{"id":4517,"date":"2014-01-06T16:08:58","date_gmt":"2014-01-06T15:08:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/?p=4517"},"modified":"2014-01-06T16:19:43","modified_gmt":"2014-01-06T15:19:43","slug":"extrem-dynamisch-ins-neue-jahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/2014\/01\/06\/extrem-dynamisch-ins-neue-jahr\/","title":{"rendered":"Extrem dynamisch ins neue Jahr"},"content":{"rendered":"<p>2013 gab es viel zu tun, daran besteht kein Zweifel &#8211; die dienstfreien Feiertage kamen deshalb gerade recht. Und nicht nur ich scheine mir vorgenommen zu haben, dynamisch ins neue Jahr 2014 zu starten: auch zahlreiche andere Akteure aus dem spannenden Forschungsfeld Internet und Gesellschaft &#8211; insbesondere aus dem Teilbereich Sicherheit &#8211; halten einen Kickstart ins neue Jahr f\u00fcr eine gute Idee. Allen voran <a href=\"http:\/\/www.bmj.de\/DE\/Ministerium\/Hausleitung\/Minister\/_node.html\">der neue Bundesjustizminister Maas<\/a>, der die Vorratsdatenspeicherung bis zu einem wichtigen EU-Urteil nicht wiederbeleben will. Dies d\u00fcrfte eine neue Runde in der Diskussion &#8220;VDS: ja oder nein?&#8221; bedeuten und sicherlich auch eine neue Diskussionsrunde auf der Metaebene (Balance von Freiheit und Sicherheit) erm\u00f6glichen, wobei auch immer wieder darauf hingewiesen wird, da\u00df es eigentlich nur noch um das &#8220;Wann und wie&#8221; und nicht mehr um das &#8220;Ob&#8221; geht. Aufgeschoben ist bekannterma\u00dfen nicht aufgehoben und der Koalitionsvertrag von CDU\/CSU und SPD sieht die VDS ja auch vor.<\/p>\n<p>Da w\u00e4re aber auch die <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/behoerden-in-berlin-die-polizei-will-twitter-benutzen\/9290024.html\">Berliner Polizei<\/a>, die nun einen wichtigen Schritt in Richtung digitale Gegenwart vollzogen hat und ab sofort Facebook und Twitter nutzt. Die Berliner Politik hingegen ist da weit weniger entschlu\u00dffreudig und gibt der linksextremen Szene der Hauptstadt bereits seit Monaten eine willkommene <a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/search\/apachesolr_search\/oranienplatz\">Gelegenheit zur strukturellen Festigung<\/a>, da das &#8220;Fl\u00fcchtlingscamp&#8221; auf dem Kreuzberger Oranienplatz immer noch existiert und somit wohl auch in der nahen Zukunft ein wichtiger Anker f\u00fcr entsprechende Bestrebungen wie &#8220;<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/panorama\/justiz\/anschlaege-bka-warnt-vor-weiteren-attacken-auf-polizisten-a-942000.html\">Solidarit\u00e4tsaktionen<\/a>&#8221; extremistischer Gruppierungen sein d\u00fcrfte. Das Camp sorgt ja inzwischen <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/fluechtlingscamp-in-berlin-kreuzberg-raeumung-am-oranienplatz-bleibt-unklar\/9287944.html\">f\u00fcr einigen Wirbel<\/a> in der Berliner Stadtpresse, auch bei den aktiven Leserinnen und Lesern in den jeweiligen Kommentarbereichen und <a href=\"https:\/\/twitter.com\/search?q=oranienplatz&#038;src=typd&#038;f=realtime\">in anderen digitalen R\u00e4umen<\/a>.