Jul

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Die Löwenkinder des IS: eine besondere Analyse über eine besondere sicherheitspolitische Herausforderung

Juli 19, 2017 | Kommentare deaktiviert für Die Löwenkinder des IS: eine besondere Analyse über eine besondere sicherheitspolitische Herausforderung

Nicht selten gelangen Anfragen „von außen“ auf meinen Schreibtisch, beispielsweise wenn es um die Betreuung einer Abschlußarbeit geht. Sofern es inhaltlich und organisatorisch möglich ist, d.h. das Thema paßt und ich als externer Betreuer zugelassen werden kann, betreue ich diese Arbeiten gern. Der Idealfall ist dann natürlich, daß die Arbeiten inhaltlich gut sind, denn dann kann man von einer Win-Win-Situation sprechen: die Absolventin/der Absolvent bekommt ihren/seinen Wunschgutachter und ich bekomme eine gute Arbeit zu lesen.

Ein solcher Fall war jüngst die Bachelor-Arbeit von Charlotte Nieße (Uni Osnabrück), in der sie sich mit den „Löwenkindern“ des IS auseinandersetzte. Dieses Thema erschien mir so relevant, daß ich nach Absprache mit Charlotte dazu einen Artikel für den FOCUS schrieb, in dem einige mir besonders relevant erscheinende Aspekte ausführlich dargestellt werden, um eine größere Aufmerksamkeit für dieses Thema, sprich: ihre Analyse-Idee zu erreichen. Wer nun Fragen dazu hat, sollte sich deshalb direkt an Charlotte wenden: charlotte.niesse @ ntfev.org

Apropos Idealfall: Charlottes Leistungen waren nicht nur für mich glasklar erkennbar. In Kürze beginnt sie ein Masterstudium in Cambridge. An guten Ideen wird es ihr nicht mangeln, soviel steht fest.

Jul

17

Gedanken zu G20 bei Maischberger: Viele Emotionen, wenige Fakten

Juli 17, 2017 | Kommentare deaktiviert für Gedanken zu G20 bei Maischberger: Viele Emotionen, wenige Fakten

Die letzte Runde bei Sandra Maischberger verlief recht hitzig: CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach verließ das Studio, weil ihm Jutta Ditfuhrth übergriffig erschien. Das sorgte für einigen Medienwirbel, soll jedoch an dieser Stelle nicht weiter beleuchtet werden. Vielmehr geht es um die Inhalte, weshalb hier einige Gedanken zu dieser Sendung, ihren Gästen und deren Aussagen aus Sicht eines Sicherheitsforschers dargestellt werden sollen:

– Jutta Ditfurth irrt, wenn sie Gegengewalt (gegen Polizeiaktionen – sie nannte es „Zorn“) auch nur im Ansatz toleriert oder gar gutheißt. Es gibt kein Recht auf Gegengewalt gegen legitimes polizeiliches Handeln. Selbst wenn die Polizei rechtswidrig provozieren sollte, legitimiert das niemanden zu Gegengewalt. Der FDP-Politiker Wolfgang Kubicki sagte dazu völlig korrekt: „Angeblich habe die Polizei provoziert, sodass die andere Seite fast in Notwehr Gewalt ausüben musste. Ich finde es respektlos gegenüber unserem Rechtsstaat, so zu argumentieren.“ Jedem steht gegenüber jeder polizeilichen Handlung der Rechtsweg frei, sprich: Strafantrag, Klage, anwaltliche Unterstützung usw. Aber zu sagen, die Polizei hat durch ihr Auftreten und ihr Handeln die anderen quasi zur Gegengewalt getrieben, ist sowohl rechtlich als auch moralisch völliger Unsinn. Die Zeiten von „Auge um Auge“ sind zum Glück längst vorbei. Die wenigen Ausnahmen, die Notwehr bzw. Nothilfe rechtfertigen, waren erkennbar nicht gemeint, weshalb sie hier auch nicht weiter erörtert werden sollen.

