Uneingeschränkte Empfehlung: Privacy by Design made by Fraunhofer

Zwei Kollegen präsentieren:

“Das Fraunhofer IOSB präsentiert auf der IT-Security-Messe it-sa in Nürnberg zwei heiße Eisen: ein neuartiges, interaktives Videoüberwachungssystem und ein Data-Gateway mit integriertem Schutz vor dem »Klau« personenbezogener Daten.

16. – 18. Oktober 2012 in Halle 12, Stand 547

Videoüberwachung »On-Demand«

Videoüberwachung ist in Deutschland ungefähr so beliebt wie Gentechnik oder Tierversuche. Der Anblick von Kameras an Bahnhöfen oder öffentlichen Plätzen erzeugt bei vielen Menschen das mulmige Gefühl, auf Schritt und Tritt von einem anonymen Dritten beobachtet zu werden.

Das Fraunhofer IOSB hat sich mit der Schaffung von mehr Akzeptanz solcher Technologien beschäftigt und einen ganz neuen Ansatz entwickelt.

Ein erster Schritt wäre es, die Kameras mit einem Barcode auszustatten. Bürger können diesen per Smartphone einlesen und anschließend Informationen über den Betreiber und die Verwendung der Kamera sowie der Daten erhalten. Auf diese Weise wäre gewährleistet, dass der Betreiber sich nicht in der Anonymität verstecken und die Daten für dubiose Missbräuche verwenden kann.

Ein zweiter Ansatz ist ein System, in welchem man über Gestensteuerung mit den Kameras »kommunizieren« kann und quasi »on demand« über einen Fingerzeig das System in Gang setzt. Wenn eine Person z.B. im Winter auf dem Nachhauseweg durch einen dunklen Park geht, ihr Auto in einer Tiefgarage aufsucht oder längere Wartezeiten an entlegenen Bushaltestellen überstehen muss, könnte sie zukünftig einer dort installierten Kamera per Geste den Befehl geben, »Bitte überwach mich!“, um die Aufzeichnung zu starten. Sollte es tatsächlich zu einer kritischen Situation kommen, würde bei der Polizei oder dem zuständigen Sicherheitspersonal ein Alarm ausgelöst und auf die Situation aufmerksam gemacht. Dies ermöglicht dem System, proaktiv und bedarfsgerecht auf das individuelle Sicherheitsgefühl von Personen zu reagieren.

Für das Wachpersonal bedeutet das Überblicken einer Vielzahl von Monitoren mit eintönigen Standbildern ein Konzentrationsproblem und damit eine Schwächung des gesamten Systems. Ziel ist es, eine Anlage zu installieren, die kritische Situationen eigenständig erkennt und die Aufmerksamkeit des Wachpersonals gezielt auf potenzielle Sicherheitsrisiken lenken kann.

Ihr Ansprechpartner: Hauke Vagts

Schutz der personenbezogenen Daten

Interneteinkäufe gehören selbstverständlich zu unserem Konsumverhalten. Nach dem googlen führt der nächste Mausklick meistens auf die Seite einer eCommerce-Plattform, um bequem und schnell von zu Hause aus die gewünschte Ware zu ordern.

Dabei hinterlegen wir eine Vielzahl persönlicher Daten, angefangen von Kontaktdaten, Bankverbindung, Geschenkoptionen bis hin zur Anlage von Wunschlisten und Einkaufshistorien, die im Shopsystem gespeichert werden. Wir geben aber nicht nur Daten hinein, sondern wir möchten auch Daten aus dem Shopsystem als Antwort erhalten, z.B. eine Bestellbestätigung. Das bedeutet, dass die eCommerce-Plattform in beide Richtungen für Datenpakete geöffnet sein muss.

Die Kundendaten gehören inzwischen selbst zur begehrten Ware, jede digitale Spur gibt Auskunft über unser Konsumverhalten und unsere Interessengebiete, was direkt für Werbekampagnen und Produktentwicklungen genutzt wird. Ein Hacker könnte sich durch das Eindringen in ein Shopsystem Zugang zu Millionen von Kundendaten verschaffen. Genau das ist z.B. bei Sony schon geschehen.

Im Jahr 2011 wurden z.B. allein in Deutschland 65 Millionen Datensätze durch solche Sicherheitslücken gestohlen. Tendenz: rapide steigend. Hier muss eine Sicherheitsschleuse dafür sorgen, dass bei Anfragen der Rückfluss der Daten nach außen immer nur für einen einzigen Datensatz möglich ist, und dieser nur für genau den Kunden, der diese Daten eingegeben hat.

