Okt

29

Digitales Recht für alle? Sozio-technische Aspekte einer stillen Revolution

Oktober 29, 2015 | Kommentare deaktiviert für Digitales Recht für alle? Sozio-technische Aspekte einer stillen Revolution

Am 18. November bin ich in Frankfurt, genauer gesagt: hier zu Gast – und ich freue mich sehr auf die Diskussion mit einer Zielgruppe, mit der ich nicht jeden Tag über Digitalisierung spreche. Ein schöner Abschluss des Vortragsjahres!

Okt

1

Studie: Berliner Single-Frauen gesucht!

Oktober 1, 2015 | Kommentare deaktiviert für Studie: Berliner Single-Frauen gesucht!

Nein, das ist weder ein Scherz noch ein Fake: eine wackere Kollegin sucht Single-Damen für eine kleine Studie (an der Universität der Künste Berlin, zusammen mit Kollegen von der Freien Universität). Neugierig? Dann hier klicken.

Sep

22

Buchempfehlung: „Vernetzte Gesellschaft. Vernetzte Bedrohungen. Wie uns die künstliche Intelligenz herausfordert“

September 22, 2015 | Kommentare deaktiviert für Buchempfehlung: „Vernetzte Gesellschaft. Vernetzte Bedrohungen. Wie uns die künstliche Intelligenz herausfordert“

In Deutschland wird meines Erachtens nicht ausreichend intensiv über die digitale Revolution diskutiert, vor allem werden dabei viel zu wenige Lösungen gefunden. Da ist jeder Debattenbeitrag, der genau diesen Mangel zu beheben versucht, hochwillkommen. Aus diesem Grunde habe ich mich zusammen mit einigen sehr interessanten Mitstreiterinnen und Mitstreitern wie Wolfgang Kaleck, Sachar Paulus, Michael Rotert und Halina Wawzyniak bereiterklärt, dieses Buch zu empfehlen:

Joachim Jakobs: Vernetzte Gesellschaft. Vernetzte Bedrohungen. Wie uns die künstliche Intelligenz herausfordert.

Eine Leseprobe finden Sie hier. Bestellt werden kann das Buch unter anderem hier. Als eBook ist es ab morgen erhältlich, in der gedruckten Fassung ab dem 30. September.

Sep

10

Privater Waffenbesitz in Deutschland? Am Wochenende in Berlin eigenes Urteil bilden

September 10, 2015 | Kommentare deaktiviert für Privater Waffenbesitz in Deutschland? Am Wochenende in Berlin eigenes Urteil bilden

Leider wird in den Medien oft ein verzerrtes bis völlig falsches Bild von (privaten) Schusswaffen in Deutschland präsentiert, dies war im Rahmen meiner Medienanalyse zum Thema Sicherheit in den vergangenen Jahren sehr gut zu beobachten. Wer sich deshalb selbst einen möglichst unverfälschten Eindruck verschaffen möchte, der sollte Tage der offenen Tür nutzen, um den Schützen buchstäblich über die Schulter zu schauen. Zudem kann man im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten bei solchen Veranstaltungen auch mal selbst schiessen – was meiner Erfahrung nach ausgesprochen hilfreich für die eigene Meinungsbildung ist.

Am kommenden Wochenende gibt es diese Gelegenheit in Berlin-Wannsee, siehe hier. Ich kann Waffenbefürwortern wie Waffengegnern nur empfehlen, so eine Gelegenheit zu nutzen, denn man erhält hier nicht nur einen direkten Einblick in die Welt des Schiesssports und kann so zahlreiche Mythen und Fragen klären lassen, sondern ist auch nicht auf (positiv wie negativ gefärbte) Medienberichte angewiesen. Das Thema wird leider in Deutschland wenig objektiv diskutiert, die Ideologien dominieren den Diskurs. Deshalb ist das kommende Wochenende eine große Chance für einen Einblick in eine ansonsten unnötig mystifizierte Welt.

Aug

31

Experiment: Eine Woche ohne Smartphone

August 31, 2015 | Kommentare deaktiviert für Experiment: Eine Woche ohne Smartphone

ZEIT ONLINE und ich haben es ausprobiert :-)

Aug

5

netzpolitik.org und der Angriff auf die Pressefreiheit: Stefan Aust gießt (zu Recht) etwas Wasser in den Wein

August 5, 2015 | Kommentare deaktiviert für netzpolitik.org und der Angriff auf die Pressefreiheit: Stefan Aust gießt (zu Recht) etwas Wasser in den Wein

Die „Netzgemeinde“, sprich: vor allem ein bestimmtes Milieu hier in Berlin, wittert in den „Landesverrat“-Ermittlungen gegen Beckedahl und Co. einen Sturmangriff auf die Pressefreiheit. Das ist – trotz des Zuspruchs zahlreicher Medien, die allerdings erwartungsgemäß, beinahe schon reflexhaft auf den Angriff-auf-die-Pressefreiheit-Zug mit aufspringen, weil es letztlich auch sie betreffen könnte und man als „vierte Gewalt“ hier quasi zum Widerspruch verpflichtet ist – letztlich falsch.