– Ja, linksradikale Camps sind oft – wahrscheinlich sogar: immer – auch Rückzugsorte für die Vorbereitung von Straftaten. Das Milieu ist behördlich mehr als ausreichend bekannt. Deshalb ist es aus polizeilicher wie auch aus Sicherheitsforschungssicht nur logisch, diese Camps so weit wie nur möglich zu unterbinden. Es gibt ausreichend Erfahrung aus der jüngeren bis mittleren Vergangenheit, um hier polizeilich tätig zu werden. Es gibt zudem auch keinen Rechtsanspruch für DemonstrantInnen, einen Schlafplatz auf öffentlichem Grund zu bekommen. Das Demonstrationsrecht beinhaltet kein Beherbergungsrecht.

– Daß Bosbach und Ditfurth immer wieder aneinandergerieten, ist nicht überraschend: die larmoyante Selbstgerechtigkeit von Frau Ditfurth hatte wenig bis gar nichts mit einer vernunftorientierten Diskussion zu tun. Wertend? Subjektiv? Möglich – aber irrelevant. Denn selbst wenn man nun meint, daß dies lediglich eine Stilfrage ist, so ist der Aspekt der Debattenkultur insgesamt keineswegs unbedeutend: gerade die selbstgerechte Art vieler „Linker“ verhindert eine vernunftorientierte Fehlerkultur, in der auch mal zugegeben werden kann, daß man etwas falsch gemacht hat. Wer immer und ausnahmslos von sich behauptet, alles richtig zu machen, wer meint, die moralische Überlegenheit quasi gepachtet zu haben, der kann gar nicht anders als irgendwann völlig unglaubwürdig zu erscheinen. „Links“ ist eben nicht pauschal moralisch überlegen, „besser“ oder perfekt. Extremisten sind Extremisten, da hatten in der Talkshow sowohl Frau Barley als auch der Vertreter der Hamburger Polizei recht.

– Selbstverständlich gibt es linke Krawalltouristen aus dem Ausland. Für viele dieser Personen ist Gewalt gegen die Polizei völlig anders definiert als hierzulande. Die deutschen Polizisten sahen auch deshalb „schlecht“ aus (im Sinne von: im Nachteil gegenüber vielen Gewalttätern), weil die Straftaten begehenden Akteure aus bspw. Frankreich, Italien oder Spanien ganz andere Militanz und damit auch polizeiliche Gegenwehr gewohnt sind. So wird in vielen europäischen Ländern definitiv früher geschossen, beispielsweise in der Schweiz: „Anders als ihre deutschen Kollegen dürfen die Schweizer Polizisten bei ihren Einsätzen auch Gummischrot als Distanzmittel einsetzen. Dieser ist (…) abschreckender und wesentlich flexibler einsetzbar als Wasserwerfer und Reizgas.“ (NZZ) Was die Krawallmacher aus dem Ausland angeht, dürfte oftmals gelten: viel mehr (Militanz-)Freiraum wird auch viel stärker genutzt. Plünderungen, Betonplatten, die geworfen werden, Molotowcocktails … Grenzen werden hier sicher weiter gezogen als auf Seiten deutscher Randalierer. Schluß war in Hamburg bekanntlich erst, als das SEK auftrat.

