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netzpolitik.org und der Angriff auf die Pressefreiheit: Stefan Aust gießt (zu Recht) etwas Wasser in den Wein

August 5, 2015 | Kommentare deaktiviert für netzpolitik.org und der Angriff auf die Pressefreiheit: Stefan Aust gießt (zu Recht) etwas Wasser in den Wein

Die „Netzgemeinde“, sprich: vor allem ein bestimmtes Milieu hier in Berlin, wittert in den „Landesverrat“-Ermittlungen gegen Beckedahl und Co. einen Sturmangriff auf die Pressefreiheit. Das ist – trotz des Zuspruchs zahlreicher Medien, die allerdings erwartungsgemäß, beinahe schon reflexhaft auf den Angriff-auf-die-Pressefreiheit-Zug mit aufspringen, weil es letztlich auch sie betreffen könnte und man als „vierte Gewalt“ hier quasi zum Widerspruch verpflichtet ist – letztlich falsch.

Denn erstens ist ein Ermittlungsverfahren dieser Art noch keine Attacke auf die Pressefreiheit an sich. Ein Angriff auf die Pressefreiheit wären viele Verfahren gegen mehrere Medien(häuser), eine entsprechende Gesetzesänderung durch den Bundestag oder Landtage (Stichwort: Landespressegesetze) oder auch gewaltsame Einschüchterungen durch Schlägertrupps. Auch ist das Verfahren gegen netzpolitik.org keinesfalls ein Musterverfahren mit Vorbildwirkung. Durch diese eine Anzeige gegen netzpolitik.org ist die Pressefreiheit nicht in Gefahr. Dadurch ist im Zweifel netzpolitik.org in Gefahr, nicht jedoch die Pressefreiheit. Ein feiner, aber entscheidender Unterschied, denn bereits diese Unterscheidung nimmt in der Sache doch viel Empörungsdruck vom Kessel. Die Menschen, die jetzt für netzpolitik.org spenden, spenden letztlich nicht für den Erhalt der Pressefreiheit, sondern für netzpolitik.org. Das ist legitim, das kann niemand bezweifeln. Doch es ist schon ein Unterschied. Und wirkt natürlich weit weniger spektakulär. (Spektakulär ist inzwischen das politische Gerangel rund um diesen Fall, bspw. die Entlassung von Generalbundesanwalt Range.)

Zweitens ist netzpolitik.org auch gar kein klassisch journalistisches Portal wie SPIEGEL ONLINE oder DIE WELT, denn Journalismus entdeckt man dort zwar auch, doch dominiert wird das Portal von politischem Aktivismus. Auch das ein feiner, aber erneut kein unwichtiger Unterschied. Stefan Aust, Herausgeber der WELT und in Sachen „Angriff auf die Pressefreiheit“ sicher nicht ganz ahnungslos, formulierte zu diesem Gedanken den m.E. passenden Beitrag:

„Aber vielleicht sind die traditionellen Papiertiger auch ein wenig sorgsamer als die Newcomer im Neuland des Internets. Der erfahrene Journalist versucht, seine Quellen möglichst zu schützen. Er nimmt Materialien, wägt sie ab, überprüft sie und verarbeitet die Informationen in einem Artikel. Und dabei versucht er, die Herkunft der Informationen nicht gerade auf dem Präsentierteller zu servieren. Das Internet lädt dazu ein, Informationen, Dateien, Akten einfach online zu stellen. Jeder sein eigener Snowden, sein eigenes kleines Wikileaks.

