{"id":1359,"date":"2011-01-10T14:58:40","date_gmt":"2011-01-10T13:58:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/?p=1359"},"modified":"2011-01-10T14:58:40","modified_gmt":"2011-01-10T13:58:40","slug":"das-ganze-leben-lang-digital-und-daruber-hinaus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/2011\/01\/10\/das-ganze-leben-lang-digital-und-daruber-hinaus\/","title":{"rendered":"Das ganze Leben lang digital &#8211; und dar\u00fcber hinaus &#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Im vergangenen Jahr habe ich <a href=\"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/?page_id=4#toc-interviews-gesprache-nennungen-auswahl\">einige Interviews<\/a> zum Thema <em>Onlinepr\u00e4senzen f\u00fcr Neugeborene<\/em> gegeben, doch nicht nur der Beginn eines neuen Lebens, auch das Ende eines digital aktiven Lebens stellt die Gesellschaft (und hier erneut die Angeh\u00f6rigen) vor neue Herausforderungen:<\/p>\n<p>&#8220;For most survivors, coping with the physical possessions and conventional assets of the departed can be overwhelming enough, but at least there are parameters and precedents. Even if a houseful of objects is liquidated through an estate sale or simply junked, <strong>mechanisms exist to ensure some sort of definitive outcome, even in the absence of a will.<\/strong> (&#8230;) <strong>Bit-based personal effects are different.<\/strong> Survivors may not be aware of the deceased\u2019s full digital hoard, or they may not have the passwords to access the caches they do know about.&#8221;<\/p>\n<p>(Quelle: &#8220;<a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/2011\/01\/09\/magazine\/09Immortality-t.html\">Cyberspace When You\u2019re Dead<\/a>&#8220;, The New York Times)<\/p>\n<p>Im Artikel zeigt sich meines Erachtens sehr gut, da\u00df es hierbei vorrangig nicht um rechtliche Fragen geht (mit einer Sterbeurkunde erh\u00e4lt man durchaus die Passw\u00f6rter zu den Accounts verstorbener Angeh\u00f6riger und kann so Daten sichern), sondern vor allem um soziale Fragen. Es fehlen nicht nur die passenden Methoden, das digitale Andenken eines Verstorbenen zu bewahren, sondern auch ad\u00e4quate M\u00f6glichkeiten der Bewertung und der Kontextualisierung, wie am Beispiel des verstorbenen Bloggers und seiner Eltern im Times-Text deutlich wird: Diese entdecken nach seinem Tod dank seiner Freunde, welche u.a. seine Blogeintr\u00e4ge retten konnten, eine v\u00f6llig neue Welt, die ihren Sohn aus einer ganz anderen Perspektive zeigt und ihr Bild von ihm gewinnbringend erg\u00e4nzt. Sie h\u00e4tten es wohl sehr bedauert, wenn ihnen diese Perspektive aufgrund eines Datenverlustes verwehrt geblieben w\u00e4re. Gro\u00dfe Teile der Lebenszeit ihres Sohnes w\u00e4ren ihnen unbekannt geblieben &#8211; Teile, die paradoxerweise aber \u00f6ffentlich waren und gar nicht verborgen bleiben sollten.<\/p>\n<p>Dazu kommt die Frage der Selbstkontrolle: Wer in der analogen Welt aktiv an seiner Identit\u00e4t arbeitet und sich Gedanken \u00fcber die Wahrnehmung seines Lebens nach seinem Tod macht, der wird kaum wollen, da\u00df sein digitales Erbe unber\u00fccksichtigt bleibt oder falsch verstanden wird. Denn es ist Teil der Identit\u00e4t, des Selbst &#8211; und damit Teil des Menschen und seines Erbes. Immer mehr Menschen werden sich daher um ihr digitales Erbe k\u00fcmmern &#8211; und im Idealfall den Hinterbliebenen auch etwas in die Hand geben k\u00f6nnen, was ihnen die Einordnung der Hinterlassenschaften in ihr bisheriges Bild des Verstorbenen erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>Wer mehr zu diesem Thema wissen m\u00f6chte, wird auf den zwei Konferenzen in 2011 f\u00fcndig, die die Digital Death Community vorbereitet &#8211; eine davon wird in Europa stattfinden, im Anschlu\u00df an die &#8220;<a href=\"http:\/\/www.deathcare.com\/2010\/tenth-death-dying-and-disposal-conference.html\">Dying, Death and Disposal Conference<\/a>&#8221; in den Niederlanden im September. Die andere wird voraussichtlich nach der <a href=\"http:\/\/sxsw.com\/\">SXSW-Konferenz<\/a> in Austin, Texas stattfinden. Mehr dazu bei passender Gelegenheit hier.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im vergangenen Jahr habe ich einige Interviews zum Thema Onlinepr\u00e4senzen f\u00fcr Neugeborene gegeben, doch nicht nur der Beginn eines neuen Lebens, auch das Ende eines digital aktiven Lebens stellt die &hellip; <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1359","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1359","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1359"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1359\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1359"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1359"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.internetsoziologie.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1359"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}