 857 30 78
E-Mail: mail@dgtf.de

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