{"id":3011,"date":"2012-06-16T21:37:21","date_gmt":"2012-06-16T19:37:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/?p=3011"},"modified":"2012-06-16T21:37:21","modified_gmt":"2012-06-16T19:37:21","slug":"call-for-papers-11-workshop-des-netzwerks-terrorismusforschung-ntf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/2012\/06\/16\/call-for-papers-11-workshop-des-netzwerks-terrorismusforschung-ntf\/","title":{"rendered":"Call for Papers: 11. Workshop des Netzwerks Terrorismusforschung (NTF)"},"content":{"rendered":"<p>Ich leite auch diesmal gern weiter:<\/p>\n<p>&#8212; cut &#8212;<\/p>\n<p>Schwerpunktthema: \u201eBlack September\u201c in M\u00fcnchen 1972 \u2013 Ein Terrorakt und seine Konsequenzen und Implikationen f\u00fcr Forschung und Politik<\/p>\n<p>31. August \u2013 01. September 2012<br \/>\nTagungsort: Institut f\u00fcr Politikwissenschaft \u2013 Universit\u00e4t der Bundeswehr M\u00fcnchen<\/p>\n<p>Einsendeschluss (verl\u00e4ngert): 02. Juli 2012<\/p>\n<p>Am 5. September 2012 j\u00e4hrt sich der Angriff des Terroristenkommandos \u201eBlack September\u201c w\u00e4hrend der Olympischen Spiele von 1972 zum 40. Mal. Der Workshop nimmt diesen Jahrestag zum Anlass, um mit einem Schwerpunktthema auf das Ereignis zur\u00fcckzuschauen. Es besteht ausdr\u00fccklich die M\u00f6glichkeit, eigene Themenvorschl\u00e4ge einzubringen.<\/p>\n<p>Es h\u00e4tten die \u201eheiteren Spiele\u201c in M\u00fcnchen werden sollen. Stattdessen pr\u00e4gten die Geiselnahme und Ermordung von elf israelischen Sportlern durch Mitglieder der pal\u00e4stinensischen paramilit\u00e4rischen Organisation \u201eBlack September\u201c das Sportereignis. Damit r\u00fcckte nicht nur der Israel-Pal\u00e4stina-Konflikt unvermittelt ins \u00f6ffentliche Bewusstsein, sondern auch die internationale Vernetzung terroristischer Gruppen \u2013 etwa die zwischen der deutschen Rote Armee Fraktion und den gewaltt\u00e4tigen Gruppen der Befreiungsbewegung Pal\u00e4stinas (PLO und PLFP).<\/p>\n<p>Die Olympischen Spiele boten den international kooperierenden Terroristen eine \u00fcberraschend gut nutzbare B\u00fchne, um auf entfernte wie lokale Interessen aufmerksam zu machen. In der Folge stellten der \u201eethno-nationale\u201c und der \u201eideologisch\u201c motivierte Terrorismus, der an die Vorstellungen des \u201eGuerilla-Kampfes\u201c ankn\u00fcpfte, ein akutes politisches Problem dar, dem von Seiten des staatlichen Gewaltmonopols begegnet werden musste. Die Gr\u00fcndung der Eliteeinheit GSG9 (Grenzschutzgruppe 9) ist im Anschluss an \u201eM\u00fcnchen 1972\u201c eine der wichtigsten Konsequenzen f\u00fcr Deutschland, resultierend aus dem polizeilichen Versagen w\u00e4hrend der Geiselnahme. Auch auf europ\u00e4ischer Ebene entstanden zahlreiche Initiativen, in denen sich politische Vertreter und Praktiker \u00fcber Ma\u00dfnahmen zur Terrorismusbek\u00e4mpfung zu einigen suchten. International nahmen vor allem die Vereinten Nationen (VN) die Frage der Terrorismusbek\u00e4mpfung konsequent in Reaktion auf \u201eM\u00fcnchen 1972\u201c auf \u2013 mit dem Ergebnis, dass die VN seither in eine langwierige, bis heute unabgeschlossene Debatte um die Definition des Terrorismusbegriffs verstrickt sind.