Fischen in seichtem Gewässer

Nicht mehr die journalistische oder politische, die aufklärerische Notwendigkeit steht da gelegentlich im Vordergrund, sondern der Triumph angesichts der zugespielten oder gehackten Datenbestände, ganz egal woher sie stammen, ganz egal zu welchem Zweck sie einem zugespielt werden. So wird man leicht vom Investigativ-Reporter zum Spielball fremder Interessen; man denke etwa an den vermutlich nordkoreanischen Hacker-Angriff auf Sony, dessen Beute dann von ahnungslosen oder ahnungslos-unwilligen Wikileakern verbreitet wurde.“

(Quelle: welt.de, mit eigenen Betonungen)

Ein Merkmal des netzpolitischen Aktivismus‘ ist der von Aust erwähnte Präsentierteller: Materialien im Original online stellen, was sich einem halt so bietet, ganz egal, wo es herkommt und wer es einem – warum eigentlich? – zugespielt hat, das hat keine journalistische Qualität. Aust nennt es etwas provokant „Fischen in seichtem Gewässer“. Weil er Angst vor Konkurrenz hat und sich die Blogger durch Diskreditierung vom Hals halten will? Unwahrscheinlich, spielt so oder so aber auch gar keine Rolle. Denn netzpolitik.org wurde durch Dritte bisher eben gerade nicht für die journalistische Qualität ihrer Beiträge gelobt, sondern – richtig: für ihren Aktivismus. Und Beckedahl und Co. nehmen diese Auszeichnung auch entsprechend an, so daß sie auch ihre Rolle zu Recht annehmen.

Dieser Aktivismus ist aber nicht nur ausgezeichnet worden, sondern auch ein Spiel mit dem Feuer: wenn man nur lange genug Originaldate(ie)n veröffentlicht, muss irgendwann jemand (sprich: das betroffene Amt oder andere Behörden) tätig werden und ein Verfahren starten. Das kann selbstverständlich gefährlich werden – doch es gibt halt kein Spiel ohne Risiko. Im Erfolgsfalle bringt es einem ja auch sehr viel – und zwar, wie Beckedahl selbst zugibt, nicht wenig (überlebensnotwendige) Zuwendung:

„Wir bedanken uns daher für die kleine PR-Kampagne und fühlen uns in unserer Arbeit bestätigt.“

(Quelle: heise.de)

Das ist dasselbe Verhaltensmuster wie bei manchen Boulevardblättern, die ab und zu mal einen kalkulierten Rechtsbruch begehen und dann auch die Strafen und/oder die Empörung des Presserates oder der Öffentlichkeit in Kauf nehmen, weil es sich letztlich eben – trotz Geldbußen – doch lohnt. Das Ganze ähnelt auch dem Verhalten von Julian Assange, der jahrelange de-facto-Haft in einer kleinen Botschaft in Kauf nimmt, um letztlich – für eine bestimmte Zielgruppe, aber immerhin – eben doch ein Held zu sein. Und natürlich – da liegt Aust ebenfalls völlig richtig – erinnert es auch an Edward Snowden. Das Schema David gegen Goliath kommt immer gut an, auch bei netzpolitik.org.

Man stelle sich mal das Bild von Markus Beckedahl in Handschellen vor: ein gefundenes Fressen für das Unterstützermilieu, ein Graus für manch Behördenleiter, der lange Zeit mit dem geballten Furor der „Netzgemeinde“ und weiter Teile der „klassischen“ Medien leben müßte. Beckedahl würde U-Haft erleben müssen – was keineswegs ein Vergnügen sein dürfte -, doch letztlich mit viel Unterstützung rechnen können. Er fände sich dann in einer Reihe mit Menschen wie Assange, Greenwald, vielleicht sogar Snowden, auf jeden Fall aber Augstein wieder. David gegen Goliath eben. Inklusive beinahe lebenslanger Unterstützung durch zahlreiche seiner Supporter.

Doch – und das ist die entscheidende Frage – zu Recht?

