Mai

21

“Deutschland ist so risikoscheu, es ist lächerlich”

Mai 21, 2014 | Kommentare deaktiviert

“Deswegen sind in den vergangenen Jahren nicht Tausende Technologie-Start-ups entstanden, wie man es in einem Land der Erfinder und Ingenieure eigentlich erwarten würde. SAP ist noch immer das einzige deutsche Software-Unternehmen von Weltrang. Kein globales Phänomen des digitalen Zeitalters kommt aus Deutschland.”

Kein Kommentar zu diesem Beitrag – außer zustimmendem Kopfschütteln, gepaart mit leicht verzweifeltem Blick.

Mai

20

Überwachung als Spiel: “Watch Dogs” von Ubisoft

Mai 20, 2014 | Kommentare deaktiviert

Eigentlich reicht schon der Teaser, um zu erfahren, worum es hier geht:

“Überwachungskameras an jeder Ecke, Smartphones in jeder Hosentasche – und der Hacker Aiden Pearce hat auf sie alle Zugriff. Das Computerspiel “Watch Dogs” gibt einen Vorgeschmack darauf, wie die Zukunft in unserer datenfixierten Welt aussehen könnte.”

Die Quelle des obigen Zitats – ein ausführlicher SZ-Artikel – findet man hier.

Mai

10

50 Jahre BASIC: zwei Literaturtipps

Mai 10, 2014 | Kommentare deaktiviert

Neben unserem RETRO-Sonderheft “BASIC” gibt es von mir auch eine wissenschaftliche Empfehlung, die man sich bei Gelegenheit durchaus mal zu Gemüte führen sollte.

Mai

9

Update a-i3/BSI-Symposium: Vortrag zu ISO 27018

Mai 9, 2014 | Kommentare deaktiviert

Das leite ich gern weiter:

“Das a-i3/BSI Symposium hat dieses Jahr viele hochaktuelle Themen: Nicht nur die Heartbleed-Schwachstelle und der Warndienste des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik stehen dieses Jahr auf dem Programm.

Es freut es uns besonders, Ihnen einen der ersten Vorträge zum neuen, erst kürlich verabschiedeten, ISO 27018-Standard präsentieren zu dürfen. Der ISO Standard 27018 formuliert datenschutzrechtliche Anforderungen für Cloud-Dienste auf der Grundlage der EU-Datenschutzrichtlinie. Der an der Entwicklung maßgeblich beteiligte Christoph Rechsteiner von der SAP AG, wird den Standard vorstellen.

Die Veranstaltung richtet sich an Entscheidungsträger von Verwaltungsbehörden; Datenschutzbeauftragte in Organisationen und Unternehmen aus den Gebieten IT-Sicherheit, Softwareentwicklung und E-Commerce, an Juristen in Justiz, Unternehmen und Verbänden, spezialisierte Rechtsanwälte sowie Aufsichts- und Datenschutzbehörden.”

Mehr Infos hier.

Mai

6

Report: Jihadist Websites

Mai 6, 2014 | Kommentare deaktiviert

Und auch dieser Service der ICT Jihadi Websites Monitoring Group des International Institute for Counter-Terrorism dürfte für nicht wenige WebsitebesucherInnen interessant sein:

JWMG Periodical Reviews

Mai

5

Report: Heartbleed und die Folgen

Mai 5, 2014 | Kommentare deaktiviert

Ein Thema, das man nicht zu schnell abhaken sollte – es hat spürbare Folgen:

“The Heartbleed security flaw on one of the most widely used “secure socket” encryption programs on the internet had an impact on a notable share of internet users, according to a new survey by the Pew Research Center: 39% of internet users say that after they learned of the online security problems they took steps to protect their online accounts by doing such things as changing passwords or canceling accounts. 29% of internet users believe their personal information was put at risk because of the Heartbleed bug. 6% of internet users say they believe their personal information was stolen. Overall, internet users generally have mixed and middling views about the security of their personal information online: About half (46%) say they think their information is “somewhat secure.” Some 23% believe their information is “very secure,” and 26% say it is “not too secure” or “not at all secure.””

