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Facedeals: Werbung durch Gesichtserkennung

Ein Beitrag vom 18. August 2012

Überraschend ist es nicht: über ähnliche Szenarien philosophieren einige KollegInnen und ich schon seit geraumer Zeit auf Konferenzen und Tagungen. Nun gibt es einen ersten Versuch, mithilfe biometrischer Merkmale Shopping zu … sagen wir: verändern. Das Ganze nennt sich Facedeals und funktioniert so:

„Wer eine Kneipe oder einen Laden betritt wird dabei gefilmt, per Gesichtserkennungssoftware erkannt und mit persönlichen Angeboten aufs Handy beliefert – alles mittels Facebook. Nur freischalten muss der Nutzer sich für die Anwendung.“

(Quelle: news.de)

Eine Diskussion findet dazu allerdings nicht wirklich statt. Bereits die nicht gerade zahlreichen Suchergebnisse zu diesem Thema sprechen Bände.

Dabei wäre eine Diskussion notwendiger denn je. Denn die Erkennung mithilfe biometrischer Merkmale steht noch ganz am Anfang und das Gesicht ist hierbei nur eines von zahlreichen Merkmalen. Dazu kommt, daß diese selbstverständlich entsprechend miteinander verknüpft werden können, die Software lern- und die Hardware ausbaufähig sein werden usw. Bargeldloses Zahlen – nicht mehr mit dem „guten Namen“, sondern mit dem „hübschen Gesicht“ – wird ein Thema sein, die Identifikation in Menschenmassen, die Beobachtung durch Drohnen (und ihre Abwehr, welche in Polizeikreisen durchaus diskutiert wird) etc. pp. Doch bisher ist es höchstens ein rechtliches Thema: was ist derzeit erlaubt und was nicht? Daß jedoch die Gesetze in nicht wenigen Fällen – siehe Urheberrecht – dringend einer Überarbeitung bedürfen, das sollte inzwischen auch dem größten Ignoranten aufgefallen sein. Mit nichtdigitalen Lösungsschemata kann man digitalen Herausforderungen oft genug nicht erfolgreich begegnen.

(Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang auch folgendes PDF: Privacy and Drones: Unmanned Aerial Vehicles von privacybydesign.ca)


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