Denn erstens ist ein Ermittlungsverfahren dieser Art noch keine Attacke auf die Pressefreiheit an sich. Ein Angriff auf die Pressefreiheit wären viele Verfahren gegen mehrere Medien(häuser), eine entsprechende Gesetzesänderung durch den Bundestag oder Landtage (Stichwort: Landespressegesetze) oder auch gewaltsame Einschüchterungen durch Schlägertrupps. Auch ist das Verfahren gegen netzpolitik.org keinesfalls ein Musterverfahren mit Vorbildwirkung. Durch diese eine Anzeige gegen netzpolitik.org ist die Pressefreiheit nicht in Gefahr. Dadurch ist im Zweifel netzpolitik.org in Gefahr, nicht jedoch die Pressefreiheit. Ein feiner, aber entscheidender Unterschied, denn bereits diese Unterscheidung nimmt in der Sache doch viel Empörungsdruck vom Kessel. Die Menschen, die jetzt für netzpolitik.org spenden, spenden letztlich nicht für den Erhalt der Pressefreiheit, sondern für netzpolitik.org. Das ist legitim, das kann niemand bezweifeln. Doch es ist schon ein Unterschied. Und wirkt natürlich weit weniger spektakulär. (Spektakulär ist inzwischen das politische Gerangel rund um diesen Fall, bspw. die Entlassung von Generalbundesanwalt Range.)

Zweitens ist netzpolitik.org auch gar kein klassisch journalistisches Portal wie SPIEGEL ONLINE oder DIE WELT, denn Journalismus entdeckt man dort zwar auch, doch dominiert wird das Portal von politischem Aktivismus. Auch das ein feiner, aber erneut kein unwichtiger Unterschied. Stefan Aust, Herausgeber der WELT und in Sachen „Angriff auf die Pressefreiheit“ sicher nicht ganz ahnungslos, formulierte zu diesem Gedanken den m.E. passenden Beitrag:

„Aber vielleicht sind die traditionellen Papiertiger auch ein wenig sorgsamer als die Newcomer im Neuland des Internets. Der erfahrene Journalist versucht, seine Quellen möglichst zu schützen. Er nimmt Materialien, wägt sie ab, überprüft sie und verarbeitet die Informationen in einem Artikel. Und dabei versucht er, die Herkunft der Informationen nicht gerade auf dem Präsentierteller zu servieren. Das Internet lädt dazu ein, Informationen, Dateien, Akten einfach online zu stellen. Jeder sein eigener Snowden, sein eigenes kleines Wikileaks.

Fischen in seichtem Gewässer

Nicht mehr die journalistische oder politische, die aufklärerische Notwendigkeit steht da gelegentlich im Vordergrund, sondern der Triumph angesichts der zugespielten oder gehackten Datenbestände, ganz egal woher sie stammen, ganz egal zu welchem Zweck sie einem zugespielt werden. So wird man leicht vom Investigativ-Reporter zum Spielball fremder Interessen; man denke etwa an den vermutlich nordkoreanischen Hacker-Angriff auf Sony, dessen Beute dann von ahnungslosen oder ahnungslos-unwilligen Wikileakern verbreitet wurde.“

(Quelle: welt.de, mit eigenen Betonungen)

Ein Merkmal des netzpolitischen Aktivismus‘ ist der von Aust erwähnte Präsentierteller: Materialien im Original online stellen, was sich einem halt so bietet, ganz egal, wo es herkommt und wer es einem – warum eigentlich? – zugespielt hat, das hat keine journalistische Qualität. Aust nennt es etwas provokant „Fischen in seichtem Gewässer“. Weil er Angst vor Konkurrenz hat und sich die Blogger durch Diskreditierung vom Hals halten will? Unwahrscheinlich, spielt so oder so aber auch gar keine Rolle. Denn netzpolitik.org wurde durch Dritte bisher eben gerade nicht für die journalistische Qualität ihrer Beiträge gelobt, sondern – richtig: für ihren Aktivismus. Und Beckedahl und Co. nehmen diese Auszeichnung auch entsprechend an, so daß sie auch ihre Rolle zu Recht annehmen.