(Quelle: Pew)

Den ganzen Report gibt es hier.

Apr

29

Am Wochenende gab es mal wieder etwas sehr “Piratiges” zu bestaunen, frisch geliefert von der Piratenfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus unter der URL https://www.piratenfraktion-berlin.de/2014/04/25/vorsitzender-des-bundes-deutscher-kriminalbeamter-muss-sofort-zuruecktreten-christopher-lauer. Und die URL verrät bereits die Kernaussage:

“Vorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter muss sofort zurücktreten – Christopher Lauer”

Das interessierte mich natürlich, denn der BDK ist (sehr geschätzter) Partner des Netzwerks Terrorismusforschung e.V., dessen Vorstandsvorsitzender ich bin. Also las ich weiter:

“André Schulz, seineszeichens Vorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, verbreitet unter dem Twitteraccount @BDK_Buvo, die Vorratsdatenspeicherung werde für “Hirnamputierte” benötigt. Weiterhin droht der der (sic!) Diplom-Betriebswirt (FH) Twitter-Nutzern offen mit Strafanzeigen und bezichtigt Kritiker, “einen kleinen Schwanz” zu haben.”

So etwas klingt in meinen Ohren gleichermaßen seltsam wie unglaubwürdig, doch eine Aufklärung dieses Sachverhaltes ist ja sehr einfach, denn dank Twitter kann die erste Behauptung “die Vorratsdatenspeicherung werde für “Hirnamputierte” benötigt” als, nun ja: sehr individuelle Interpretation von Christopher Lauer entschlüsselt werden. Neben dem Smiley im Tweet von André Schulz, der seit Erfindung dieses Symbols im digitalen Raum stets auf nicht ganz ernstzunehmenden Inhalt hinweist, ist der Tweet im Gesprächsverlauf eindeutig als Reaktion auf Sätze wie diese zu verstehen:

“ja, mit Kindesmissbrauch kennt sich @BDK_BuVo offensichtlich gut aus. Fast schon zu gut. Verdächtig.”

“als ob @BDK_BuVo auch nur den Hauch einer Ahnung hätte. Der is doch froh, wenn er den PC hochfahren kann. :3″

Wer das zurückbekommt, was er zuvor selbst ausgeteilt hat und sich dann noch beschwert, ist eher ein schlechter Verlierer als ein Beleidigungsopfer, schließlich kam das Ganze ja nicht unvermittelt aus dem Nichts, sondern begann mit äußerst verwerflichen Unterstellungen in Richtung Kindesmißbrauch. Natürlich kann man trefflich über die Wortwahl aller Beteiligten streiten. (Ich habe mich beispielsweise dafür entschieden, auf Beleidigungen nicht mit Retourkutschen, sondern idealerweise gar nicht zu antworten.) Aber sich – wie Lauer – hier als “Opferanwalt” darzustellen, ist schon ziemlich albern. Und auch von der Drohung mit Strafanzeigen sowie der ebenso schräg anmutenden Angelegenheit mit dem “kleinen Schwanz” bleibt nicht viel übrig, sie verlief nämlich identisch. Es begann ebenfalls mit einer Beleidigung gegen André Schulz:

“Blinde, die von Farben schwärmen? Was soll das? Der @BDK_BuVo hat doch selber keine höhere Ausbildung …”

Auf diese Attacke gibt es eine qualitativ vergleichbare Antwort:

“Irgendwas stimmt doch mit ihnen nicht. Ich tippe mal, sie sind unter 1,70 m und/oder haben einen kleinen Schwanz=Komplexe!”