– Jutta Ditfurth irrte auch beim Aspekt legitimer Gewalt zur gesellschaftlichen Veränderung: auch diese gibt es in diesem Kontext nicht. Wenn sie als Beispiel die Anti-Atom-Bewegung aufführt, liegt sie falsch. Dieser Weg ist keineswegs der einzige, definitiv nicht der beste und wahrscheinlich noch nicht einmal ein entscheidender Weg in Richtung eines gesellschaftlichen Umdenkens. Um weitreichenden gesellschaftlichen Unmut zu artikulieren und PolitikerInnen unter Druck zu setzen, reicht eine friedliche Demo völlig aus, beispielsweise Anfang der 2000er Jahre in Berlin gegen den Irakkrieg. Bei dieser Demo protestierten über 500.000 Menschen und sie setzte zusammen mit zahlreichen anderen Demos auf der ganzen Welt ein klares Signal gegen den Irakkrieg. Deutschland war sich einig: hieran beteiligt man sich nicht. Und dies wurde auch so durchgehalten, siehe Gerhard Schröders „Nein“ zum Irakkrieg. Ob die Demo dafür entscheidend war oder nicht: es war ein so klares, eindeutiges und starkes Signal, daß die deutsche Politik sich schwergetan hätte, hier anders zu entscheiden. Die Haltung der Bevölkerung war eindeutig, und die Demo bekräftigte dies. Diese Bekräftigung muß immer aus der Mitte der Bevölkerung kommen, nicht von den radikalen Rändern, denn nur so ist sie legitim. Die o.a. Demo war im Übrigen für mich das Signal: massiver gewaltfreier Protest funktioniert. Wer meint, nur eine gewaltsame Demo kann etwas verändern, übersieht Demos wie diese (und die Wirkungen, die von ihnen ausgehen). Diese Demo war zumindest als Zeichen klar und deutlich – sie erregte sicherlich genau so viel Aufmerksamkeit wie eine kleinere, aber krawalligere Demo.

– Das Gerede vom Polizeistaat ist natürlich blanker Unsinn und soll deshalb an dieser Stelle nicht weiter kommentiert werden, bis auf diesen einen Tipp: wer dieses Wort in den Mund nimmt, sollte sich mal tatsächliche Polizeistaaten anschauen und dann vergleichen.

– Schlecht für alle, die linke Gewalt schönreden: es gibt diesmal außergewöhnlich viele Video- und Foto- sowie Zeugenbeweise hinsichtlich extremistischer Straftaten. Selbstverständlich dürfte es auch sehr viele Beweise in Sachen ungerechtfertigter Polizeigewalt geben, doch diese dokumentieren kein systematisches Versagen, sondern einzelne Beamtinnen und Beamte, die Grenzen überschreiten. Systematisches Versagen war weder zu beobachten noch mehrheitlich in den Medien – im Rahmen unserer sehr weitreichenden Analyse in unserer Abteilung – zu vernehmen. Zudem gilt der Tweet von Christoph Kappes: „“Polizeigewalt“ ist übrigens ein Kampfbegriff, weil Gewalt das typische Polizeihandeln ist (UZwG). Entscheidend vielmehr Rechtmässigkeit.“

– Potential für den Unsinnssatz der Woche hat freilich „Links und Gewalt schließen sich aus“. Das ist sowohl historisch als auch gegenwartsbezogen völliger Unfug.

– Im Übrigen gilt für Demos wie „Welcome to hell“: Wenn nachher Gewalt auftritt, hatte die Polizei vorher ja Recht mit ihrer Vermutung. Szenekenntnis gehört zur Arbeit der Beamten hinzu – und wird beispielsweise im Bereich des Fussballs auch nicht bestritten. Warum sollte es hier dann anders sein?

– Die Aufklärung von Bosbach in Sachen Abgrenzung (friedlicher von unfriedlichen Demoteilnehmern) war im Übrigen sehr hilfreich. Rechtliche Aufklärung ist hier besonders wichtig, sie klärt viele Mythen.

– Jan van Aken widersprach sich selbst: wenn er schon Wert auf das „Dabeisein“ legt, negiert er nicht nur den wissenschaftlich anerkannten, hilfreichen und seit ewigen Zeiten genutzten unbelasteten Blick von außen. Er sollte dann vor allem auch keinen inhaltlichen Unsinn reden. So ging es Katarina Barley beispielsweise nicht um Gleichsetzung, wenn sie die verschiedenen Extremismen als bekämpfenswert erwähnt, sondern um gleiche Ablehnung aller Extremismen. Das ist weder verwerflich noch falsch, sondern schlicht völlig richtig. Wer betont, daß er „besseres“ Wissen hat, muß dann auch richtig liegen – oder diplomatischer argumentieren.