Das Fraunhofer IOSB hat ein so genanntes (1,e)-Gateway entwickelt, welches wie eine Firewall zwischen das geschützte interne Netz und das ungeschützte externe Netz integriert wird. Wie bei einem Flaschenhals sorgt das Gate dafür, dass zwar von außen Daten in das System eingegeben werden können, aber nur jeweils ein einzelner Datensatz nach außen gelangt. So müsste ein potenzieller Angreifer jeden Kundendatensatz einzeln aus dem System abfragen, was weder effektiv noch lukrativ ist.

Auch die elektronisch gespeicherten Personaldaten eines Unternehmens sind über solche Sicherheitslücken erreichbar. Konkurrenten oder Headhunter könnten versuchen, potentielle Abwerbungskandidaten auf diese Weise auszuspähen. Ein Eindringen in diesen sensiblen Bereich eines Firmennetzwerks hätte gravierende Folgen und führt mindestens zu einem Imageverlust des Unternehmens.

Das Gateway ist wie eine »Black Box« in bestehende Firmennetzwerke an beliebiger Stelle nachrüstbar. Die Forscher suchen nun nach einem geeigneten Partner um das System zur Marktreife zu bringen. Sie schätzen, dass dies in ca. 6 Monaten realisierbar sein müsste.

Ihr Ansprechpartner: Dr. Andreas Jakoby”

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Stanford professor Condoleezza Rice: true words about society and technology

“In explaining to her business and economics students why they need to study the humanities and social sciences, Rice said she emphasizes how those disciplines create students who are “rigorous problem-solvers in terms of understanding behavior,” which she said is especially pertinent in the technology realm.”

(Source: news.stanford.edu)

This connection – society and technology, especially digitality – is probably the most important sentence in the whole article. And it cannot be repeated too often!

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Open Call: Alternatives to Google and Facebook

This mail by Geert Lovink might be interesting to some of you:

“What are alternatives to an increasingly centralized and privatized internet landscape as cultivated by Google and Facebook? At the conference „Digital Backyards“ (Berlin, Oct. 18-20) 50 experts from all over Europe are looking for answers. The conference is partitioned into a semi-open „Networking Lounge“ and „Public Talks“ that are accessible to a broad audience.

The barcamp-style „Networking Lounge“ takes place on October 18th and 19th from 10 a.m. to 6 p.m. Journalists, activists, bloggers, researchers, entrepreneurs, cultural workers and programmers define their own issues and questions.

For the „Networking Lounge“ please register until September 30th with a short letter of motivation here: info(at)berlinergazette.de Registration fee is 20 Euro.

Further info here:
http://berlinergazette.de/digital-backyards/

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“FACE recognition is ‘now'” – multi-biometric, connected, worldwide

Alessandro Acquisti is absolutely right: multi-biometric video surveillance and database tuning is now, not tomorrow. So we need to deal with it now, not tomorrow.

“Another application would be the reverse: images of a person of interest from security cameras or public photos uploaded onto the internet could be compared against a national repository of images held by the FBI. An algorithm would perform an automatic search and return a list of potential hits for an officer to sort through and use as possible leads for an investigation.”

(source: newscientist.com)

Hey, that sounds like our project! ;-) But what about societal aspects, dear FBI? Nothing to hear about that in the article, but the tradeoff between Freedom and Security is nonsense. The whole thing can be a win-win situation for everybody. But that won´t happen if developers focus on one group only, e.g. police officers. Everybody who is touched by these developments must be part of the project. That´s why I promote Privacy and Sociality by Design.

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Programmieren lernen – ab der ersten Klasse!

Kein schräges TurboPascal-Gequäle oder die ausschließliche Fokussierung auf die Bedienung von Facebook in mit der heißen Nadel gestrickten, pseudopädagogischen Firmenkursen, sondern echtes Programmieren, unterrichtet wie eine Fremdsprache und mit langfristiger Perspektive – das wäre mit Sicherheit hilfreich für Kinder und Jugendliche.

Deshalb wird es jetzt auch gemacht: in Estland.