Auch hier gilt natürlich: über die Wortwahl sowie den grundsätzlichen Sinn und Zweck eines solchen Disputs läßt sich lang und ausführlich streiten, gar keine Frage. Allerdings hat sich der Angesprochene (Twitter-User “regierungs4tel”) auch alle Mühe gegeben, Schulz mehrfach so effizient wie möglich anzugehen, und zwar lange vor der Sache mit dem “kleinen Schwanz”, beispielsweise durch diese Beleidigung: “Der Dicke Polizist bei #Beckmann hat für Manöverkritik übrigens auch einen twitter-account: @BDK_BuVo”. Eine Sache sollte so oder so festgehalten werden: Schulz reagiert, und zwar auf Tweets, die teilweise persönliche Angriffe und damit unzweideutige Grenzüberschreitungen sind. Da kann man schweigen und so etwas erdulden – oder eben gleichwertig reagieren. Wie gesagt: Wer so austeilt, darf bei entsprechenden Gegenreaktionen von Seiten des Beleidigten auch nicht jammern. Lauer hingegen schlußfolgert:

“Schulz muss sofort zurücktreten. Er beschädigt durch sein Handeln das Ansehen der Polizei schwer. Er bestätigt all jene, die fürchten, Sicherheitsesoterik wie die Vorratsdatenspeicherung könnte missbraucht werden.”

Damit bestätigt Lauer wiederum den Eindruck, den auch große Teile der wählenden Bevölkerung 2013 von den Piraten hatten und der dieser Partei deshalb mickrige zwei Prozent bei der Bundestagswahl eingebracht hat: einige Piraten bevorzugen offensichtlich wirre Streitgeschichten gegenüber zielführender inhaltlicher Arbeit und sind deshalb eine vernachlässigenswerte politische Größe. Wenn Lauer und auch andere Piraten wirklich so hohe moralische Ansprüche vertreten würden, wie sie hier postulieren, dann hätten sie ihre Abgeordnetenmandate längst freiwillig aufgegeben.

Das vermutlich prägnanteste Fazit dieser ganzen Angelegenheit bietet Twitter-User “qugart” mit folgendem Tweet:

“Wieso soll der für etwas zurücktreten, was ihr bei anderen toll findet? #schizophren”

Nun ja: Die Piraten leben bzw. arbeiten halt in ihrer ganz eigenen Welt.

P.S.: Und in der ist, nebenbei bemerkt, André Schulz “Diplom-Betriebswirt (FH)” und nicht, wie man auf der BDK-Seite, dem Wikipedia-Eintrag über seine Person und der Logik der Polizei-FHs entnehmen kann, Diplom-Verwaltungswirt (FH). Aber wen interessieren schon Kleinigkeiten wie die Ausbildung eines Gewerkschaftsvorsitzenden oder für den Kontext nicht unbedeutende persönliche Angriffe gegen ihn, wenn man so schön dem oberflächlichen Nerdismus frönen kann, anstatt inhaltlich etwas Positives zur Gestaltung der Digitalisierung unserer Gesellschaft beizutragen?

Apr

9

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat gestern die Vorratsdatenspeicherung in Europa gekippt. Über die Bedeutung dieses Urteils gehen die Meinungen erwartungsgemäß auseinander: die einen sehen darin den endgültigen Tod eines ohnehin schon komatösen Projekts, die anderen sehen eher eine Version 2.0 am Horizont und damit eine baldige Fortsetzung dieses Vorhabens.

So oder so hat sich aus meiner Sicht das Thema Vorratsdatenspeicherung auch ganz ohne EuGH ohnehin erledigt, und zwar aus diesem Grund: wir sind heute schon viel weiter.

Eine flächendeckende Überwachung der Telekommunikations(meta)daten zu Zwecken der Strafverfolgung ist gar nicht mehr nötig. Die Digitalisierung unserer Gesellschaft liefert genug (Meta)Daten, um wahrscheinlich alle notwendigen Strafverfolgungsziele erreichen zu können. Das mag teilweise methodisch komplexer, umfangreicher, schwieriger und auch wandelbarer sein als die VDS, aber es ist definitiv deutlich weniger invasiv und wahrscheinlich in sehr vielen Fällen auch deutlich präziser und vor allem zukunftsfähiger. In den kommenden Wochen werde ich dazu ein umfangreiches Paper vorstellen, wo diese Idee ausführlich diskutiert wird. Denn die Grundidee mag sicher nicht besonders überraschend klingen, doch muß man freilich zahlreiche Feinheiten der Digitalisierung beherzigen, um zu einem überzeugenden Ergebnis zu kommen. Dies soll in dem Paper geschehen – auch und gerade in Hinblick auf Datenschutz und Privatsphäre!

