Jun

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Nach 2011 und 2014 wurde nun zum dritten Mal meine Wirtschaftsinformatik-Veranstaltung (Business Intelligence) evaluiert und die Ergebnisse sind weit überwiegend sehr gut. Hier einige Highlights:

Der Dozent hat die fachliche Kompetenz für dieses Modul: 5,9 (Gruppe 1) bzw. 5,5 (Gruppe 2) von maximal 6 Punkten

Der Lehrinhalt war aktuell: 5,5 und 5,4

Der Dozent griff inhaltliche Anregungen und Fragen der Teilnehmenden auf: 5,4 und 5,5

Der Dozent vertrat das Fach mit Engagement: 5,8 und 5,6

Das Verhältnis des Lehrenden zu den Lernenden basierte auf Respekt: 5,7 und 5,1

In solchen Kernbereichen so nah an den Bestwerten (und nicht nur Bestnoten) zu sein, das ist schon sehr, sehr erfreulich. Vor allem, wenn man dann noch die absoluten TeilnehmerInnenzahlen betrachtet und feststellt, daß auch in den Bereichen, in denen noch Potential besteht (Werte zwischen 3 und 4 – alles über 5 ist sicherlich schon wunderbar und bedarf keiner wirklichen Kursänderung), nur eine erkennbare Minderheit unzufrieden war (auf den ersten Blick tatsächlich nur eine Handvoll Studierende – abgestimmt haben insgesamt ungefähr die Hälfte der Personen, die teilgenommen haben (= ~ 50)).

Wo gab es nun noch Luft nach oben? Vor allem in diesen Bereichen (zumindest laut der erwähnten kleinen Personengruppe – eine deutlich größere Gruppe sah hier stets Noten zwischen 4,8 und 5,x vor):

– Anforderungen und Kriterien bei der Prüfungsbewertung
– Motivation zur aktiven Beteiligung
– Zufriedenheit mit dem eigenen Lernerfolg

Da es in diesen Bereichen eine deutliche Kluft zwischen zufriedenen (2/3) und unzufriedeneren (1/3) Studierenden gibt, scheint hier vor allem die Gruppendynamik entscheidend gewesen zu sein. Denn wenn zwei Veranstaltungen absolut identisch sind, kann ja nur die Wahrnehmung der „abweichenden“ Studierenden das Ausschlaggebende gewesen sein.

Das zeigt aber auch sehr gut die Grenzen solcher Umfragen: aus meiner Sicht sind in diesem Falle nur die Ergebnisse wirklich aussagekräftig, die weit überwiegend und (idealerweise) über all die Jahre hinweg immer gleich – oder zumindest sehr ähnlich – ausgefallen sind. In meinem Falle betrifft das folgende Fragen:

– Fachliche Kompetenz (2011 bis 2016: zwischen 5,5 und 5,9)
– Aktueller Lehrinhalt (5,4 bis 5,5)
– Aufgreifen von Fragen (5,2 bis 5,5)
– Respekt gegenüber den Studierenden (5,1 bis 5,7)
– Fach wird mit Engagement vertreten (5,3 bis 5,8)

Hier darf man wohl mit Fug und Recht behaupten, einiges richtig zu machen ;) Klar: ich würde auch gern in allen anderen Bereichen Bestnoten sehen. Wer würde das nicht? Aber dafür muß man dann erstens auch alle überzeugen und zweitens immer direkt daran denken, daß es nahezu unmöglich ist, alle Teilnehmenden voll und ganz für das Thema und sich selbst zu gewinnen. Nicht umsonst sind Hochschulevaluationen im Allgemeinen schon dann ein Erfolg, wenn insgesamt eine gute bis sehr gute Gesamttendenz (!) in den Bewertungen erkennbar ist. Immer und überall nur das Beste liefern, das ist schon aufgrund der Rahmenbedingungen nahezu unmöglich. Fünf Jahre in Folge in besonders relevanten Bereichen durchgehend mit der Bestnote bewertet zu werden – das jedoch ist machbar und nicht nur Bestätigung der bisherigen Arbeit (und damit auch allgemein ein schöner Erfolg der internetsoziologischen Vorgehensweise – um das Methodische hier nicht zu kurz kommen zu lassen), sondern zugleich ein großer Ansporn für die kommenden Jahre!


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