Jun

23

Twitter: zum Glück nicht umsonst!

Juni 23, 2018 | Kommentare deaktiviert für Twitter: zum Glück nicht umsonst!

Es gab so viele tolle, aufregende und inspirierende Dinge, die mir in den letzten Wochen widerfahren sind (und über die ich hier rückblickend erschreckend wenig geschrieben habe, obwohl viel allgemein Interessantes darunter gewesen sein dürfte), doch dieser Artikel dürfte selbst aus der großartigen Liste absolut positiver Erlebnisse nochmal besonders hervorstechen: Twitter: Der Geist zwitschert, wo er will. Denn dort liest man unter anderem Folgendes:

„[Ihrer] ordnungsstiftenden Rolle […] durchaus bewusst sind Twitterer, die in all den von Hass und Verleumdung geprägten Debatten über Rechte und Rechtsextreme, über #MeToo und Homo-Ehe, über Kreuze und Burkas einen kühlen Kopf bewahren. Sie könnte man als Moderatoren bezeichnen, und unter ihnen sind auffallend oft Soziologen, aber auch Politikwissenschaftler und Juristen. Wie erfrischend lesen sich etwa Tweets des Soziologen Stephan G. Humer (@netsociology), in denen er Kulturpessimisten und Säkularismusgegner auseinandernimmt oder aus einer Datenschutz-Debatte allein mit einem passenden Emoji viel heiße Luft herausnimmt. Zum Teil bilanziert er jedoch auch gallig: „Typischer Morgen im digitalen Deutschland: Angst vor #KI, Angst vor #Internetsucht, Angst vor #Facebook, #Google und natürlich #Twitter … hieß es nicht mal, #GermanAngst sei Geschichte? Analoge Geschichte vielleicht …“

Das kam überraschend, keine Frage! Und natürlich bin ich so hocherfreut wie es überhaupt nur möglich ist über diese lobende Erwähnung – wer wäre es in diesem Falle nicht? Diese Anerkennung zeigt mir dabei eine Sache ganz besonders: meine „Twitter-Strategie“ ist erstens erkennbar und zweitens inhaltlich positiv. Es mag vielleicht überraschend klingen, besonders diesen Punkt an dieser Stelle hier und jetzt so hervorzuheben. Aber bei allem, was man in der Wissenschaft macht, bleibt grundsätzlich immer ein (nicht gerade geringes) Risiko, welches (zumindest für mich) im Wissenschaftsalltag schwer wiegt: erkennen die Menschen den Sinn, den Wert bzw. die Brauchbarkeit der geleisteten Arbeit? Das ist in einem hochinnovativen Forschungsfeld wie dem, in dem ich tätig bin, meines Erachtens ein wirklich extrem relevanter und zugleich stark unterbelichteter Punkt, über den ich sicherlich noch vieles sagen könnte, aber das geschieht dann sicherlich zu einem anderen Zeitpunkt mal (und dann auch sehr gern ;-). So oder so gilt: Meine Twitterei war somit nicht umsonst, sondern wurde von den Autoren des Artikels mit entsprechend positiven Aussagen bewertet:

„Hier lässt sich […] exemplarisch beobachten, wie sich Wissenschaftler in public intellectuals verwandeln.“

Mehr kann ich nicht erwarten. Die Arbeit der erwähnten Kolleginnen und Kollegen bei Twitter sowie mein Wirken werden als vorbildlich angesehen – und zwar buchstäblich:

„Was spräche also dagegen, bei Berufungsverfahren künftig nicht nur darauf zu achten, was und wo jemand publiziert und wie viele Drittmittel er oder sie bereits eingeworben hat, sondern ebenso Aktivitäten in den sozialen Medien zu würdigen? Und hat, wer sich bei Twitter als Vermittler hervortut, nicht zudem eine spezifische Art der Lehrerfahrung gesammelt? Gerade schon länger betriebene Accounts können zudem von einer intellektuellen Entwicklung zeugen. Tausend Tweets sagen oft mehr als ein größerer Text, zumal wenn dieser infolge der Publikationsmühlen erst zeitverzögert erscheint. Ein Account verrät also, wie jemand auf bestimmte Ereignisse reagiert, an welchen Themen wirklich Herzblut klebt und wie sich eine politische Einstellung oder theoretische Neigung, nicht zuletzt durch den Austausch mit anderen Twitterern, nach und nach verändert. Twitter ist auch ein Ort für Bildungsreisende. (…) Das Medium zwängt den Diskurs also keineswegs in starre Bahnen. Vielmehr entstehen neue, offene Räume und Unwahrscheinlichkeitsgebilde. (…) [Wie] schon Hegel in seiner Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse zwitscherte: „Wer etwas Großes will, der muß sich, wie Goethe sagt, zu beschränken wissen.“ Twitter bietet dafür fraglos die besten Voraussetzungen.“

Tausend Dank für dieses phantastische, motivierende, maximal erfreuliche Fazit! Es war ein weiteres Highlight in einem ohnehin schon tollen Monat Mai. Da bleibt mir nur zu sagen: Folgen Sie, liebe Website-Besucherinnen und -Besucher, den im Artikel genannten Mit-Twitterern! Es lohnt sich – nicht nur meiner Meinung nach ;-)

Apr

4

Kurzes Video zur Podiumsdiskussion: Zerstören Social Media unsere Gesellschaft? – Netzgeschichten

April 4, 2018 | Kommentare deaktiviert für Kurzes Video zur Podiumsdiskussion: Zerstören Social Media unsere Gesellschaft? – Netzgeschichten

Mrz

8

Diskussionsrunde am 21. März: über Chancen und Risiken aktueller Social-Media-Entwicklungen

März 8, 2018 | Kommentare deaktiviert für Diskussionsrunde am 21. März: über Chancen und Risiken aktueller Social-Media-Entwicklungen

Am 21.3. bin ich freundlicherweise hier zu Gast: telegraphen_lounge, diesmal zum Thema „Zerstören Social Media unsere Gesellschaft?“ am Mittwoch, 21. März, 19 Uhr. Da zuvor der ganztägige Workshop unseres Netzwerks Terrorismusforschung stattfindet, lohnt sich ein wissenschaftsorientierter Besuch des Gendarmenmarkts von früh bis spät!

Feb

26

Von Popper lernen – und besser formulieren

Februar 26, 2018 | Kommentare deaktiviert für Von Popper lernen – und besser formulieren

„Das grausame Spiel, Einfaches kompliziert und Triviales schwierig auszudrücken, wird leider traditionell von vielen Soziologen, Philosophen und so weiter als ihre legitime Aufgabe angesehen. So haben sie es gelernt, und so lehren sie es.“

(aus Poppers Plädoyer für intellektuelle Redlichkeit)

Da folgen wir doch lieber seiner Idee: „Wie Sie ja wissen, bin ich ein Gegner von Marx; aber unter seinen vielen Bemerkungen, die ich bewundere, ist die folgende: „In ihrer mystifizierten Form ward die Dialektik deutsche Mode.“ Sie ist’s noch immer. Das ist meine Entschuldigung dafür, daß ich mich auf diese Diskussion nicht einlasse, sondern lieber daran arbeite, meine Ideen möglichst einfach zu formulieren.“

Feb

23

Über Lockerheit im Wissenschaftsbetrieb – beziehungsweise den entsprechenden Mangel

Februar 23, 2018 | Kommentare deaktiviert für Über Lockerheit im Wissenschaftsbetrieb – beziehungsweise den entsprechenden Mangel

Tolles Interview mit Wiko-Rektor Luca Giuliani mit einer wahren Aussage: „Geisteswissenschaftler können sich oft schwer von der Vorannahme trennen, dass das, was sie bearbeiten, erstens das Wichtigste ist, und zweitens, dass ein gebildeter Mensch das einfach zu kennen hat. Naturwissenschaftler gehen damit sehr viel lockerer um.“ ;-)

Feb

6

Veranstaltungstipp: Psychologische Beratung in einer digitalen Gesellschaft (5. Juni in Frankfurt/M.)