Unabhängig von dieser Idee sehe ich für die VDS in ihrer bisherigen Form keine positive Zukunft. Mal ganz abgesehen von den offenbar eher dürftigen Ermittlungserfolgen unter Zuhilfenahme der VDS und dem Paradigmenwechsel einer prophylaktischen Überwachung, welche die Legitimation einer solchen Maßnahme in der Bevölkerung ohnehin untergraben (haben): Ich bin zwar kein Jurist, doch dürfte der bereits gestern von mir via Twitter präsentierte Satz

“It therefore applies even to persons for whom there is no evidence capable of suggesting that their conduct might have a link, even an indirect or remote one, with serious crime.”

sowie weitere Sätze aus dem Urteil des EuGH eine Ausgestaltung einer VDS 2.0 extrem schwierig machen. Denn ich lese daraus, daß eine Vorratsdatenspeicherung, die auch völlig Unbeteiligte betrifft, durchaus … nun ja: problematisch ist. Sollte das juristische Mehrheitsmeinung sein bzw. werden, dann hat die VDS in ihrer ursprünglichen Grundform keine Chance mehr, auch nicht mit noch so kunstvollen “Feinjustierungen”. Eine Version 2.0 dürfte jedoch dem Quick Freeze-Verfahren ähnlicher sein als es so manchem Politiker recht sein kann.

Apr

2

Der Präsident des deutschen Bundeskriminalamtes (BKA) Jörg Ziercke hat im aktuellen Behördenspiegel (Nr. 506/PDF) auf die Eigengesetzlichkeiten der Digitalisierung in Zusammenhang mit der Kriminalitätsbekämpfung hingewiesen:

“”Die Bekämpfung der schweren und organisierten Kriminalität in Deutschland”, leitete BKA-Präsident Jörg Ziercke das dreistündige Fachgespräch ein, “ist komplexer, internationaler und technologisch anspruchsvoller geworden. Die Methoden der Bekämpfung in der analogen Welt können nicht auf die virtuelle Welt übertragen werden.””

(S. 1)

Besonders der letzte Satz ist bemerkenswert. Für einen Sicherheitsforscher, der seit Jahren auf genau diese Problematik hinweist und zwischendurch immer wieder das Gefühl hatte, es dauert viel zu lang, bis sich diese Erkenntnis mal durchsetzt, kann es freilich keine bessere Aussage geben. Jörg Ziercke beweist damit – zusammen mit Bundesinnenminister Thomas de Maizière – die notwendige Offenheit gegenüber digitalen Entwicklungen und eine pragmatische, aber zielorientierte Haltung in Hinblick auf die Bekämpfung zunehmend digitalisierter Kriminalität.

Wenn der Sicherheitsforscher zudem noch Vorsitzender einer Terrorismusforschungsvereinigung ist, ist die Zufriedenheit bei solchen Aussagen natürlich vollkommen:

“Die Organisierte Kriminalität (OK), Cybercrime und der Terrorismus prägen die Sicherheitslage und stehen für die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft.”

(a.a.O.)

Denn genau diese drei Themenschwerpunkte bearbeiten wir bzw. ich, da wir hier ebenfalls die größten Herausforderungen sehen. Damit geht das BKA nach meiner Auffassung zweifellos in die richtige Richtung, ebenso der Bundesinnenminister. Und das ist auch gut so.

Mrz

28

Must see! A World Wide Web Timeline

März 28, 2014 | Kommentare deaktiviert

“Since its founding in 1989, the World Wide Web has touched the lives of billions of people around the world and fundamentally changed how we connect with others, the nature of our work, how we discover and share news and new ideas, how we entertain ourselves and how communities form and function.”

(see it here)

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