Daß Wolfgang Bosbach und Jutta Ditfurth in diesem Leben wohl keine Freunde mehr werden: nun denn … Insgesamt hätte der Runde aber sehr gut getan, deutlich weniger Emotionen und deutlich mehr Fakten zu präsentieren. Das wäre für alle Seiten gewinnbringender gewesen. Doch daß „links“ immer noch einen Bonus bei bestimmten Parteien – und wohl auch in weiten Teilen der Bevölkerung – haben dürfte, das sehe ich persönlich durchaus als Problem. Denn, und da stimme ich Katarina Barley wie gesagt deutlich zu: Extremismus ist Extremismus. Die ideologische Ausrichtung ist egal. Das ist kein Gleichsetzen von „links“ mit „rechts“, sondern ein Plädoyer für eine wehrhafte Demokratie.

Jul

3

Neues Buchprojekt: Internetsoziologie – Theorie und Methodik einer neuen Wissenschaft

Juli 3, 2017 | Kommentare deaktiviert für Neues Buchprojekt: Internetsoziologie – Theorie und Methodik einer neuen Wissenschaft

Es hat lange gedauert, aber nun wurde tatsächlich ein Traum wahr: die eigene Interpretation einer neuen Wissenschaft wird als Buch erscheinen. Zum ersten Mal, auf 500 Seiten, ganzheitlich von Geschichte über Theorie und Methodik bis Praxis. Der Weg zu diesem Buch dauerte satte zehn Jahre, weshalb mein erster Gedanke nach der Unterschrift unter dem erfreulich schnell ausgehandelten Vertrag mit dem renommierten Wissenschaftsverlag De Gruyter ungefähr so aussah:

Streng genommen ist meine „Idee Internetsoziologie“ sogar noch älter: sie wird geschlagene 20 Jahre alt, wenn das Buch in 2019 auf den Markt kommen wird. Denn bereits 1999 fing alles mit dieser Website an. Damals bestand die Idee zwar nur aus kaum mehr als dem Domainnamen und der Kernüberlegung dahinter, aber das waren tatsächlich die zarten Anfänge. Nach dem Erscheinen meines ersten Buches „Digitale Identitäten“ gewann die Idee dann an Fahrt, vor allem aufgrund des positiven Zuspruches von Menschen wie Gerburg Treusch-Dieter, Bernd Ternes, Joachim Sauter und Udo di Fabio. Da die dann folgenden zehn Jahre teilweise aber brutal harter wissenschaftlicher Arbeitsalltag waren – ich erinnere mich an eine Aussage eines Kollegen, der in einem Interview sogar einmal meinte, daß die letzten zehn Jahre die schlimmsten Jahre im Wissenschaftsbetrieb seit Existenz des Wissenschaftsbetriebes (!) waren -, bin ich nun natürlich umso glücklicher, daß meine Rechnung aufging. Hätte ja auch alles schiefgehen, versanden, scheitern können … Hätte, hätte – aber das ist es nicht. Ganz im Gegenteil: die völlig neue Disziplin wird von mir exemplarisch ausgestaltet, ich schlage somit eine Interpretationsmöglichkeit vor, die dazu einlädt, eigene Ideen beizusteuern und das ganze Projekt individuell weiterzudenken. Das ist der pure Wahnsinn, die pure Freude!

Niklas Luhmann sagte bekanntlich mal: „Theorie der Gesellschaft, Laufzeit: 30 Jahre, Kosten: keine“. Für mich gilt dann: Theorie und Methodik der Digitalisierung unserer Gesellschaft. Laufzeit bisher: 20 Jahre. Kosten: exorbitant. Bei diesem Zwischenfazit geht einem so viel durch den Kopf … dieses Buch ist letztlich weit mehr als nur eine weitere Monographie. Es ist ein überlebenswichtiger Zwischenschritt, ein wissenschaftliches Statement enormen Ausmaßes, ein Sieg gegen die Rahmenbedingungen des gegenwärtigen deutschen Wissenschaftsbetriebes, ein Zeichen für alle jungen Kolleginnen und Kollegen, die etwas wagen möchten, ein persönlicher Riesenschritt nach vorne … es ist so viel.