Ich schließe mich hier erneut Stefan Aust an und sage: Nein. Weder ist netzpolitik.org noch ist der Fall so wichtig, daß man hier zu derartigen Vergleichen kommen muß. Das schmälert nicht die Leistung von Beckedahl und Co., sondern sagt nur etwas über die Relevanz des Falles und das inzwischen daraus entstandene politische Gezerre aus. Die Arbeit von netzpolitik.org ist gut, solange sie bei den Menschen das Interesse für demokratische Mitgestaltung weckt und Politikverdrossenheit entgegenwirkt (was leider nicht immer, aber sehr oft gelingt). Doch für einen Vergleich bspw. mit Rudolf Augstein und der SPIEGEL-Affäre reicht das freilich nicht.

netzpolitik.org geht in Sachen digitale Politik und Gesellschaft einen ersten Schritt. Der erste Schritt ist natürlich der wichtigste, aber danach kommen leider keine weiteren Schritte. Aktivisten können sich auf die Frage nach ihren Erfolgen letztlich immer mit einem Klassiker aus der Affäre ziehen: „Wir haben das Bewußtsein der Menschen für das Thema xy geweckt.“ Richtig. Das ist nicht schlecht. Das ist nicht nichts. Und es ist auch nicht verwerflich, denn niemand muß mit seinen Aktionen gleich die Welt retten. (Oder hat so wie Edward Snowden die Chance, sie massiv zu beeindrucken.) Je mehr Menschen dieser Arbeit folgen, desto mehr sieht es nach einem Erfolg aus. (Oder wie es Stefan Aust vielleicht sagen würde: Das Seichte zieht immer weitere Kreise.) Aber es ist und bleibt so oder so überschaubar, es ist eine Art Mindesterfolg, inhaltlich begrenzt, mit nur wenig Wirkung. Und netzpolitik.org wird nun wie erwähnt für genau diesen Politaktivismus ausgezeichnet. Die SZ zitiert folgende Begründung:

„Die Macher des Weblogs netzpolitik.org engagieren sich seit über zehn Jahren für ein offenes Netz und die digitalen Rechte der Bürger. Der preisgekrönte Weblog prägt seit über zehn Jahren den netzpolitischen Diskurs in Deutschland und ist zu einer wichtigen Stimme in der Medienlandschaft geworden.“

(Quelle: sueddeutsche.de, mit eigenen Betonungen)

Wenn netzpolitik.org schon ein echtes Highlight, ein „ausgezeichneter Ort 2015“ sein soll, dann läßt das – gemessen an den immensen Herausforderungen, die uns die Digitalisierung insgesamt beschert – leider erneut nur einen Schluß zu: Angela Merkel hatte recht.

Jul

28

Warum sind manche Menschen rationalen Argumenten nicht zugänglich?

Juli 28, 2015 | Kommentare deaktiviert für Warum sind manche Menschen rationalen Argumenten nicht zugänglich?

„Die Weltsicht eines Menschen ist sehr wichtig für dessen Identität. Konservative wie Liberale wollen sich abgrenzen von Menschen, die anders denken.“

(Quelle: ZEIT ONLINE)

Dazu wird in den kommenden Tagen noch etwas von mir geschrieben, doch für heute soll es bei der Interviewempfehlung bleiben.

Jul

26

(Un)Gleichheit: Auf gar keinen Fall Disharmonie!

Juli 26, 2015 | Kommentare deaktiviert für (Un)Gleichheit: Auf gar keinen Fall Disharmonie!

Ich lese im Rahmen meiner wissenschaftlichen Arbeit dankenswerterweise sehr viel Gutes, aber manchmal erfreuen einen einzelne Beiträge doch ganz besonders. Dazu gehört diesmal folgendes Interview mit der Kollegin Irmhild Saake in der FAZ:

„Soziologie: Unterschied, was ist das?“

Es geht dabei primär nicht um etwas Digitales, sondern um Ungleichheit. Das jedoch ist ein Thema, welches mir in meiner Arbeit andauernd begegnet und deshalb auch eine entsprechende Relevanz für die Analyse und Bewältigung des Digitalen hat. Da mir das gesamte Interview sehr gut gefällt und ich Ihnen natürlich auch nicht alles hier in allen Einzelheiten kommentiert darstellen möchte (da das sicherlich ein wenig zu aufdringlich wäre), werde ich jetzt nur einige wenige Aspekte herauspicken, um meine Gedanken zum Thema zu illustrieren:

„Es ist für meine Studenten etwa so, dass sie es schon als komisch empfinden, dass sich am Ende einer Diskussion ein gutes Argument durchsetzt.

