{"id":2351,"date":"2011-10-27T17:19:51","date_gmt":"2011-10-27T15:19:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/?p=2351"},"modified":"2011-11-02T10:44:18","modified_gmt":"2011-11-02T09:44:18","slug":"bsis11-business-models-und-der-blick-auf-die-gesellschaftlichen-implikationen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/2011\/10\/27\/bsis11-business-models-und-der-blick-auf-die-gesellschaftlichen-implikationen\/","title":{"rendered":"#BSIS11 &#8211; Business Models und der Blick auf die gesellschaftlichen Implikationen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/secure.wikimedia.org\/wikipedia\/de\/wiki\/Helmut_Krcmar\">Helmut Krcmar<\/a> pr\u00e4sentierte den gestrigen <a href=\"http:\/\/berlinsymposium.org\/session\/business-models-0\">Business-Models-Workshop<\/a> nicht nur auf \u00e4u\u00dferst professionelle Art und Weise, sondern er war auch inhaltlich progressiv und stellte die sozialen Implikationen von Business Models <em>jenseits<\/em> der juristischen Fragen und Herausforderungen zur Diskussion. Dies geschieht meiner Erfahrung nach h\u00f6chst selten, denn in der Regel bleibt man diesbez\u00fcglich bei den \u00fcblichen Topics: Datenschutz\/Privacy (sprich: rechtswissenschaftliche Perspektive), vielleicht noch Usability (!), ggf. garniert mit politischen Fragestellungen oder Methodenfragen aus der empirischen Sozialforschung (&#8220;Umfragen&#8221;) &#8211; und greift damit viel zu kurz.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>Dabei wird bei zahlreichen Gelegenheiten immer wieder deutlich, da\u00df gesellschaftliche Implikationen digitaler Entwicklungen viel umfassender bzw. weitreichender sind und entsprechende ganzheitliche Ber\u00fccksichtigung verdienen: wenn wir mit <em>rechtlichen<\/em> Regelungen bedingt durch die Supranationalit\u00e4t von vernetzter Digitalisierung nicht (schnell genug) weiterkommen, jedoch in gesellschaftlich relevanten Feldern (z.B. bei sozialen Netzwerken) keine Handlungsl\u00fccke entstehen lassen wollen, brauchen wir andere Handlungsoptionen jenseits des Rechts. Dasselbe gilt f\u00fcr digitale Ph\u00e4nomene, die durch <em>technische<\/em> Regelungen gerade nicht geregelt werden k\u00f6nnen (Stichwort <a href=\"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/?p=1412\">&#8220;digitaler Radiergummi&#8221;<\/a>). Auch hier bleiben zahlreiche soziale Optionen jenseits unsinniger Placebo-Versprechen.<\/p>\n<p>Die erste Frage d\u00fcrfte deshalb stets sein: welche (sozialen) Optionen sind identifizierbar und mit welchen Methoden er\u00f6ffnen wir hier vielversprechende Handlungsspielr\u00e4ume f\u00fcr die Betroffenen? Bezogen auf den Business-Models-Workshop bedeutet dies: eine umfassende Analyse potentieller gesellschaftlicher Implikationen geh\u00f6rt von Beginn an dazu, schon allein aus Akzeptanz-, Effizienz- und Kostengr\u00fcnden &#8211; damit man nicht nachher reparieren mu\u00df, was man vorher vers\u00e4umt hat. Die Sozialwissenschaften bieten hier inzwischen einen reichhaltigen Wissensfundus, von dem entsprechend profitiert werden kann. Selbstverst\u00e4ndlich sind viele Implikationen im Vorfeld nicht absehbar, aber das ist ja nicht nur ein soziologisches bzw. psychologisches, sondern ein grunds\u00e4tzliches (und damit auch ein juristisches und technisches) Ph\u00e4nomen und spricht keineswegs gegen die grunds\u00e4tzlichen \u00dcberlegungen. Denn was bereits getan werden kann, sollte auch getan werden. <\/p>\n<p>Da\u00df dies in der Regel nur f\u00fcr entsprechend gro\u00dfe Projekte gilt und bei kleinen (Startup-)Ideen kaum Anwendung finden kann (vor allem aus Kosten- und Konzeptgr\u00fcnden), liegt in der Natur der Dinge. Es ist allerdings \u00e4u\u00dferst l\u00f6blich, da\u00df z.B. umfangreiche BMBF-Verbundprojekte stets eine sozialwissenschaftliche Begleitforschung beinhalten (m\u00fcssen), die inhaltlich auch viel Spielraum hat. &#8220;Sociality by design&#8221; ist also m\u00f6glich &#8211; man mu\u00df es (auf beiden Seiten) nur wollen. Denn so wie Datenschutz und Business f\u00fcr <a href=\"https:\/\/secure.wikimedia.org\/wikipedia\/de\/wiki\/Ann_Cavoukian\">Ann Cavoukian<\/a> <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/web\/0,1518,792802,00.html\">kein Gegensatz<\/a> sein m\u00fcssen, so m\u00fcssen meiner Meinung nach auch Soziales und Business kein Gegensatz sein.<\/p>\n<p>Professoren wie Helmut Krcmar beweisen, da\u00df transdisziplin\u00e4re Open-Mindedness nicht an den Grenzen des Computerchips oder am Buchdeckel des Gesetzbuches enden mu\u00df.  Ich freue mich deshalb sehr auf weitere Workshops und Sitzungen zu diesem Thema im neuen Humboldt-Institut f\u00fcr Internet und Gesellschaft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Helmut Krcmar pr\u00e4sentierte den gestrigen Business-Models-Workshop nicht nur auf \u00e4u\u00dferst professionelle Art und Weise, sondern er war auch inhaltlich progressiv und stellte die sozialen Implikationen von Business Models jenseits der &hellip; <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,8],"tags":[],"class_list":["post-2351","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-udk"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2351","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2351"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2351\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2351"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2351"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2351"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}