<\/p>\n<p>Offenbar komplett anders ist die derzeitige Strategie der Hamburger Polizei, die mit ihrem &#8220;<a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/hamburg-polizei-kontrolliert-in-gefahrengebieten-12738151.html\">Gefahrengebiet<\/a>&#8221; im digitalen Bereich auch f\u00fcr lebhafte Diskussionen sorgt. Geht so eine Ma\u00dfnahme nun zu weit oder ist sie unerl\u00e4\u00dflich zum Schutz von Polizeibeamtinnen und -beamten nach teilweise extremen Gewaltexzessen? Dar\u00fcber kann man gewi\u00df vorz\u00fcglich streiten, auch vor Gericht. Das ist demokratische Normalit\u00e4t und es ist nat\u00fcrlich gut, wenn die Polizei direkt mitdiskutiert und nicht au\u00dfen vor bleibt. <\/p>\n<p>Nur gibt es nat\u00fcrlich auch hier (linksextreme) Gruppierungen, denen es nicht um einen gehaltvollen Diskurs, sondern um Macht und Gewalt geht. Sowohl ein dauerhaftes &#8220;Protestcamp&#8221; als auch die Errichtung eines Gefahrengebietes bieten schlie\u00dflich die M\u00f6glichkeit zur St\u00e4rkung von Gemeinschaftsgef\u00fchl, Zusammenhalt, Verbundenheit in den jeweiligen extremistischen Kreisen. Das ist zwar aufgrund der geringen Schnittmengen zwischen <em>extrem links<\/em> und <em>Mitte<\/em> in diesem Falle nichts grunds\u00e4tzlich Neues, denn gegen die Bedeutungslosigkeit k\u00e4mpft die linksextreme Szene schon seit l\u00e4ngerer Zeit, jedoch sind Ereignisse, die &#8220;zusammenschwei\u00dfen&#8221;, derzeit eher hilfreich als vernachl\u00e4ssigenswert oder gar unn\u00f6tig:<\/p>\n<p>&#8220;Nach Einsch\u00e4tzung von Experten befindet sich die Linksau\u00dfen-Fraktion noch immer in einer generellen Orientierungsphase. Abgesto\u00dfen von den ritualisierten Krawallen erlebnisorientierter Jugendlicher an den Mai-Feiertagen, zur\u00fcckgedr\u00e4ngt von der um sich greifenden Gentrifizierung in den Gro\u00dfst\u00e4dten sucht die Mehrheit der Radikalen ebenso so sehr nach einer Strategie wie nach einer Botschaft. Gewaltakte entstehen eher spontan, als dass sie von langer Hand geplant werden.<\/p>\n<p>Doch ob das so bleiben wird, ist nicht sicher.&#8221;<\/p>\n<p><em>(Quelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/panorama\/justiz\/anschlaege-bka-warnt-vor-weiteren-attacken-auf-polizisten-a-942000.html\">SpOn<\/a>)<\/em><\/p>\n<p>Das Jahr fing also zweifellos dynamisch an und wird es &#8211; auch aufgrund dieser ganz unterschiedlichen Ereignisse und ihrer (digitalen) Diskurse &#8211; wohl auch bis auf Weiteres bleiben. F\u00fcr eine digitale Medienanalyse, die Beobachtung von Diskursen und die grunds\u00e4tzliche Analyse von Internet und Gesellschaft eine zweifellos interessante Perspektive. (Deren Analyse laut der Statistiken dieser Website f\u00fcr 2013 st\u00e4rker denn je gefragt ist &#8211; vielen Dank nochmals f\u00fcr dieses gro\u00dfe Interesse an meiner Arbeit!)<\/p>\n<p>P.S.: Wer mehr \u00fcber linken Terror erfahren m\u00f6chte, der m\u00f6ge sich die <a href=\"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/?p=4414\">Veranstaltung<\/a> unseres <a href=\"http:\/\/www.netzwerk-terrorismusforschung.org\">Netzwerks Terrorismusforschung e.V.<\/a> im kommenden Februar in Stuttgart anschauen. Aus der Vergangenheit lernt man ja in aller Regel einiges f\u00fcr die Zukunft, deshalb wird es hier sicherlich spannende Einblicke in eine meines Erachtens grunds\u00e4tzlich medial viel zu wenig diskutierte extremistische und terroristische Gedanken- und Handlungswelt geben. Man mu\u00df im Bereich der (digitalen) Sicherheitsforschung bzw. -diskussion nicht immer &#8211; mal fr\u00fcher, mal sp\u00e4ter &#8211; bei <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pierre_Vogel\">Pierre Vogel<\/a> und Co. landen. Es gibt &#8211; leider &#8211; auch noch andere beachtenswerte Extreme, wie wir derzeit feststellen m\u00fcssen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2013 gab es viel zu tun, daran besteht kein Zweifel &#8211; die dienstfreien Feiertage kamen deshalb gerade recht. 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