Wissenschaft wird mehr Geld bringen – zumindest etlichen W2-Profs …

Das heute vom Bundesverfassungsgericht verkündete Urteil zur W-Besoldung finde ich grundsätzlich richtig. Trotzdem hat es einen bitteren Beigeschmack: mehr Geld wird es jetzt mit Sicherheit nicht für die Wissenschaft insgesamt geben, so daß sich zwangsläufig die Frage stellt, inwiefern und bei wem dann gespart werden kann muß, wenn einige mehr Geld bekommen müssen. Im SpOn-Artikel wird dies bereits (etwas verklausuliert) erwähnt: “[Hessens Wissenschaftsministerin, Anm.] Kühne-Hörmann wies außerdem darauf hin, dass laut Hessischem Hochschulgesetz Professoren auch als Angestellte beschäftigt werden könnten. Das eröffne “mehr Freiraum für finanzielle Leistungsanreize”.” Oder anders gesagt: Man kann den nun politisch deutlich unattraktiveren Rahmen der W-Besoldung auch gleich verlassen und individuelle Angestelltenverträge aushandeln. Denkbar ist hier vieles: “Mehr Leistungsanreize” bedeutet dann mit nicht nur geringer Wahrscheinlichkeit weniger Grundgehalt – oder weniger Haushaltsstellen, Ausstattung, Mitarbeiterstellen, etc. Denn wie gesagt: irgendwo muß das Geld ja herkommen. Ich bin sehr gespannt, wie es nun weitergehen wird.

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Wissenschaft darf Spaß bringen – und Geld

Ein interessantes Startup macht Data Mining mal anders: Kaggle

“Das US-Start-up Kaggle organisiert gut dotierte Wettbewerbe, wie man mit neuen Algorithmen Datenhalden brauchbare Prognosen entlocken könnte. Wofür die akademische Forschung Jahre braucht, gelingt hier manchmal in wenigen Wochen.”

(Quelle: TR)

Und besonders interessant ist dieser Absatz aus dem TR-Artikel:

“Obwohl die meisten Teilnehmer aus dem Data-Mining kommen, gewinnen bislang am häufigsten die fachfremden Mitstreiter. Vielleicht liege es daran, dass sie das Problem aus einem neuen Blickwinkel betrachteten, mutmaßt Goldbloom.”

(Vielen Dank an Julian für diesen Tipp!)

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Außergewöhnliche Auszeichnung: Aufnahme in den kress-Kreis der “3000 wichtigsten Köpfe” der deutschen Medienbranche

In der Medienwelt gibt es sicherlich nur wenige Menschen, denen der Name Kress nichts sagt. Günther Kress gründete in den 60ern den Branchendienst kressreport, im Internet gibt es das dazugehörige Webangebot, welches laut Wikipedia “1996 als erstes Fachangebot im Internet für die Medienbranche” startete. Und schließlich gibt es noch kressköpfe:

“Alle Jahre wieder auf der Wunschliste vieler Medienleute: die Neuauflage des “kressköpfe”-Buchs. “kressköpfe 2011/2012″ erscheint am Montag, 19. September. Auf 664 Seiten stehen aktuelle Branchendaten und -trends; die wichtigsten Dienstleister – mit dem VDZ Mediendienstleister-Verzeichnis 2011/2012 – und die wichtigsten Köpfe: 3.000 Kontakte aus Marketing, Medien und Werbung.”

(Quelle: kress.de)

Zwar ist das Buch nun schon seit einigen Monaten auf dem Markt und ich erhielt auch bereits vor längerer Zeit die Nachricht, daß ich ab sofort Teil dieses Werkes sein werde, doch wenn man es nun – dank Postlaufzeitverzögerung um nur einige etliche Wochen verspätet – in der Hand hält, dann beeindruckt es nicht nur aufgrund seines schieren Gewichts. Henning Kornfeld, stellvertretender Chefredakteur des kressreports, erklärt, was das Buch auszeichnet:

“Unsere Datenbank ”kress köpfe” enthält heute Angaben zu rund 21.000 Vertretern der Medien- und Kommunikationsbranche und ist eine unverzichtbare Kommunikationsplattform für sie, doch Print hat weiter seine Berechtigung. Wir freuen uns daher, Ihnen auch in diesem Jahr ein Buch mit Informationen zu den 3.000 wichtigsten Managern vorlegen zu können […]. Die kress-Redaktion hat die Namen ausgewählt […]”

(Quelle: kress köpfe 2011/2012, S. 5)

Daß ich ausgerechnet aufgrund meiner (stark medienwissenschaftlich geprägten) Arbeit als Editor-at-large für die RETRO in der aktuellen Ausgabe (siehe S. 349) lande und damit von einem anerkannten Team zu den 3.000 wichtigsten Medienmenschen des Landes gezählt werde, freut mich natürlich ganz besonders, denn ich sehe darin vor allem eine kleine Bestätigung für den sehr speziellen, weil unermüdlich detailverliebten, hochgradig individuellen und natürlich auch risikoreichen Weg, den wir, das RETRO-Team – nicht nur ich – nun schon seit etlichen Jahren konsequent beschreiten und der erwiesenermaßen keineswegs unprofessioneller oder gar erfolgloser sein muß als die etablierten Wege und Strukturen. Letztlich scheinen weniger Auflage, Reichweite oder ähnliche Kennwerte überzeugt zu haben, sondern vor allem das innovativ-inhaltliche Ergebnis, was zweifellos nichts anderes als das größtmögliche Lob sein kann. Deshalb an dieser Stelle: vielen herzlichen Dank an das kress-Team für die Aufnahme in diesen Kreis!

