Okt

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Extremismus macht sich nicht an nur einer Religion fest. Er wird gegenwärtig (medial) oft dem Islam zugerechnet, aber das ist nicht richtig: auch andere (oder präziser: mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit alle) Religionen, Glaubensrichtungen und Ideologien haben ihre Extremisten. Dies mußte offenbar auch die Komikerin Carolin Kebekus erfahren, die von katholischen Fundamentalisten bedroht worden ist. Der Grund ist dieses Video:

Das Video wird an dieser Stelle nicht nur erwähnt, um den Sachverhalt zu erläutern, sondern ausdrücklich auch, um ein Zeichen der Solidarität – gegen Gewalt und Bedrohung – zu setzen. Die Kunstfreiheit ist eine ebenso große Errungenschaft der Zivilisation wie die Meinungsfreiheit und beides müssen erwachsene Menschen aushalten können. Auch Gläubige – vor allem, wenn das Video sogar durch die Staatsanwaltschaft geprüft und für rechtlich akzeptabel gehalten worden ist. Satire/Komik/“Provokation“ findet dann im Rahmen der gesellschaftlich ausgehandelten Regeln statt, welche ausdrücklich nicht nur ein Ergebnis einer „starken Mehrheit“, sondern ganzheitlich angelegt worden sind. (Auch ohne diese rechtliche Überprüfung würde ich hier im Übrigen für Kunst- bzw. Meinungsfreiheit plädieren, aber die Arbeit der Staatsanwaltschaft Köln vereinfacht das Ganze natürlich noch mal sehr deutlich.)

Wer hier nun die Komikerin bedroht, outet sich nicht nur als demokratie-, sondern auch als fortschrittsfeindlich. Das dürfte bei diesen christlichen Fundamentalisten nun wohl weder eine Überraschung noch eine Beleidigung sein, aber ihre Drohungen dürfen nicht ohne Widerspruch stehen bleiben. Wer so ein Video nicht mag, kann das sagen – oder auch ein „Gegen-Video“ drehen. Möglichkeiten einer fairen Auseinandersetzung gibt es hier viele. Der Künstlerin Gewalt anzudrohen geht jedoch auf keinen Fall. Und wenn noch so oft an Jesus geleckt wird. Carolin Kebekus hat in so einem Falle die Solidarität derer verdient, die sich nicht von Extremisten (egal, ob politisch oder religiös motiviert) beherrschen lassen wollen.


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