{"id":3056,"date":"2012-06-29T17:08:02","date_gmt":"2012-06-29T15:08:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/?p=3056"},"modified":"2012-06-29T17:08:02","modified_gmt":"2012-06-29T15:08:02","slug":"beschimpfung-auf-der-strase-meckerei-in-einer-kommentarspalte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/2012\/06\/29\/beschimpfung-auf-der-strase-meckerei-in-einer-kommentarspalte\/","title":{"rendered":"Beschimpfung auf der Stra\u00dfe = Meckerei in einer Kommentarspalte"},"content":{"rendered":"<p>Gerne bringe ich in Zusammenhang mit der Digitalisierung unserer Gesellschaft das Argument, da\u00df die Menschen trotz des h\u00e4ufig sehr unerfreulichen Eindrucks, den man von Kommentarspalten und Foren erhalten kann, insgesamt keineswegs roher oder gar gewaltt\u00e4tiger geworden sind &#8211; <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-81015460.html\">wir leben in extrem friedlichen Zeiten<\/a> &#8211; und da\u00df deshalb die \u00c4u\u00dferungen in digitalen Communities allerh\u00f6chstens so zu verstehen seien wie die Schimpftirade des Radfahrers, wenn ihm ein Autofahrer bedrohlich nah kommt. Oder anders gesagt: Menschen werden durch Digitalisierung nicht unfriedlicher (auch nicht durch Anonymit\u00e4t oder Pseudonymit\u00e4t), sondern ihre \u00c4u\u00dferungen bekommen lediglich eine andere bzw. zus\u00e4tzliche Form (digital-persistent statt analog-fl\u00fcchtig).<\/p>\n<p>Nun wird genau diese Argumentation bei einem recht spektakul\u00e4ren Gerichtsverfahren in Gro\u00dfbritannien eingesetzt:<\/p>\n<p>&#8220;&#8221;Zu seiner Verteidigung bringt Chambers vor, ihm sei es gegangen wie an einem schlechten Arbeitstag, an dem man sagt, man k\u00f6nnte seinen Boss umbringen. &#8220;Ich habe \u00fcberhaupt nicht daran gedacht, dass das jemand ernst nehmen k\u00f6nnte&#8221;, sagte Chambers der Zeitung zufolge.&#8221;&#8221;<\/p>\n<p><em>(Quelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/digital\/internet\/2012-06\/twitter-witz-prozess\">ZEIT ONLINE<\/a>)<\/em><\/p>\n<p>Mal sehen, ob das Berufungsgericht ihm folgen wird (beim ersten Mal hat es nicht geklappt). Ich halte die Argumentation jedenfalls nicht f\u00fcr unplausibel und zwar nicht nur aufgrund der bekannten Volksweisheit, da\u00df ein Mord in Gedanken den Psychiater erspart (und keineswegs automatisch eine reale Tat nach sich zieht, also den Psychiater nicht blo\u00df durch den Haftrichter ersetzt), sondern vor allem weil auch hier eben nicht so ohne weiteres analoge Ma\u00dfst\u00e4be an digitale Ph\u00e4nomene angelegt werden k\u00f6nnen. Unplausibel ist meiner \u00dcberzeugung nach eher die Sichtweise der Richterin:<\/p>\n<p>&#8220;Die Richterin begr\u00fcndet ihre Entscheidung laut Guardian mit den Worten: Die Nachricht sei &#8220;bedrohlich in ihrem Inhalt&#8221; gewesen. &#8220;Es h\u00e4tte nicht klarer sein k\u00f6nnen. Jeder normale Mensch, der das liest, h\u00e4tte das so verstanden und w\u00e4re beunruhigt.&#8221;&#8221;<\/p>\n<p><em>(a.a.O.)<\/em><\/p>\n<p>Vielleicht jeder, der wenig bis gar keine Ahnung von digitaler Kommunikation hat &#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gerne bringe ich in Zusammenhang mit der Digitalisierung unserer Gesellschaft das Argument, da\u00df die Menschen trotz des h\u00e4ufig sehr unerfreulichen Eindrucks, den man von Kommentarspalten und Foren erhalten kann, insgesamt &hellip; <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-3056","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3056","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3056"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3056\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3056"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3056"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3056"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}