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Geschenktipp: “Inszenierung als Beruf”

Mein Geschenktipp für Weihnachten: der gehaltvolle Sammelband “Inszenierung als Beruf“, in welchem akribisch analysiert wird, warum Guttenberg nicht nur ein Synonym fürs Abschreiben, sondern auch für äußerst bedenkliche Inszenierung ist. Amazon präsentiert dazu folgende – und wie ich finde: extrem passgenaue – Zitate:

“Wer sich den Fall Guttenberg noch einmal in seiner Vielschichtigkeit vergegenwärtigen will, wird diesen anregenden Band gespannt lesen. Und wenn er dazu diente, die Öffentlichkeit gegen weitere Politiker zu immunisieren, die Hülle mit Inhalt verwechseln, wäre viel erreicht.”

(Heike Schmoll, Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Und auch wer es nicht mehr hören oder lesen kann, sollte es doch lesen:

“Die scharfe Analyse des Inszenierungsphänomens Guttenberg macht die Lektüre des Bands auch für denjenigen lohnend, der das Wort Plagiat in diesem Jahr eigentlich nicht mehr lesen mag.”

(Niklas Hofmann, Süddeutsche Zeitung)

Deshalb: uneingeschränkt empfehlenswert!

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Social Informatics 2011: bitte nur auf das Buch achten, auf nichts sonst!

Wer die Third International Conference on Social Informatics (SocInfo 2011) verpaßt hat, mag sich vielleicht den dazugehörigen Sammelband anschauen wollen. Da ich Teil des Program Committee war, soll es an dieser Stelle tatsächlich um das Buch gehen und nicht beispielsweise um die Frage, warum außer mir nur vier weitere Kollegen von deutschen Universitäten beteiligt waren, dafür aber mehrere Dutzend Kolleginnen und Kollegen aus UK und USA.

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Kinder im Internet: besonders sensibles Vorgehen gefragt

Wenn ich zum Thema Kinder und Internet(nutzung) Sätze wie diese lese, so läßt mich das hoffen:

“Gespräche statt Verbote”

“Das Allerwichtigste ist, mit den Kindern im Gespräch zu bleiben und sie auf ihrem Weg durch das Internet zu begleiten”

“Es geht nicht nur um Gefahren. Die Chancen, die sich eröffnen, sind riesig – man muss nur richtig darauf vorbereitet sein”

(Quelle: heise.de)

Der richtige Weg ist also durchaus kein Geheimnis. Ich befürchte allerdings, daß beispielsweise der – immerhin nun nicht mehr nur faktisch, sondern auch rechtlich endgültig ad acta gelegteNetzsperren-Unsinn gerade durch medial mächtige Anhängerinnen wie Ursula von der Leyen weitaus nachhaltiger in die Köpfe der Bevölkerung gelangen konnte als es bspw. die oben genannten und absolut unterstützenswerten Äußerungen von Wolfgang Kraft, Direktor des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg, können.

Das ist jedoch kein Grund zum Jammern, sondern zum Handeln – quasi eine Aufforderung zur gehaltvollen Gegenrede. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, zu diesem Thema an der richtigen Stelle etwas Konstruktives beisteuern zu dürfen: Das Familienhandbuch des bayerischen Staatsinstituts für Frühpädagogik (IFP) ist heute um einen von mir verfaßten Beitrag ergänzt worden. Konkret geht es um Kinderfotos im Internet und die damit verbundenen Risiken, aber eben auch um die zahlreichen Chancen. Denn Eltern sollten sich gerade bei diesem Thema auf die wirklichen Herausforderungen und deren Bewältigung konzentrieren und ihre Energie nicht für offensichtlichen Unsinn wie Netzsperren verschwenden.

Apropos Gegenrede: (m)eine Replik auf einen Beitrag von Manfred Spitzer gibt es seit einigen Tagen hier. Auch in diesem Falle erschien mir eine Erwiderung geradezu zwingend notwendig, da einige Äußerungen in eine völlig falsche Richtung wiesen.

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Großmutters Internet-Weisheiten

Da die Digitalisierung unserer Lebenswelt ein vergleichsweise junges Phänomen ist, mangelt es oftmals an etablierten Methoden und Strategien, die den Umgang mit ihr erleichtern. Oder anders gesagt: man kann hier nicht so ohne weiteres auf die Weisheiten älterer Generationen setzen. An diese Situation knüpft das wunderbare Fotoprojekt von Chacho Puebla an:

“Just a few tips that my grandmother should have given me, but unfortunately never did.”

(Screenshot von der Projektseite)

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