Dieser Aktivismus ist aber nicht nur ausgezeichnet worden, sondern auch ein Spiel mit dem Feuer: wenn man nur lange genug Originaldate(ie)n veröffentlicht, muss irgendwann jemand (sprich: das betroffene Amt oder andere Behörden) tätig werden und ein Verfahren starten. Das kann selbstverständlich gefährlich werden – doch es gibt halt kein Spiel ohne Risiko. Im Erfolgsfalle bringt es einem ja auch sehr viel – und zwar, wie Beckedahl selbst zugibt, nicht wenig (überlebensnotwendige) Zuwendung:

„Wir bedanken uns daher für die kleine PR-Kampagne und fühlen uns in unserer Arbeit bestätigt.“

(Quelle: heise.de)

Das ist dasselbe Verhaltensmuster wie bei manchen Boulevardblättern, die ab und zu mal einen kalkulierten Rechtsbruch begehen und dann auch die Strafen und/oder die Empörung des Presserates oder der Öffentlichkeit in Kauf nehmen, weil es sich letztlich eben – trotz Geldbußen – doch lohnt. Das Ganze ähnelt auch dem Verhalten von Julian Assange, der jahrelange de-facto-Haft in einer kleinen Botschaft in Kauf nimmt, um letztlich – für eine bestimmte Zielgruppe, aber immerhin – eben doch ein Held zu sein. Und natürlich – da liegt Aust ebenfalls völlig richtig – erinnert es auch an Edward Snowden. Das Schema David gegen Goliath kommt immer gut an, auch bei netzpolitik.org.

Man stelle sich mal das Bild von Markus Beckedahl in Handschellen vor: ein gefundenes Fressen für das Unterstützermilieu, ein Graus für manch Behördenleiter, der lange Zeit mit dem geballten Furor der „Netzgemeinde“ und weiter Teile der „klassischen“ Medien leben müßte. Beckedahl würde U-Haft erleben müssen – was keineswegs ein Vergnügen sein dürfte -, doch letztlich mit viel Unterstützung rechnen können. Er fände sich dann in einer Reihe mit Menschen wie Assange, Greenwald, vielleicht sogar Snowden, auf jeden Fall aber Augstein wieder. David gegen Goliath eben. Inklusive beinahe lebenslanger Unterstützung durch zahlreiche seiner Supporter.

Doch – und das ist die entscheidende Frage – zu Recht?

Ich schließe mich hier erneut Stefan Aust an und sage: Nein. Weder ist netzpolitik.org noch ist der Fall so wichtig, daß man hier zu derartigen Vergleichen kommen muß. Das schmälert nicht die Leistung von Beckedahl und Co., sondern sagt nur etwas über die Relevanz des Falles und das inzwischen daraus entstandene politische Gezerre aus. Die Arbeit von netzpolitik.org ist gut, solange sie bei den Menschen das Interesse für demokratische Mitgestaltung weckt und Politikverdrossenheit entgegenwirkt (was leider nicht immer, aber sehr oft gelingt). Doch für einen Vergleich bspw. mit Rudolf Augstein und der SPIEGEL-Affäre reicht das freilich nicht.

netzpolitik.org geht in Sachen digitale Politik und Gesellschaft einen ersten Schritt. Der erste Schritt ist natürlich der wichtigste, aber danach kommen leider keine weiteren Schritte. Aktivisten können sich auf die Frage nach ihren Erfolgen letztlich immer mit einem Klassiker aus der Affäre ziehen: „Wir haben das Bewußtsein der Menschen für das Thema xy geweckt.“ Richtig. Das ist nicht schlecht. Das ist nicht nichts. Und es ist auch nicht verwerflich, denn niemand muß mit seinen Aktionen gleich die Welt retten. (Oder hat so wie Edward Snowden die Chance, sie massiv zu beeindrucken.) Je mehr Menschen dieser Arbeit folgen, desto mehr sieht es nach einem Erfolg aus. (Oder wie es Stefan Aust vielleicht sagen würde: Das Seichte zieht immer weitere Kreise.) Aber es ist und bleibt so oder so überschaubar, es ist eine Art Mindesterfolg, inhaltlich begrenzt, mit nur wenig Wirkung. Und netzpolitik.org wird nun wie erwähnt für genau diesen Politaktivismus ausgezeichnet. Die SZ zitiert folgende Begründung:

„Die Macher des Weblogs netzpolitik.org engagieren sich seit über zehn Jahren für ein offenes Netz und die digitalen Rechte der Bürger. Der preisgekrönte Weblog prägt seit über zehn Jahren den netzpolitischen Diskurs in Deutschland und ist zu einer wichtigen Stimme in der Medienlandschaft geworden.“

(Quelle: sueddeutsche.de, mit eigenen Betonungen)

Wenn netzpolitik.org schon ein echtes Highlight, ein „ausgezeichneter Ort 2015“ sein soll, dann läßt das – gemessen an den immensen Herausforderungen, die uns die Digitalisierung insgesamt beschert – leider erneut nur einen Schluß zu: Angela Merkel hatte recht.