Es ist alles.

Jun

26

Neues BMBF-Projekt gestartet: Dschihadismus im Internet

Juni 26, 2017 | Kommentare deaktiviert für Neues BMBF-Projekt gestartet: Dschihadismus im Internet

Am 1.6. startete das neue Forschungsprojekt Dschihadismus im Internet, beheimatet an der Uni Mainz, und mein Forschungs- und Arbeitsbereich Internetsoziologie ist assoziierter Partner des Projekts. Dies soll in den kommenden fünf Jahren geschehen:

„Das Projekt DiI erforscht Inhalte und Gestaltung dschihadistischer Propaganda-Videos im Internet sowie deren Wirkung auf die Zuschauer. Analysiert werden zum Beispiel Ähnlichkeiten zu anderen jugendtypischen Medienformaten und dramaturgische Besonderheiten. Durch Interviews mit Konsumenten werden Beiträge in sozialen Netzwerken detailliert ausgewertet, um die Wirkung der VideoBotschaften zu entschlüsseln. Zudem wird eine Online-Plattform zur Analyse dschihadistischer VideoBotschaften
entwickelt, die als Informationsquelle insbesondere für Politik, Behörden, Bildungs- und Präventionsinitiativen genutzt werden kann.“

Wir freuen uns über den Projektstart und auf die kommenden fünf (!) Jahre der Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen der Uni Mainz und der anderen Partnerinstitutionen – das wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht weniger als ein Leuchtturmprojekt!

Jun

15

Besonders erfreuliche Interviewanfrage: mehralstaxifahren.de

Juni 15, 2017 | Kommentare deaktiviert für Besonders erfreuliche Interviewanfrage: mehralstaxifahren.de

Normalerweise erwähne ich an dieser Stelle Interviews nicht besonders, da sie Teil meines beruflichen Alltags sind, sprich: einfach dazugehören. Ab und zu muß man jedoch auch mal auf die besonderen Ausnahmen hinweisen und in diesem Falle fand ich das dahinter steckende Projekt wirklich cool: Lena, die Betreiberin von mehralstaxifahren.de interessierte sich für meinen beruflichen Werdegang als Soziologe. Über ihr Projekt schreibt sie:

„Hi! ich bin Lena. Ich habe in Mannheim und Bielefeld Soziologie studiert und danach als wissenschaftliche Mitarbeiterin am MZES gearbeitet. Heute reise ich als Digitale Nomadin durch die Welt und verdiene mein Geld ortsunabhängig als Webdesignerin.

Das Projekt MehrAlsTaxifahren.de habe ich im März 2017 gegründet, um zu zeigen, wie vielfältig die Berufsmöglichkeiten von Soziologinnen und Soziologen sein können.

Dass Soziologen lediglich Taxi fahren, Burger verkaufen oder Kinotickets abreißen ist ein längst veraltetes Klischee. Durch ihre analytische und kritische Arbeitsweise sowie ihr Wissen über die Prozesse der modernen Gesellschaft sind sie wichtige Arbeitskräfte in vielen Bereichen des Arbeitsmarktes.“

Schöne Idee! Da habe ich sehr gern meinen Teil dazu beigetragen, welcher so einige Entwicklungen, Meilensteine und „Karriereschritte“ nachvollziehbar machen dürfte – hier findet man ihn.

