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Wissenschaft als Glücksspiel: Nicht zu empfehlen

Ein Beitrag vom 30. August 2017

„Doch (…) gab es neben dem Skeptiker auch immer den „Denkführer“, der anfängt, ein neues Theoriegerüst zu errichten, ohne damit praktische Lösungen zu finden oder gar Geld machen zu wollen.“

Ja.

„In Zeiten permanenter, gnadenloser Evaluierung von Hochschulen und des Imperativs, im Team zu forschen, kommt vielleicht derjenige zu kurz, der eigentlich nur Einsamkeit und Freiheit braucht.“

Exakt.

„Man darf fragen – ohne sich damit gleich dem Vorwurf des Neoliberalismus auszusetzen – ob die Bürokratisierung der europäischen Hochschulen nicht auch eine gewisse Verzerrung zumindest auf dem universitären Marktplatz der Ideen darstellt.“

Definitiv.

Aber in Zeiten allgemeiner Expertenskepsis wird sich das wohl (zumindest kurzfristig) nicht ändern. Die Rahmenbedingungen machen Forschung jenseits absehbarer und sehr (!) konkreter Verwertung extrem unattraktiv. Und das eben nicht nur wegen des Geldes, sondern auch hinsichtlich Wertschätzung und allgemeinen beruflichen wie persönlichen Perspektiven. Wissenschaft gleicht (beispielsweise in Deutschland) ohnehin schon in sehr vielen, wenn nicht gar den meisten Fällen einem Alles-oder-nichts-Spiel – warum dann auch noch Luhmannsche Ziele anstreben? Empfehlen kann man es jedenfalls niemandem.

Geht der Gesellschaft dadurch etwas verloren? Definitiv.

(Quelle: SZ)


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