Jul

28

Warum sind manche Menschen rationalen Argumenten nicht zugänglich?

Juli 28, 2015 | Kommentare deaktiviert für Warum sind manche Menschen rationalen Argumenten nicht zugänglich?

„Die Weltsicht eines Menschen ist sehr wichtig für dessen Identität. Konservative wie Liberale wollen sich abgrenzen von Menschen, die anders denken.“

(Quelle: ZEIT ONLINE)

Dazu wird in den kommenden Tagen noch etwas von mir geschrieben, doch für heute soll es bei der Interviewempfehlung bleiben.

Jul

26

(Un)Gleichheit: Auf gar keinen Fall Disharmonie!

Juli 26, 2015 | Kommentare deaktiviert für (Un)Gleichheit: Auf gar keinen Fall Disharmonie!

Ich lese im Rahmen meiner wissenschaftlichen Arbeit dankenswerterweise sehr viel Gutes, aber manchmal erfreuen einen einzelne Beiträge doch ganz besonders. Dazu gehört diesmal folgendes Interview mit der Kollegin Irmhild Saake in der FAZ:

„Soziologie: Unterschied, was ist das?“

Es geht dabei primär nicht um etwas Digitales, sondern um Ungleichheit. Das jedoch ist ein Thema, welches mir in meiner Arbeit andauernd begegnet und deshalb auch eine entsprechende Relevanz für die Analyse und Bewältigung des Digitalen hat. Da mir das gesamte Interview sehr gut gefällt und ich Ihnen natürlich auch nicht alles hier in allen Einzelheiten kommentiert darstellen möchte (da das sicherlich ein wenig zu aufdringlich wäre), werde ich jetzt nur einige wenige Aspekte herauspicken, um meine Gedanken zum Thema zu illustrieren:

„Es ist für meine Studenten etwa so, dass sie es schon als komisch empfinden, dass sich am Ende einer Diskussion ein gutes Argument durchsetzt.

Weil sie nicht glauben können, dass nur eins richtig sein kann?

Ja, wenn ich es jetzt mal ein wenig übertreiben darf, dann haben sie sozusagen Mitleid mit den ausgeschlossenen Argumenten. Sie fordern Gleichheit auch für Argumente, Anerkennung auch für andere Positionen. Das macht eine klare wissenschaftliche Argumentation schwierig. Man kann nicht mehr so recht sagen, dass man eine wirklich unsinnige Behauptung für Quatsch hält. Es ist eher die Idee da, dass irgendetwas Gutes schon auch in dem Quatsch drin stecken wird.“

Dieses Erlebnis habe ich auch desöfteren, jedoch mindestens genau so oft mit Nicht-Studierenden wie mit Studierenden. Der Gedanke, daß der andere richtig liegt (und man selbst falsch) scheint für viele Menschen sehr schwierig zu sein. Lieber haben wir alle irgendwie auch recht, so mein Eindruck. Das ist natürlich, wie die Kollegin sagt, manchmal schlicht unmöglich, denn mancher Quatsch ist einfach Quatsch – egal, wie man ihn dreht und wendet. Aber wenn wir alle so harmonisch gestimmt sind, bleiben böse Konflikte auf der Strecke. Die Wahrheit allerdings auch. Dies bekräftigt Irmhild Saake wenig später:

„Viele sagen lieber: Das Argument ist nicht so wichtig, ich möchte lieber Akzeptanz und Anerkennung für den anderen zeigen.“

Das ist aber nicht nur eine gefährliche Idee der Menschen, die so vorgehen, sondern auch unnötig. Nur weil der andere mal richtig liegt, bin ich ja kein schlechter Mensch oder muß ich mich für irgendetwas schämen oder gar unterlegen fühlen. Eine gute Diskussion/ein guter Disput hält „Sieg“ und „Niederlage“ problemlos aus – genauer: die jeweiligen Diskutanten können (und sollten) dies aushalten. Wenn ich mich mit Kolleginnen und Kollegen im besten Sinne gestritten habe, waren die Auseinandersetzungen die besten, aus denen sie genauso wie ich jeweils gleich gut als Sieger bzw. Verlierer herausgehen konnten, wohl wissend, daß die Argumente (des anderen) diesmal die besseren waren und man einfach eine faire Auseinandersetzung hatte. Wer beim Fußball 5:1 gewinnt, muß sich nachher ja auch nicht künstlich klein machen. Ein fairer Sieger, der gern auch seinen Sieg benennen kann, ist schon entgegenkommend genug.