Mai

29

Lange Nacht der Wissenschaften: Vortrag zu Terrorismus und digitalen Medien

Mai 29, 2017 | Kommentare deaktiviert für Lange Nacht der Wissenschaften: Vortrag zu Terrorismus und digitalen Medien

Terrorismus funktioniert erschreckend gut mit digitalen Medien – das wird mein Thema sein am 24. Juni, zur Langen Nacht der Wissenschaften in Berlin. Der Vortrag wird nicht ohne Grund erst um 21 Uhr stattfinden, denn er wird mit Sicherheit nicht für Kinder und Jugendliche geeignet sein. Wenn man heutzutage von Terrorismus und Digitalisierung spricht, spricht man automatisch von Tabubrüchen, extremen Horizonterweiterungen und neu gezogenen Grenzen – diese Entwicklung ist untrennbar mit Angst und Schrecken verbunden. Und letztlich geht es dem digital vermittelten Terror genau darum. Terrorismus und Digitalisierung, das ist eine epochale Zeitenwende, die uns extrem fordert. Daß man jedoch keineswegs wehrlos ist, soll der Vortrag entsprechend darstellen.

Mehr Informationen: Terrorismus und Medien: Wovon der Terror lebt und was dagegen getan werden kann

Mai

12

Alles Forschen ist Bastelarbeit: über 250.000 Zugriffe auf unser Internetsoziologie-Wiki

Mai 12, 2017 | Kommentare deaktiviert für Alles Forschen ist Bastelarbeit: über 250.000 Zugriffe auf unser Internetsoziologie-Wiki

Nach nur acht Monaten Regelbetrieb können wir voller Stolz und Freude sagen: unser Forschungswiki kommt sehr, sehr gut an. Ende April konnten wir bereits den 250.000sten Zugriff verzeichnen. Nun sind Zugriffe bekanntlich keine UserInnen, aber selbst wenn man nur von einem Bruchteil „echter Menschen“ ausgeht – beispielsweise zehn Prozent der Zugriffszahl -, so wären das in diesem Falle immerhin 25.000 Personen, die unser Wiki besucht haben. Das freut uns natürlich sehr, zumal die Beitragenden nicht wenig Zeit in „ihre“ Beiträge gesteckt haben und die Themen sicher nicht gerade massenkompatibel sind, sondern schon wissenschaftliche Spezialbereiche betreffen. Umso schöner ist deshalb dieser kleine Meilenstein – und wir nehmen ihn zum Anlaß, das Wiki kontinuierlich auszubauen und in einigen besonders begehrten Bereichen zeitnah deutlich zu vertiefen. Seien Sie gespannt!

Nov

22

Ein „How to deal with“ zum Unsinn des Postfaktischen

November 22, 2016 | Kommentare deaktiviert für Ein „How to deal with“ zum Unsinn des Postfaktischen

Die Wissenschaft hat es dieser Tage nicht leicht. Da fragen sich Kolleginnen und Kollegen zu Recht, was das Gerede vom „postfaktischen Zeitalter“ für Konsequenzen für das Fundament unserer Lebenswelt – die Wissenschaft – hat und wie man dem begegnen kann. Ich kann vor allem die Aussagen des Kollegen Mojib Latif unterstützen:

„Immer mehr Menschen informieren sich im Internet. Dort stehen Meinung, Gerücht und wissenschaftliches Ergebnis ununterscheidbar nebeneinander. Es fehlt an Orientierung und Qualitätskriterien. Die Aufmerksamkeit wird eher dem zuteil, der am schrillsten auftritt. Da kann (und will!) Wissenschaft nicht mithalten.“

Sehr hilfreich wäre es, wenn die Schreihälse schlicht und einfach keine Claqueure mehr hätten, sprich: wenn das Geschreie keine Zustimmung mehr fände. Stattdessen wäre es für diese Unterstützer sicherlich zielführender, selbst zu denken und sich eine eigene Meinung zu bilden. Das würde zuerst zeigen, daß die Schreihälse mit Sicherheit am wenigsten Unterstützung verdienen.