<\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich hatte das Attentat von 1972 zahlreiche Auswirkungen, die weit \u00fcber politische Antiterrorreaktionen hinaus und in viele gesellschaftliche Bereiche hineinreichten, wie bspw. die Ver-\/Bearbeitung von Terrorismus in Kunst, Literatur oder Film. Ziel des Workshops soll es daher sein, ausgehend von \u201eM\u00fcnchen 1972\u201c j\u00fcngste Forschungsergebnisse aus verschiedensten Disziplinen und mit unterschiedlichsten Perspektiven auf das Ph\u00e4nomen Terrorismus zu versammeln. So ergeben sich \u2013 f\u00fcr Praxis und Theorie gleicherma\u00dfen \u2013 verschiedene Fragestellungen, die sich mal enger, mal loser mit dem M\u00fcnchner Attentat besch\u00e4ftigen und f\u00fcr denkbare Workshop-Beitr\u00e4ge zentral sein k\u00f6nnten. <\/p>\n<p>M\u00f6gliche Themen und Fragestellungen:<\/p>\n<p>&#8211;\tWelche Tatsachenberichte und Augenzeugenaussagen geben heute noch Aufschluss \u00fcber den Ablauf der Ereignisse?<br \/>\n&#8211;\tWelche Rolle spielten die Medien (Radio, TV, Print) \u2013 lokale wie \u00fcberregionale \u2013 im Zuge der Geiselnahme? Wie wurde berichtet und welche Rhetoriken zwischen \u201eFreiheitsk\u00e4mpfer\u201c und \u201eTerrorist\u201c kamen dabei zum Einsatz?<br \/>\n&#8211;\tWelche rechtlichen und politischen Konsequenzen (Legislative, Exekutive, Judikative) zog die Bundesrepublik Deutschland aus diesem Fall? Welche Bedeutung hat \u201eM\u00fcnchen 1972\u201c f\u00fcr (deutsche) Sicherheitspolitik, Sicherheitsarchitektur und Terrorismusbek\u00e4mpfung?<br \/>\n&#8211;\tWie reagierten andere Staaten, Gruppen und Institutionen in Europa und im Nahen Osten auf den Terrorakt in M\u00fcnchen \u2013 und was waren die langfristigen Folgen?<br \/>\n&#8211;\tWelche Bedeutung kommt \u201eM\u00fcnchen 1972\u201c aus der Perspektive des \u201eDeutschen Herbstes\u201c 1977 oder der Terroranschl\u00e4ge seit dem 11. September 2001 zu?<br \/>\n&#8211;\tWie stand es um die internationale Zusammenarbeit zwischen terroristischen Gruppierungen wie der RAF und Organisationen im Nahen Osten? Welche Kenntnisse hatten die Beh\u00f6rden davon?<br \/>\n&#8211;\tWie wurden die Erfahrungen des Terrorismus von 1972 in k\u00fcnstlerischen, literarischen, filmischen oder popkulturellen Formen verarbeitet?<br \/>\n&#8211;\tWie geht die fr\u00fche Terrorismusforschung mit einem ihr noch kaum bekannten Sujet \u2013 dem internationalen Terrorismus \u2013 um?<\/p>\n<p>Beitr\u00e4ge aus allen Disziplinen sind willkommen. Die Ausrichtung auf die Olympischen Spiele von 1972 und den internationalen Terrorismus in deren Kontext dienen nur als Empfehlung, um in Bezug auf ein konkretes Ereignis die vielf\u00e4ltigen Erscheinungsweisen des Terrorismus zu diskutieren.<\/p>\n<p>Dieser R\u00fcckbezug ist allerdings nicht zwingend. Es sind f\u00fcr den Workshop wie gewohnt auch aktuelle Forschungsergebnisse zu anderen Themen integrierbar und erw\u00fcnscht (z.B. zum Rechts-Terrorismus der NSU oder zur Salafistenbewegung in Deutschland und den zum internationalen Terrorismus gezogenen Verbindungen etc.).<\/p>\n<p>Pr\u00e4sentationen sollten ca. 20-30 Minuten umfassen und im Anschluss Gelegenheit f\u00fcr ausf\u00fchrliche Diskussion (30 min.) bieten. Interessierte sind aufgerufen, einen Abstract ihres geplanten Vortrages oder ihrer Pr\u00e4sentationen im Umfang von maximal 500 W\u00f6rtern mit Anga-ben zu Autorin\/Autor und Institution zu formulieren. Der Abstract muss Angaben zum Thema sowie zur wissenschaftlichen Methodik oder dem theoretischen Ansatz enthalten und sollte Thesen und<br \/>\nErgebnisse zusammenfassen. Vortragssprachen sind Deutsch oder Englisch.<\/p>\n<p>Abstracts sind einzureichen an:<br \/>\nsbaden@hfg-karlsruhe.de<br \/>\nEinsendeschluss ist der 02. Juli 2012<\/p>\n<p>Eine Teilnahme ohne Vortrag ist ebenfalls m\u00f6glich. Aufgrund der begrenzten Platzzahl bitten wir daf\u00fcr ebenfalls um eine Anmeldung bis zum 02. Juli 2012.