{"id":409,"date":"2009-02-17T14:44:42","date_gmt":"2009-02-17T13:44:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/?p=409"},"modified":"2009-02-17T14:49:37","modified_gmt":"2009-02-17T13:49:37","slug":"hoffnungslos-abgehoben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/2009\/02\/17\/hoffnungslos-abgehoben\/","title":{"rendered":"Hoffnungslos abgehoben"},"content":{"rendered":"<p>In Ausgabe 1\/2009 des Magazins ZEIT CAMPUS fiel mir ein Beitrag auf, der meines Erachtens eine Gegenrede verdient hat: der Beitrag <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/campus\/2009\/01\/unikarriere-beisteller\">&#8220;Hoffnungslos idealistisch&#8221; von Sandra Richter<\/a>. Manuel Hartung, Chefredakteur von ZEIT CAMPUS, hielt meine Gegenrede f\u00fcr sinnvoll und bot eine Ver\u00f6ffentlichung in Ausgabe 2\/2009 an, aus Platzgr\u00fcnden als Leserbrief und deshalb etwas editiert. Der Vollst\u00e4ndigkeit halber gibt es hier nun die komplette Fassung:<br \/>\n<!--more--><br \/>\nEs ist nichts dagegen zu sagen, da\u00df Kolleginnen und Kollegen ihre Leistungen darstellen und sich im akademischen Wettbewerb profilieren. Wettbewerb ist gut und dient letztlich allen. Wenn Frau Richter die \u201eN\u00fcchternheit\u201c, die im Teaser ihres Beitrags erw\u00e4hnt wird, aber als Nachteil sieht und nun versucht, die eigene unzeitgem\u00e4\u00dfe Sichtweise samt \u00fcberholtem Standesdenken als Idealismus zu verkl\u00e4ren, dann ist das \u2013 vorsichtig gesprochen \u2013 sehr bedenklich. Professorinnen und Professoren sollten n\u00e4mlich sehr wohl \u201eakademische Dienstleister\u201c sein, und zwar im besten Sinne. Das Bild des alten Ordinarius pa\u00dft l\u00e4ngst nicht mehr in diese Welt, auch wenn sich einige Kolleginnen und Kollegen noch nach Pathos und Elite zu sehnen scheinen. Eine Universit\u00e4t ist aber kein Hort professoraler Selbstverwirklichung, sondern eine leistungs- und wettbewerbsorientierte Forschungs- und Lehreinrichtung f\u00fcr alle, die dort t\u00e4tig sind. Von den Studierenden wurde durch den Bologna-Proze\u00df eine grundlegende Neuorientierung verlangt. Es wird Zeit, da\u00df auch die akademischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihr Rollenverst\u00e4ndnis dementsprechend anpassen. Das US-amerikanische Modell erscheint hier als eine gute und solide L\u00f6sung: Das dreigliedrige System (Bachelor \u2013 Master &#8211; Ph.D.) sollte vollumf\u00e4nglich auch f\u00fcr akademisches Personal gelten (Assistant Professor \u2013 Associate Professor \u2013 Full Professor). Die massiven Widerst\u00e4nde u.a. gegen die Juniorprofessur haben aber gezeigt, da\u00df manche Kolleginnen und Kollegen f\u00fcr Zukunftsorientierung bisher nicht viel \u00fcbrig hatten, sondern eher vergangenen Zeiten hinterhertrauern. Abgehobene elit\u00e4re Sehns\u00fcchte sind aber beileibe kein Idealismus, sondern erscheinen genausowenig zukunftsorientiert wie Beschwerden \u00fcber die nicht gerade mickrige W3-Besoldung, ganz besonders in Zeiten historischer Finanz- und Wirtschaftskrisen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Ausgabe 1\/2009 des Magazins ZEIT CAMPUS fiel mir ein Beitrag auf, der meines Erachtens eine Gegenrede verdient hat: der Beitrag &#8220;Hoffnungslos idealistisch&#8221; von Sandra Richter. Manuel Hartung, Chefredakteur von &hellip; <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-409","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/409","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=409"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/409\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=409"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=409"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=409"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}