Beiträge zur 5. Berliner Mediensucht-Konferenz

Seit Jahren arbeite ich nun schon mit den fantastischen Menschen vom Berliner Netzwerk Medienabhängigkeit zusammen – insgesamt leider viel zu wenig, denn es gibt ja (wie ich im Dezember durchaus … nun ja: energisch formuliert habe) eigentlich immer viel zu viele interessante wie relevante Baustellen im Bereich Internet und Gesellschaft. Ab und an muß man aber dann doch wieder mal gemeinsam aktiv werden und sich die Zeit für einen Beitrag nehmen. Im vergangenen November war es so weit: die 5. Berliner Mediensucht-Konferenz stand an und ich konnte dort einen Vortrag zum Thema Vernetzung (“Das sozialste Netzwerk”) präsentieren. Meine Präsentation ist ab sofort auf der Seite des Fachverbandes Medienabhängigkeit verfügbar. Wer Fragen dazu hat: immer gern direkt an mich, bevorzugt per Mail (stephan @ humer.de)

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2016: Die Zukunft der Internetsoziologie

… ist etwas, was ich, hier und jetzt, weder sicher prognostizieren noch ganz allgemein für mich allein in Anspruch nehmen kann. Ich habe ja von Beginn an – sprich: den ersten zarten Ideen Ende der 90er bzw. später, nachdem mehrere Menschen die Idee für gut befanden und mich entsprechend unterstützt haben – betont, daß ich der “Idee Internetsoziologie” sehr gern folge und versuche, sie im Rahmen meiner Möglichkeiten zu unterstützen, aber mir fällt dabei immer wieder ein Spruch ein, der in diesem Falle sehr gut paßt: es ist ja sehr schön, der Erste gewesen zu sein – es wäre aber sehr schade, wenn man der Einzige bleibt.

Deshalb würde ich mich natürlich sehr freuen, wenn die Idee – endlich – breiteren Raum vor allem in der gesellschaftlichen Debatte einnehmen würde, denn das Thema Digitalisierung und Gesellschaft ist und bleibt ein sehr, sehr schwieriges Thema in Deutschland. Und die derzeitigen Widerstände hinsichtlich der Gestaltung der digitalen Revolution werden – wenn es so bleibt – nicht gut ausgehen für dieses Land. (Wer jetzt sagt “Aber es diskutieren doch Menschen über das Internet!”, dem kann ich nur antworten: Das ist löblich, aber meist sicher unzureichend. Auf ganz vielen Ebenen. Aber das Wiesoweshalbwarum soll an dieser Stelle nicht en detail dargestellt werden.) Bisher gibt es jedoch leider nur sehr wenige Kolleginnen und Kollegen, die dieser Idee folgen (können), da es nicht nur sehr großes Desinteresse an der Gestaltung digitaler Phänomene gibt, sondern auch immer sehr stark auf eine Institutionalisierung ankommt – als “Privatgelehrter” ist die Arbeit an einer (noch) sehr spärlich vertretenen Idee natürlich um ein Vielfaches schwieriger.

Aber wenn ich weiterhin etwas dazu beitragen kann, dann werde ich das auch gern tun. Deshalb freue ich mich ganz besonders, Ihnen, liebe Websitebesucherinnen und -besucher, liebe Internetsoziologie-Interessierte, jetzt und hier – und, das muss man auch sagen: endlich – mitteilen zu können, daß meine berufliche Beschäftigung mit dem Thema Internet und Gesellschaft noch nicht an ein Ende gekommen ist – trotz verführerischer Versuchungen gerade aus der Industrie, denn mein Internet-und-Gesellschaft-Arbeitsschwerpunkt Digitale Sicherheit (siehe mein FU-Projekt “Sociality by Design”) ist natürlich auch sehr praxisrelevant und erfreulicherweise entsprechend begehrt. Zu Beginn des kommenden Jahres wird es dann Details dazu geben, doch soviel vorab:

– Die Idee Internetsoziologie wird nahtlos weitergeführt (und ist damit dann ab 2016 auch nicht mehr als Arbeitsbereich an der UdK angesiedelt, was ggf. bedeutet, daß auch das Forschungsseminar “Networked Systems” ggf. nicht mehr weitergeführt wird)
– Der Arbeitsbereich wird fortan ein Forschungs- und Arbeitsbereich sein, um die beiden “Standbeine” Forschung und Lehre entsprechend zu betonen
– Die Perspektive für dieses Thema wird dauerhaft sein
– Ein weiteres Forschungsvorhaben aus dem Bereich der Digitalen Sicherheit wird hinzukommen
– Es wird deshalb voraussichtlich neue MitarbeiterInnen geben, die mich unterstützen werden
– Ebenso wird die Begleitung eines EU-Projektes hinzukommen
Sociality by Design wird in 2016 mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit endgültig abgeschlossen werden können

Aus meiner Sicht hat damit, salopp gesagt, das beste Angebot gewonnen. Besonders erfreulich ist dabei, daß dies alles weiterhin in Berlin stattfinden wird. Als Berliner muß man dann wohl sagen: da gibt es nichts zu meckern! ;-) Was für ein Jahr!