<\/p>\n<p>Generell gilt: Die \u00dcbernahme von Reise- und Unterkunftskosten ist seitens des NTF leider nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Das Tagungsprogramm (inkl. Wegbeschreibung, Unterkunftsliste etc.) wird ab Ende Juli an die Teilnehmer verschickt und auf der Internetseite des NTF unter <a href=\"http:\/\/www.netzwerk-terrorismusforschung.de\/\">http:\/\/www.netzwerk-terrorismusforschung.de\/<\/a> ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Organisation: Dr. Eva Herschinger, Sebastian Baden, Frank Sauer<\/p>\n<p>Kontakt:<\/p>\n<p>Sebastian Baden<br \/>\nSprecher NTF<br \/>\nStaatliche Hochschule<br \/>\nf\u00fcr Gestaltung Karlsruhe<br \/>\nFachbereich Kunstwissenschaft und Medientheorie<br \/>\nLorenzstra\u00dfe 15<br \/>\n76131 Karlsruhe<br \/>\nsbaden@hfg-karlsruhe.de<\/p>\n<p>Frank Sauer<br \/>\nUniversit\u00e4t der<br \/>\nBundeswehr M\u00fcnchen<br \/>\nInstitut f\u00fcr Politikwissenschaft<br \/>\nWerner-Heisenberg-Weg 39<br \/>\nD-85577 Neubiberg<br \/>\nfrank.sauer@unibw.de<\/p>\n<p>Dr. Eva Herschinger<br \/>\nUniversit\u00e4t der<br \/>\nBundeswehr M\u00fcnchen<br \/>\nInstitut f\u00fcr Politikwissenschaft<br \/>\nWerner-Heisenberg-Weg 39<br \/>\nD-85577 Neubiberg<br \/>\neva.herschinger@unibw.de<\/p>\n<p>Zum Netzwerk Terrorismusforschung<\/p>\n<p>Das Netzwerk Terrorismusforschung (NTF) ist eine interdisziplin\u00e4re Plattform, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, vor allem junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu vernetzen, die sich in ihrer Forschung mit Fragen und Problemen aus dem Themenbereich Terrorismus und Terrorismusbek\u00e4mpfung befassen. Das NTF soll Kontakte schaffen, den Ideen- und Informationsaustausch bef\u00f6rdern sowie \u2013 auch inter- und transdisziplin\u00e4re \u2013 Kooperationen und Projekte initiieren und unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Gegr\u00fcndet 2007, z\u00e4hlt das NTF mittlerweile nahezu 400 Mitglieder. Der Gro\u00dfteil entstammt dem wissenschaftlichen Bereich, viele sind jedoch auch in Wirtschaft und Politik, staatlichen Institutionen und den Medien t\u00e4tig. Dementsprechend stellt das NTF unter anderem eine etablierte und oft genutzte Anlaufstelle f\u00fcr Fragen und Informationen zur Terrorismusforschung und der angrenzenden Fach- und Themengebiete dar, die international auf vielf\u00e4ltiges Interesse trifft.<\/p>\n<p>Neben dem Internetauftritt samt Forscherprofilen bietet das NTF konkret Deutschlands umfangreichste Mailing-Liste im Bereich Terrorismusforschung. Seit 2007 finden bundesweit halbj\u00e4hrliche Workshops statt, auf denen aktuelle Forschungsvorhaben und -projekte fach\u00fcbergreifend pr\u00e4sentiert und diskutiert werden.<\/p>\n<p>Das NTF-Sprecher-Team (seit 2010)<br \/>\nSebastian Baden (Karlsruhe\/Bern), Justyna Nedza (K\u00f6ln\/London), Bernd Zywietz (Mainz)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich leite auch diesmal gern weiter: &#8212; cut &#8212; Schwerpunktthema: \u201eBlack September\u201c in M\u00fcnchen 1972 \u2013 Ein Terrorakt und seine Konsequenzen und Implikationen f\u00fcr Forschung und Politik 31. August \u2013 &hellip; <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,8],"tags":[],"class_list":["post-3011","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-udk"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3011","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3011"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3011\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3011"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3011"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3011"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}