Weil sie nicht glauben können, dass nur eins richtig sein kann?

Ja, wenn ich es jetzt mal ein wenig übertreiben darf, dann haben sie sozusagen Mitleid mit den ausgeschlossenen Argumenten. Sie fordern Gleichheit auch für Argumente, Anerkennung auch für andere Positionen. Das macht eine klare wissenschaftliche Argumentation schwierig. Man kann nicht mehr so recht sagen, dass man eine wirklich unsinnige Behauptung für Quatsch hält. Es ist eher die Idee da, dass irgendetwas Gutes schon auch in dem Quatsch drin stecken wird.“

Dieses Erlebnis habe ich auch desöfteren, jedoch mindestens genau so oft mit Nicht-Studierenden wie mit Studierenden. Der Gedanke, daß der andere richtig liegt (und man selbst falsch) scheint für viele Menschen sehr schwierig zu sein. Lieber haben wir alle irgendwie auch recht, so mein Eindruck. Das ist natürlich, wie die Kollegin sagt, manchmal schlicht unmöglich, denn mancher Quatsch ist einfach Quatsch – egal, wie man ihn dreht und wendet. Aber wenn wir alle so harmonisch gestimmt sind, bleiben böse Konflikte auf der Strecke. Die Wahrheit allerdings auch. Dies bekräftigt Irmhild Saake wenig später:

„Viele sagen lieber: Das Argument ist nicht so wichtig, ich möchte lieber Akzeptanz und Anerkennung für den anderen zeigen.“

Das ist aber nicht nur eine gefährliche Idee der Menschen, die so vorgehen, sondern auch unnötig. Nur weil der andere mal richtig liegt, bin ich ja kein schlechter Mensch oder muß ich mich für irgendetwas schämen oder gar unterlegen fühlen. Eine gute Diskussion/ein guter Disput hält „Sieg“ und „Niederlage“ problemlos aus – genauer: die jeweiligen Diskutanten können (und sollten) dies aushalten. Wenn ich mich mit Kolleginnen und Kollegen im besten Sinne gestritten habe, waren die Auseinandersetzungen die besten, aus denen sie genauso wie ich jeweils gleich gut als Sieger bzw. Verlierer herausgehen konnten, wohl wissend, daß die Argumente (des anderen) diesmal die besseren waren und man einfach eine faire Auseinandersetzung hatte. Wer beim Fußball 5:1 gewinnt, muß sich nachher ja auch nicht künstlich klein machen. Ein fairer Sieger, der gern auch seinen Sieg benennen kann, ist schon entgegenkommend genug.

„Wir erleben verschiedene Perspektiven, wollen das aber nicht, wollen das heilen, in dem wir so tun, als seien wir gleich. Mit Sprache und durch Hineinversetzen. Das Komische ist, dass wir einfach nicht auf die Idee kommen, dass die Situation eine ungleiche, asymmetrische ist. Der Vater ist etwas anders als das Kind, eine andere Person, er hat aber auch einen anderen Status. Diese Ungleichheit ist eigentlich eine Ressource, man könnte sie benutzen in einem Konflikt. Aber wir wollen sie nicht nutzen, ganz explizit nicht. Denn sie erscheint uns hässlich.“

Ungleichheit ist in einer so homogenen Gesellschaft wie der deutschen oft „hässlich“, das stimmt. Man sieht weniger die Vorteile, die sich einem bieten (z.B. aus der verlorenen Debatte neue Erkenntnisse zu ziehen und daran zu wachsen) als vielmehr die Nachteile: Sieger und Verlierer, „Gut“ und „Böse“, „besser“ und „schlechter“. Solche Gefälle stören die Harmonie. Dabei ist der Gewinn für einen selbst (auch und gerade im Falle der „Niederlage“) definitiv höher als unreflektierte Gleichmacherei. Das gilt auch in Beziehungen:

