{"id":5924,"date":"2016-03-11T11:21:52","date_gmt":"2016-03-11T10:21:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/?p=5924"},"modified":"2016-03-10T22:22:26","modified_gmt":"2016-03-10T21:22:26","slug":"afd-bisherige-einschaetzungen-weiter-bekraeftigt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/2016\/03\/11\/afd-bisherige-einschaetzungen-weiter-bekraeftigt\/","title":{"rendered":"AfD: bisherige Einsch\u00e4tzungen weiter bekr\u00e4ftigt"},"content":{"rendered":"<p>Es klingt freilich etwas seltsam, wenn ich sage, da\u00df ich mich auf ein starkes Abschneiden der AfD am kommenden Sonntag freue &#8211; aber es geht nat\u00fcrlich nur um die methodische Ebene, nicht um die politische. (Siehe dazu ein fr\u00fcheres Posting <a href=\"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/?p=5887\">hier<\/a>.) Die Kommunalwahlen am vergangenen Wochenende haben meine Vermutung immerhin schon mal best\u00e4rkt, und nun gibt es eine Umfrage der Kolleginnen und Kollegen von Emnid, die f\u00fcr eine weitere Bekr\u00e4ftigung sorgt:<\/p>\n<p>&#8220;Die Alternative f\u00fcr Deutschland (AfD) st\u00f6\u00dft in der Bev\u00f6lkerung offenbar auf gr\u00f6\u00dfere Akzeptanz als bislang angenommen. In einer aktuellen Emnid-Umfrage f\u00fcr N24, den TV-Sender der &#8220;Welt&#8221;-Gruppe, antworteten 34 Prozent der Befragten auf die Frage &#8220;Halten Sie es grunds\u00e4tzlich f\u00fcr gerechtfertigt, die AfD zu w\u00e4hlen?&#8221; mit &#8220;Ja&#8221;.&#8221;<\/p>\n<p><em>(Quelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article153155645\/Mehr-als-jeder-Dritte-haelt-die-AfD-fuer-waehlbar.html\">welt.de<\/a>)<\/em><\/p>\n<p>Meine \u00dcberlegungen resultieren ja wie berichtet aus der Medienbeobachtung. Ich habe im Laufe der vergangenen Wochen (und Monate) Ver\u00e4nderungen im Diskussionsverhalten online festgestellt, die mich zu dem Fazit f\u00fchrten, da\u00df die AfD am kommenden Sonntag nicht nur marginal erfolgreich sein wird (wer eine zahlenbasierte Aussage m\u00f6chte: nicht nur mehr als f\u00fcnf Prozent, sondern sehr nahe an der Zweistelligkeit oder sogar signifikant zweistellig, d.h. zwischen 9 und 12 Prozent). Das hat viel mit der Stimmung in der Bev\u00f6lkerung zu tun, welche offen diskutiert wird und nicht unbedingt ein anonym abzufragendes W\u00e4hlergeheimnis oder \u00e4hnliches ist &#8211; und deshalb ein diskurstechnisch gut analysierbares Ph\u00e4nomen, so mein Eindruck. W\u00e4hrend die Kolleginnen und Kollegen von Emnid eine klassische Umfrage durchgef\u00fchrt haben, habe ich also eine digitale Medienbeobachtung durchgef\u00fchrt. Sollte der kommende Sonntag somit f\u00fcr die AfD erfolgreich werden, so ist er das auch f\u00fcr mich. Wir sind inzwischen so stark &#8220;durchdigitalisiert&#8221;, da\u00df bspw. Kommentarbereiche, Facebookdiskussionen und\/oder Tweets ausreichen sollten, um Stimmungen in der Bev\u00f6lkerung zu analysieren. Das Digitale sagt also ausreichend viel \u00fcber das Digitale <em>und<\/em> das Analoge, so meine These. <\/p>\n<p>Wichtige Zwischenschritte vor der empirischen Best\u00e4tigung (durch die Wahl am kommenden Sonntag) sind Befragungen wie die von Emnid also auf jeden Fall. Sie stimmen mich weiterhin hoffnungsvoll, da\u00df das Modell entsprechend tauglich ist, ebenfalls ein brauchbares Stimmungsbild zu erm\u00f6glichen. <\/p>\n<p>Neben der Frage der Akzeptanz freute mich \u00fcbrigens auch dieser Aspekt:<\/p>\n<p>&#8220;59 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, bei einem Erfolg der AfD am Sonntag sollten sich die Etablierten &#8220;mit der AfD st\u00e4rker auseinandersetzen und politisch st\u00e4rker dagegenhalten&#8221;.&#8221;<\/p>\n<p><em>(a.a.O.)<\/em><\/p>\n<p>Auch dies ist n\u00e4mlich sehr gut online in Diskussionen zu beobachten. Unzufriedenheit wird artikuliert &#8211; und ist online damit beobachtbar. Dasselbe gilt hierf\u00fcr:<\/p>\n<p>&#8220;Auf die Frage &#8220;Welche Partei hat aus Ihrer Sicht das beste Konzept in der Fl\u00fcchtlingskrise?&#8221; antworten 34 Prozent mit &#8220;Keine Partei\/wei\u00df nicht&#8221; \u2013 dies ist der h\u00f6chste Wert.&#8221;<\/p>\n<p>(a.a.O.)<\/p>\n<p>Auch das kann man nat\u00fcrlich gut &#8220;ablesen&#8221;. Deshalb freut mich sehr, da\u00df Emnid bspw. nicht nur gefragt hat, wen man am kommenden Sonntag w\u00e4hlen will, sondern sich etwas genauer der Stimmung in der Bev\u00f6lkerung gewidmet hat. Da ich direkt an diese Punkte ankn\u00fcpfen kann, ist das entsprechend erfreulich.<\/p>\n<p>Aber ich betone auch an dieser Stelle nochmal: aus methodischer Sicht. Es geht hier um Medienanalyse, eine Art Seismograph oder Stimmungsbarometer &#8211; nicht um politische Vorlieben meinerseits. Da\u00df die AfD von mir mit einer entsprechenden Prognose versehen wird, liegt nicht an ihrer politischen Ausrichtung oder gar, da\u00df mir diese privat gefallen w\u00fcrde, sondern ausschlie\u00dflich an der festgestellten Diskursver\u00e4nderung. H\u00e4tte sich die Stimmung in eine andere Richtung gedreht, w\u00e4re das meine Ausgangslage gewesen. Jetzt geht es aber um Fl\u00fcchtlinge, Asylfragen, die Ereignisse von K\u00f6ln und damit in der Folge um die AfD. Dies alles hatte Einflu\u00df auf die Online-Diskussionen und letztlich das Erstarken dieser Partei und war damit in dieser Auspr\u00e4gung bemerkenswert genug. Es pa\u00dft somit in meinen Medienanalyse-Arbeitsfokus. Nicht mehr &#8211; aber auch nicht weniger.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es klingt freilich etwas seltsam, wenn ich sage, da\u00df ich mich auf ein starkes Abschneiden der AfD am kommenden Sonntag freue &#8211; aber es geht nat\u00fcrlich nur um die methodische &hellip; <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-5924","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5924","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5924"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5924\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5924"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5924"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5924"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}