{"id":1898,"date":"2011-06-26T19:20:58","date_gmt":"2011-06-26T17:20:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/?p=1898"},"modified":"2011-06-26T19:20:58","modified_gmt":"2011-06-26T17:20:58","slug":"digiges-weder-herz-noch-hirn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/2011\/06\/26\/digiges-weder-herz-noch-hirn\/","title":{"rendered":"DigiGes: weder Herz noch Hirn"},"content":{"rendered":"<p>Das Thema &#8220;Digitale Gesellschaft&#8221; sorgte in den vergangenen Tagen f\u00fcr einigen Wirbel, gemessen an der Relevanz dieser jungen Gruppierung, denn inhaltlich bewegt haben sie bisher noch nichts. Daf\u00fcr sind sie jedoch schon gut im Gespr\u00e4ch, was zumindest zeigt, da\u00df Klappern f\u00fcr die Beteiligten zum t\u00e4glichen Handwerk geh\u00f6rt. Neben <a href=\"http:\/\/www.3sat.de\/mediathek\/?mode=play&#038;obj=25847\">3sat<\/a> entschied sich auch <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/community\/blogs\/internetsoziologe\/eher-splittergruppe-der-schwierige-start-der-digitalen-gesellschaft\">der Freitag<\/a> f\u00fcr eine Ver\u00f6ffentlichung meiner Eindr\u00fccke, die ich bisher gewonnen habe. Zus\u00e4tzlich hatte ich die Gelegenheit, in pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4chen mit Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen \u00fcber die DigiGes und diese Eindr\u00fccke zu sprechen &#8211; und teilweise \u00fcberraschend deutliche und vielf\u00e4ltige Kritik am Verein zu h\u00f6ren, die den Machern der DigiGes meines Erachtens doch zu denken geben sollte. Die Meinung, die viele Userinnen und User von der DigiGes haben, ist oft nicht die beste &#8211; vorsichtig ausgedr\u00fcckt. <\/p>\n<p>Und dabei ging es in den wenigsten F\u00e4llen um die in der digitalen Szene nicht seltenen privaten Fehden und absurden Streitigkeiten, sondern weit \u00fcberwiegend um Sachfragen. Doch selbst die privaten, auch mal hochemotionalen und irrationalen Komponenten haben hier durchaus ihre Berechtigung und ihren Wert: ein solches Projekt kann man nur sehr schwer gegen das Hirn, aber erst recht nicht gegen Hirn <em>und Herz<\/em> der Menschen durchsetzen, die man eigentlich ansprechen oder sogar vertreten will. Was den Menschen, mit denen ich gesprochen habe, besonders h\u00e4ufig mi\u00dffiel, war die Tatsache, da\u00df hier wieder nur die \u00fcblichen Nerds am Start sind &#8211; ein breites B\u00fcndnis f\u00fcr Userinteressen im digitalen Raum sieht f\u00fcr viele wohl einfach ganz anders aus.<\/p>\n<p>So wichtig und richtig viele der Ideen der DigiGes-Macher auch sein m\u00f6gen: Ich komme aufgrund der zahlreichen Gespr\u00e4che, Analysen und Informationen, die in den letzten Tagen die Runde machten, zu dem Ergebnis, da\u00df die DigiGes unterm Strich in der aktuellen Form und mit der aktuellen Vorgehensweise nicht wirklich erfolgreich sein kann. Oder anders gesagt: ich sehe f\u00fcr einen solchen Verein mit diesen Akteuren schlicht keine Notwendigkeit.<\/p>\n<p>Vielleicht sind die Akteure mit dieser Vereinsgr\u00fcndung sogar schon einen Schritt zu weit gegangen und es wurde erstmals von vielen digital aktiven Menschen jenseits der klassischen Nerdszene erkannt, da\u00df gerade diese gesellschaftliche Gruppe alles andere als kompetent ist, was den Kampf f\u00fcr Userinteressen angeht. Sascha Lobo, Boulevardblogger und Bruder im Geiste der DigiGes-Nerds, hat diese Erkenntnis in seinem selbstkritischen Text <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/web\/0,1518,769717,00.html\">&#8220;Wer nicht meiner Meinung ist, muss dumm sein&#8221;<\/a> durchblicken lassen. Sollte dies nun ein breites Publikum entsprechend goutieren, so h\u00e4tte das Projekt doch einen ersten Erfolg erzielt. Vielleicht nicht gerade intendiert, aber immerhin w\u00e4re es ein Erfolg. <\/p>\n<p>F\u00fcr die Sache. Nicht f\u00fcr den Verein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Thema &#8220;Digitale Gesellschaft&#8221; sorgte in den vergangenen Tagen f\u00fcr einigen Wirbel, gemessen an der Relevanz dieser jungen Gruppierung, denn inhaltlich bewegt haben sie bisher noch nichts. 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