{"id":2767,"date":"2012-03-29T18:23:48","date_gmt":"2012-03-29T16:23:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/?p=2767"},"modified":"2012-03-29T18:23:48","modified_gmt":"2012-03-29T16:23:48","slug":"ein-wochenende-mit-pierre-vogel-aber-ohne-gudrun-ensslin-und-beate-zschape","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/2012\/03\/29\/ein-wochenende-mit-pierre-vogel-aber-ohne-gudrun-ensslin-und-beate-zschape\/","title":{"rendered":"Ein Wochenende mit Pierre Vogel (aber ohne Gudrun Ensslin und Beate Zsch\u00e4pe)"},"content":{"rendered":"<p>In Mainz wohnte ich vor einigen Tagen erstmals einem Workshop des Netzwerks Terrorismusforschung (NTF) bei und pr\u00e4sentierte bei dieser Gelegenheit auch gleich einen Vortrag mit dem \u00fcbergeordneten Thema &#8220;Digitale Kultur und Terrorismus: Wie pr\u00e4gt der Terror die digitale Welt \u2013 und umgekehrt&#8221;, der direkt zur Mitarbeit einlud. Dank der umfangreichen Mitwirkung der Anwesenden kam hier ein sehr ergiebiges Brainstorming zustande, welches f\u00fcr sehr viele digitale Sicherheitsfragen spannende Grundlagen liefern k\u00f6nnte. Zudem sind diese Grundlagen eben nicht einem bestimmten Teilbereich (z.B. Rechts-\/Linksterrorismus, terroristischer Islamismus) zuzuordnen, sondern orientieren sich an der Grundidee, da\u00df die Digitalisierung neue &#8220;Spielregeln&#8221; mitbringt und somit viele neue Methoden erfordert, weil ein \u00dcbertrag von nichtdigitalen Methoden (hier: sozialer Art) in sehr vielen F\u00e4llen nicht ohne weiteres m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>Auch \u00fcber zehn Jahre nach 9\/11 drehte sich vieles in den Vortr\u00e4gen und Gespr\u00e4chen um Islamismus im Allgemeinen und Salafismus im Besonderen. Symbolisiert wurde dies durch die h\u00e4ufige Nennung von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pierre_Vogel\">Pierre Vogel<\/a>, welcher sicherlich gleicherma\u00dfen beh\u00f6rdliche wie wissenschaftliche Aufmerksamkeit genie\u00dft. Und da der Vortrag \u00fcber Gudrun Ensslin leider ausfiel und niemand etwas \u00fcber Beate Zsch\u00e4pe sagen wollte, blieb es ein Workshop mit deutlicher M\u00e4nnerdominanz. <\/p>\n<p>Es bleibt abzuwarten, ob sich die Themen aufgrund der rechtsterroristischen Aktivit\u00e4ten in Deutschland oder des Engagements von Bundesministerin Kristina Schr\u00f6der gegen Linksextremismus etwas verlagern werden. Da\u00df die Digitalisierung aber in allen Bereichen eine zunehmend gr\u00f6\u00dfere Rolle spielt, wurde auch ganz ohne die \u00fcblichen Videos von Vogel und Co. deutlich. Terrorismus und Extremismus im digitalen Raum sind mehr als nur Predigten, Bekennervideos oder Anschlagsdokumentationen. Es geht um soziale Strategien, zum Beispiel um das Herstellen eines Zusammengeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchls mittels digitaler Technik, was zur Analyse von Einzelt\u00e4terradikalisierungen beitragen k\u00f6nnte. Daf\u00fcr bedarf es aber vor allem brauchbarer Grundannahmen und sozio-technischer Grundlagenforschung, denn solange das Internet von vielen Beh\u00f6rdenvertretern immer noch als eine Art &#8220;interaktiver Fernseher&#8221; und nicht als medienhistorische Revolution angesehen wird, werden viel Zeit und Energie unn\u00f6tig verschwendet. Der Mainzer Workshop hat dank der engagierten Beitragsleistungen der Beteiligten gezeigt, da\u00df es auch anders (und damit besser) geht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Mainz wohnte ich vor einigen Tagen erstmals einem Workshop des Netzwerks Terrorismusforschung (NTF) bei und pr\u00e4sentierte bei dieser Gelegenheit auch gleich einen Vortrag mit dem \u00fcbergeordneten Thema &#8220;Digitale Kultur &hellip; <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,8],"tags":[],"class_list":["post-2767","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-udk"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2767","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2767"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2767\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2767"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2767"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2767"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}