Gut ist aber auch Latifs Haltung gegenüber den „Postfaktischen“:

„Ich ignoriere diese Leute. Reagierte ich auf diese abstrusen Behauptungen, würde ich ihnen nur noch mehr Aufmerksamkeit verschaffen.“

Und auch die Antwort auf die Frage, wie die Wissenschaft reagieren sollte, ist absolut empfehlenswert:

„Sie sollte der Allgemeinheit selbst die besten Informationen zur Verfügung stellen, und zwar ansprechend und vor allem verständlich.“

Daran wird hier gearbeitet. Und zwar – ganz konkret – so, daß mein Team und ich versuchen, die Unterstützer zu erreichen und zu überzeugen – nicht die Schreihälse. Wir laden zum Denken ein und setzen auf das Empowerment der bzw. des Einzelnen. Das ist unser Ziel. Jedes Mal. Früher, heute und in Zukunft.

Okt

11

Buch: Internetsoziologie

Oktober 11, 2016 | Kommentare deaktiviert für Buch: Internetsoziologie

Da mein Team und ich das bastelnde Denken bevorzugen, soll auch unsere erste Materialsammlung zum Thema Internetsoziologie dieser Maxime folgen: das erste Buch mit dem Titel „Internetsoziologie“ ist deshalb ganz bewußt kein klassisches Buch, sondern eine Momentaufnahme unseres Wikis. Das bedeutet konkret: ab sofort kann man das komplette Wiki oder – sofern gewünscht – Teile davon als On-Demand-Buch zustellen lassen.

pediapress-com

Die Idee selbst ist nicht neu, sie wird bei Wikipedia schon seit einiger Zeit eingesetzt; für uns ist es eine gleichermaßen bewußt experimentelle und doch strukturell stabile Lösung. Sie passt perfekt zum bastelnden Denken, unterstützt diese Denk- und Arbeitsweise, die wiederum mit traditionellen Ansätzen bricht, in denen Wissen deutlich statischer arrangiert und bewertet wird. Jedes Buch wird so eine Momentaufnahme unseres publizierten Wissensstandes und damit nie das vollendete Werk. Denn die Idee einer abgeschlossenen Analyse ist vielleicht bequem, aber doch trügerisch, weshalb gerade im Falle der zarten Pflanze Internetsoziologie keinesfalls irgendein statischer Zustand vermittelt werden soll. Dies wäre grundfalsch. Ein klassisches Buch würde dies jedoch tun – deshalb gehen wir einen anderen Weg.

Sie finden die Buchdruckfunktion im Wiki links unten unter „Drucken/Exportieren“ und dort unter dem Menupunkt „Buch erstellen“. Nutzen Sie also die Gelegenheit, jederzeit Ihr internetsoziologisches Werk zu erstellen – immer und immer wieder.

Zitierempfehlung: Humer, Stephan G. (Hg.): Internetsoziologie. PediaPress, [Erstellungsdatum]

Okt

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Drei neue Beiträge: Tod, Video und Social Media

Oktober 5, 2016 | Kommentare deaktiviert für Drei neue Beiträge: Tod, Video und Social Media

Da in jüngster Zeit gleich drei Interviews mit bzw. Artikel von mir erschienen sind, möchte ich diese hier kurz vorstellen:

„Was bleibt: Leben und Sterben aus internetsoziologischer Perspektive“ – verfaßt für das Konferenzblog „digital.danach“

„Videoüberwachung: Von der konventionellen zur intelligenten Videoüberwachung – Chancen und Risiken für Polizei und Gesellschaft“ – zusammen mit der wunderbaren Kollegin Anna Lederer (Netzwerk Terrorismusforschung) verfaßt und nun erschienen in der neuen Ausgabe von „der kriminalist“

Social Media: „Wir haben es in Deutschland versäumt, die neuen digitalen Möglichkeiten inhaltlich sinnvoll zu nutzen“ – Interview mit dem hauseigenen Wissenschaftsblog „adhibeo“

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Mehr Infos über das Buch gibt es hier.