Mai

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Wenn ich mir die derzeitigen, aber auch schon eine ganze Weile andauernden Diskussionen rund ums Urheberrecht in Deutschland so anschaue, kann ich nur noch genervt wegklicken. Solange immer wieder Grabenkämpfe geführt werden und kein konstruktiver Dialog beginnt, ist das Ganze nichts als Zeit- und Energieverschwendung, und zwar für alle Beteiligten bzw. Betroffenen. Wie wäre es, wenn sich alle, die sich betroffen fühlen, einfach einmal zusammen an einen Tisch setzen, vor sich nur ein weißes Blatt Papier, beseelt vom Willen zur gemeinsamen, ergebnisoffenen Gestaltung – und dann geht die Arbeit los, ohne Gezänk und Plattitüden. Aufbauend auf den technischen und sozialen Gegebenheiten – und ohne die eigene Statusgruppenpolitik im Hinterkopf – wird so ein neues, faires Urheberrecht entworfen, zumindest jedoch skizziert. Illusorisch? In Hinblick auf eine schnelle Lösung in Form eines neu entworfenen Urheberrechts: freilich. Aber schon allein dieser Prozeß hätte den Vorteil, daß manchem vielleicht mal klar wird, was Digitalisierung jenseits der üblichen Floskeln („Die wollen alles gratis!“, „Überkommene Geschäftsmodelle!“) wirklich für ihn, die anderen, uns alle bedeutet, ob ihm das nun paßt oder nicht. Und es wäre zweifellos besser als all die Anfeindungen, Unterstellungen und Übelkeiten, die man erlebt, wenn man sich die derzeitigen verbalen Auseinandersetzungen anschaut … Wann führte Kindergartengezänk jemals zu guten Ergebnissen?


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