Nichtsdestotrotz bedeutete dies alles in 2015 aber auch: es gab gleichermaßen ein lachendes und ein weinendes Auge. Denn letztlich endet mit dieser neuen Tätigkeit zugleich meine Tätigkeit an der UdK. Die Digitale Klasse war seit 2006 und damit zehn volle Kalenderjahre (in wechselnder Intensität, aber doch durchgehend) meine wissenschaftliche Heimat, und diese nach so vielen Jahren zu verlassen ist nicht natürlich leicht. Auch dann nicht, wenn sich die Situation für meine Arbeit in 2016 definitiv verbessern wird und ich damit ohne jeden Zweifel einen großen Schritt nach vorn mache. Die Zeit an der UdK war schlicht und ergreifend fantastisch – ohne Menschen wie Joachim Sauter und Jussi Ängeslevä, ohne die fantastischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im weiteren Umfeld und ohne die tollen Studierenden wäre ich sicherlich mit meiner Idee Internetsoziologie im Speziellen und in dieser Ausprägung auch mit meiner Arbeit im Allgemeinen nicht so weit gekommen. Die Digitale Klasse bot den Raum, den man braucht, um Neues zu begründen. Ich bin sehr froh, daß ich diese Gelegenheit nutzen durfte und auch sehr dankbar für diese Chance. Als “Senior Fellow” bleibe ich der Klasse ja “ehrenhalber” verbunden, doch ein Abschied dieser Größenordnung fiel natürlich nicht leicht. Wie gesagt: Was für ein Jahr!

Fairerweise muß man aber auch sagen: faktisch ist dort wohl alles Machbare erreicht worden. Für die Weiterentwicklung der Idee Internetsoziologie, für die Weiterführung der Arbeit im Bereich Internet und Gesellschaft, für die persönliche Weiterentwicklung brauchte es letztlich eine neue Wirkungsstätte mit neuen Herausforderungen. Somit kam das angenommene Angebot “just in time” und ich gehe sehr zufrieden über das erreichte Ergebnis in die Weihnachtsferien. Ich danke Ihnen sehr, sehr herzlich für Ihr großes Interesse, Ihre wunderbare Unterstützung und Treue und verbleibe mit den besten Wünschen für die kommenden Feiertage und das neue Jahr 2016!

Sie erreichen mich wieder ab dem 4. Januar 2016 über die bekannten Kanäle.

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Experiment Onlinedating: Effizient zur Liebe des Lebens?

Im Sommer lief ein kleines Projekt: ich habe im Rahmen einer journalistischen Anfrage von Radio Bremen ein wenig die deutschsprachige Onlinedatingszene analysiert. Dazu wurde nicht nur entsprechende Literatur gesichtet, sondern auch mit bekannten Apps gearbeitet, um das Phänomen ein wenig genauer einzuordnen. Das Ergebnis sieht folgendermaßen aus:

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Buchtipp: Gespenstergeschichten – Der linke Terrorismus der RAF und die Künste

Die Kollegin Svea Bräunert aus unserem Netzwerk Terrorismusforschung (NTF e.V.) möchte ihre hochinteressante Arbeit vorstellen:

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Liebe Mitglieder des Netzwerkes für Terrorismusforschung,

ich freue mich sehr, dass „Gespenstergeschichten. Der linke Terrorismus der RAF und die Künste“ diesen Herbst im Berliner Kadmos-Verlag erschienen ist.

Das Buch ist das Ergebnis meiner langjährigen Beschäftigung mit der Frage, welche Rolle die Rote Armee Fraktion für die westdeutsche Kulturgeschichte nach 1945 spielt und inwiefern Terrorismus ein anderes Nachdenken über Trauma, Erinnerung und Geschichte erforderlich macht. Eine Antwort auf diese zweifache Fragestellung habe ich in der Figur des Gespenstes gefunden. Der Weg dorthin hat neben der Beschäftigung mit kanonischen Positionen von Richter, Kluge und Enzensberger auch zu neueren Arbeiten von Demand, DeLillo und Dumas geführt.

Nähere Informationen finden sich auf der Homepage des Verlags: http://www.kulturverlag-kadmos.de/buch/gespenstergeschichten.html

Nochmals vielen Dank für die anregenden Diskussionen im Rahmen der Netzwerk-Workshops, die mir bei der Arbeit an dem Buch sehr geholfen haben.

Herzliche Grüße

Svea Bräunert

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