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München `72: 40 Jahre nach dem Olympia-Terror

Wieder einmal war der Workshop des Netzwerks Terorrismusforschung eine lohnenswerte Angelegenheit. Anders als bei vielen anderen Veranstaltungen ist hier der Name tatsächlich Programm und es kommt bereits nach wenigen Minuten echte Workshop-Atmosphäre auf. Die 15 Anwesenden begannen gleich nach dem ersten spannenden Vortrag von Sylvia Schraut (Thema: Historische Implikationen aktueller Terrorismusbilder in Genderperspektive) mit einer umfangreichen Diskussion, welche sich in entspannter, aber zugleich äußerst professioneller Atmosphäre auch in den Pausen fortsetzte. Dies ist mir bereits in Mainz beim ersten Workshopbesuch im Frühjahr positiv aufgefallen: obwohl die Themen – wenig überraschend – meist sehr ernster Natur sind, bleibt doch eine angenehme Lockerheit nicht auf der Strecke. Unangemessen wird es zu keinem Zeitpunkt, es werden keine makabren Witze und auch keine seltsamen Wortspiele gemacht (was in anderen, eher anwendungsorientierten Kontexten leider nicht immer der Fall ist).

Leider werden die Workshops von viel zu wenigen Menschen besucht, obwohl sich hier fantastische Möglichkeiten der Vernetzung und auch der Eliminierung blinder Flecken in der eigenen Forschung feststellen lassen. Ein Grund mag gewesen sein, daß die aktuelle Fokussierung auf München `72 vielen zu spezifisch erschien – dies wurde zumindest in der Feedbackrunde mehrfach erwähnt. Dabei sind die Workshops immer themenoffen und das Workshopmotto soll die Veranstaltung zwar prägen, jedoch nicht dominieren. Jeder wissenschaftliche Vortrag zum Thema Terrorismus ist erst einmal interessant und sollte beim CfP auch eingereicht werden, trotz eventuell vorhandener Zweifel. Denn letztlich entscheidet die Qualität des Vortrages – und da hatten die Verantwortlichen bisher immer ein gutes Gespür bei der Auswahl.

Ich freue mich deshalb (und aus einigen anderen Gründen …) schon jetzt auf den kommenden Workshop!

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Googles Objektidentifikation in Videomassendaten

Ein spannendes Vorhaben, gar kein Zweifel. Aber um Gesichter geht es hier – anders als bei unserem Projekt MisPel – nicht, sondern lediglich um Objekte: Zigtausende sollen zukünftig selbständig durch Software in Videomassendaten (sprich: bei YouTube) erkannt werden können. Wohin die Entwicklung in Sachen Videodatenanalyse geht, wird durch solche Vorhaben wieder einmal eindrucksvoll bestätigt. Google wäre gut beraten, dieses Feature nicht ohne vorherigen transdisziplinären Diskurs einzuführen. So wie wir es bei MisPel machen.

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Zwischen historischer Neuheit und anthropologischer Kreaturalität: Technogene Nähe

TEDx: Bernd Ternes

“Zwischen historischer Neuheit und anthropologischer Kreaturalität: Technogene Nähe

Ein Abriss, was Neuheit bedeutete, wie eurozentrisch dieser Gedanke ist, inwieweit er sich selbst aufgelöst hat, geht über zur Frage, was Kreaturalität des Menschlichen sein könnte — und ob diese sich in und mittels neuster Technologien in einer Weise verändert, dass man von einem Sprung innerhalb der Konstitution des Menschen sprechen darf, der vorerst mit “technogener Nähe” bezeichnet werden soll.

„Technogene Nähe” besteht als mehrjähriges Forschungsprojekt in der Ausarbeitung soziologischer Paraphrasen über das mögliche Zuendegehen eines anthropologischen missing links.

Die Kernthese als Frage lautet: Kann das im Zuge der Evolution des Vermögens zur Distanzierung nicht mitevoluierte Vermögen von Menschen, eine Nähe, eine Verbindung, eine Motivation zu großformatigen, abstrakten Gebilden herzustellen, nun mit der rigider werdenden Technologisierung der Existenz überhaupt zum ersten Mal angesprochen werden, so dass erst jetzt, mit Beginn und im Laufe des 21. Jahrhunderts, ein Sprung im prometheischen Gefälle passieren könnte und es möglich wird, dass Menschen mittels, in und durch Technologie zu ‚kommunizieren’ vermögen mit gesellschaftlichen Abstrakta, und zwar emotional, motivational, vielleicht sogar mantisch?

Daneben gibt es einen Forschungsstrang, der sich der Technik zwischen Vertrag und Norm widmet. Kernfrage ist hier eine neue Positionsbestimmung der Technik im Spannungsfeld vertrags– und sozialnormierender Motive des Gelingens sozialer Beziehungen.”

(Quelle: TEDx, siehe obigen Link)

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