Februar 6, 2018 | Kommentare deaktiviert für Veranstaltungstipp: Psychologische Beratung in einer digitalen Gesellschaft (5. Juni in Frankfurt/M.)

Ich darf dankenswerterweise den Eröffnungsvortrag beisteuern (Spielregeln für die digitale Gesellschaft: Sozio-technisch statt nur sozial). Hier gibts den Flyer zur Veranstaltung.

Jan

29

Definitiv einen Klick wert: unser Internetsoziologie-Wiki

Januar 29, 2018 | Kommentare deaktiviert für Definitiv einen Klick wert: unser Internetsoziologie-Wiki

Weil es sehr viele und sehr gute Informationen bereithält. Weil es im Jahr 2017 fast 700.000 Zugriffe verzeichnen konnte. Weil es den strukturellen Kern unserer Arbeit darstellt. Und, und, und … es gibt letztlich viele Gründe für einen Klick auf den Link zu unserem Internetsoziologie-Wiki.

Jan

8

Rückblick (Text) und Einblick (Video): “Empowering Democracy through Culture – Digital Tools for Culturally Competent Citizens”

Januar 8, 2018 | Kommentare deaktiviert für Rückblick (Text) und Einblick (Video): “Empowering Democracy through Culture – Digital Tools for Culturally Competent Citizens”

Ich durfte im vergangenen Oktober dankenswerterweise hier zu Gast sein:

„4th Council of Europe Platform Exchange on Culture and Digitisation “Empowering Democracy through Culture – Digital Tools for Culturally Competent Citizens” ZKM | Center for Art and Media, Karlsruhe, 19-20 October 2017“

Dazu gibt es jetzt ein kurzes Video mit entsprechenden Einblicken in das Meeting:

Die dazugehörige Website samt Veranstaltungsrückblick findet man hier.

Jan

3

Ein riesiger Erfolg in 2017: unser Internetsoziologie-Wiki

Januar 3, 2018 | Kommentare deaktiviert für Ein riesiger Erfolg in 2017: unser Internetsoziologie-Wiki

Fast 90.000 Zugriffe im Dezember des gerade vergangenen Jahres – das ist nicht nur Monatsrekord, sondern ein sehr angenehmer Beleg für ganz offensichtlich recht interessante Arbeit, die mein Team und ich dort abliefern ;-) Für den unwahrscheinlichen Fall, daß Sie unser Wiki noch nicht kennen: humer.de/wiki (Gesamtergebnis für 2017 im Übrigen: 675.000 Zugriffe – vielen Dank an alle, die unser Wiki interessiert hat!)

Dez

22

Wissenschaftsjahr 2017: Sehr schön, aber stellenweise auch sehr schwierig

Dezember 22, 2017 | Kommentare deaktiviert für Wissenschaftsjahr 2017: Sehr schön, aber stellenweise auch sehr schwierig

So schön 2017 wissenschaftlich gesehen für mich persönlich war, so schwierig war es auf der Metaebene. Besonders die weiter zunehmende Wissenschafts- und ExpertInnenfeindlichkeit wiegt schwer. Aus diesem Grunde empfehle ich zwei Vorträge, die sich genau diesem Thema widmen:

1. Carolin Emcke zu Gast im Wiko Berlin (Video):

2. Rede von DFG-Präsident Peter Strohschneider auf der Festveranstaltung 2017 (Link zum Video):

http://mediathek.dfg.de/video/rede-von-dfg-praesident-peter-strohschneider-festveranstaltung-2017/

Besonders schön ist m.E. der Hinweis von Herrn Strohschneider auf die „Szientokratie“, welche zutiefst undemokratisch ist und nicht nur von mir abgelehnt wird. „Die Wissenschaft hat kein politisches Mandat, und es fehlt ihr auch nicht“. Exakt.

keep looking »

Mehr Infos über das Buch gibt es hier.