„Wir erleben verschiedene Perspektiven, wollen das aber nicht, wollen das heilen, in dem wir so tun, als seien wir gleich. Mit Sprache und durch Hineinversetzen. Das Komische ist, dass wir einfach nicht auf die Idee kommen, dass die Situation eine ungleiche, asymmetrische ist. Der Vater ist etwas anders als das Kind, eine andere Person, er hat aber auch einen anderen Status. Diese Ungleichheit ist eigentlich eine Ressource, man könnte sie benutzen in einem Konflikt. Aber wir wollen sie nicht nutzen, ganz explizit nicht. Denn sie erscheint uns hässlich.“

Ungleichheit ist in einer so homogenen Gesellschaft wie der deutschen oft „hässlich“, das stimmt. Man sieht weniger die Vorteile, die sich einem bieten (z.B. aus der verlorenen Debatte neue Erkenntnisse zu ziehen und daran zu wachsen) als vielmehr die Nachteile: Sieger und Verlierer, „Gut“ und „Böse“, „besser“ und „schlechter“. Solche Gefälle stören die Harmonie. Dabei ist der Gewinn für einen selbst (auch und gerade im Falle der „Niederlage“) definitiv höher als unreflektierte Gleichmacherei. Das gilt auch in Beziehungen:

„Es ist doch erwartbar so, dass die Frau mehrere Monate ausfällt im Beruf, weil sie das Kind bekommt. Aber in vielen Beziehungen wird richtig Buch geführt. Da muss man sich erklären und sagen: Du verdienst in dieser Zeit kein Geld. Ich bezahl jetzt mehr. Wenn ich dann mal nicht so viel habe, kannst Du wieder mehr bezahlen. Da fragt man sich: Wofür ist denn die Idee von einer Partnerschaft eigentlich gemacht? Kann sie diese Asymmetrie nicht mehr aushalten?“

Wenn der Wunsch nach Gleichheit in unreflektierter Gleichmacherei ausartet, bleiben viele (bessere und wichtigere) Dinge auf der Strecke. Deshalb mein Tipp: das Interview in Gänze lesen und lieber einmal zuviel als zuwenig darüber nachdenken, ob sich Ungleichheit nicht doch manchmal mehr lohnt – auch für einen selbst – als der Wunsch, alles gleich zu machen und damit willkommene Effekte der Ungleichheit „wegzubügeln“.

Was das nun im Übrigen konkret mit Digitalisierung zu tun hat? Nun, mir fiel zuerst die Architektur des Shitstorms ein. Aber das dürfte freilich nicht der einzige Bezugspunkt sein, wenngleich doch sicher einer der wichtigsten. Das Thema hat zweifellos Potential.

Jul

23

Sociality by Design: Mailingliste und Mailadresse

Juli 23, 2015 | Kommentare deaktiviert für Sociality by Design: Mailingliste und Mailadresse

Lange lag sie brach und wartete auf ihren Einsatz – jetzt ist es endlich soweit: alle interessierten Personen können sich nun auf der SbD-Mailingliste anmelden:

https://de.groups.yahoo.com/neo/groups/sociality-by-design-mailinglist/info

Wer mich exklusiv zu SbD kontaktieren möchte, kann dies ab sofort über die FU-Berlin-Mailadresse tun:

stephan.humer @ fu-berlin.de

So landet Ihr Anliegen direkt im richtigen Postfach und wird auch entsprechend schnell bearbeitet.

Jul

22

Eine Idee setzt sich durch: Sociality by Design nun offizielles Projekt an der FU Berlin

Juli 22, 2015 | Kommentare deaktiviert für Eine Idee setzt sich durch: Sociality by Design nun offizielles Projekt an der FU Berlin

Die Arbeit hat sich gelohnt: SbD ist nun ein Projekt (an) der FU Berlin. Dort werde ich die Idee in den kommenden Monaten verfeinern und dann in hoffentlich nicht allzu ferner Zukunft umfassend vorstellen, sprich: publizieren können. Zu den klassischen Verbreitungswegen werden auch digitale Kanäle kommen, so daß möglichst viele interessierte Menschen Zugang zu diesem Konzept finden können. Weitere Infos finden Sie nun ab sofort wieder deutlich häufiger als in den letzten Monaten auf der SbD-Seite.

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