„Es ist doch erwartbar so, dass die Frau mehrere Monate ausfällt im Beruf, weil sie das Kind bekommt. Aber in vielen Beziehungen wird richtig Buch geführt. Da muss man sich erklären und sagen: Du verdienst in dieser Zeit kein Geld. Ich bezahl jetzt mehr. Wenn ich dann mal nicht so viel habe, kannst Du wieder mehr bezahlen. Da fragt man sich: Wofür ist denn die Idee von einer Partnerschaft eigentlich gemacht? Kann sie diese Asymmetrie nicht mehr aushalten?“

Wenn der Wunsch nach Gleichheit in unreflektierter Gleichmacherei ausartet, bleiben viele (bessere und wichtigere) Dinge auf der Strecke. Deshalb mein Tipp: das Interview in Gänze lesen und lieber einmal zuviel als zuwenig darüber nachdenken, ob sich Ungleichheit nicht doch manchmal mehr lohnt – auch für einen selbst – als der Wunsch, alles gleich zu machen und damit willkommene Effekte der Ungleichheit „wegzubügeln“.

Was das nun im Übrigen konkret mit Digitalisierung zu tun hat? Nun, mir fiel zuerst die Architektur des Shitstorms ein. Aber das dürfte freilich nicht der einzige Bezugspunkt sein, wenngleich doch sicher einer der wichtigsten. Das Thema hat zweifellos Potential.

Jul

23

Sociality by Design: Mailingliste und Mailadresse

Juli 23, 2015 | Kommentare deaktiviert für Sociality by Design: Mailingliste und Mailadresse

Lange lag sie brach und wartete auf ihren Einsatz – jetzt ist es endlich soweit: alle interessierten Personen können sich nun auf der SbD-Mailingliste anmelden:

https://de.groups.yahoo.com/neo/groups/sociality-by-design-mailinglist/info

Wer mich exklusiv zu SbD kontaktieren möchte, kann dies ab sofort über die FU-Berlin-Mailadresse tun:

stephan.humer @ fu-berlin.de

So landet Ihr Anliegen direkt im richtigen Postfach und wird auch entsprechend schnell bearbeitet.

Jul

22

Eine Idee setzt sich durch: Sociality by Design nun offizielles Projekt an der FU Berlin

Juli 22, 2015 | Kommentare deaktiviert für Eine Idee setzt sich durch: Sociality by Design nun offizielles Projekt an der FU Berlin

Die Arbeit hat sich gelohnt: SbD ist nun ein Projekt (an) der FU Berlin. Dort werde ich die Idee in den kommenden Monaten verfeinern und dann in hoffentlich nicht allzu ferner Zukunft umfassend vorstellen, sprich: publizieren können. Zu den klassischen Verbreitungswegen werden auch digitale Kanäle kommen, so daß möglichst viele interessierte Menschen Zugang zu diesem Konzept finden können. Weitere Infos finden Sie nun ab sofort wieder deutlich häufiger als in den letzten Monaten auf der SbD-Seite.

Jul

17

Anmeldung jetzt möglich: 5. Berliner Mediensucht-Konferenz

Juli 17, 2015 | Kommentare deaktiviert für Anmeldung jetzt möglich: 5. Berliner Mediensucht-Konferenz

Wer sich mit dem Thema Digitalisierung und Gesellschaft auseinandersetzt, dem bleiben auch die Schattenseiten des Internets nicht verborgen. Deshalb bin ich bereits seit einigen Jahren beratend im Umfeld des Fachverbands Medienabhängigkeit tätig und unterstütze gern und nach Kräften die Arbeit im Bereich der Mediensuchtanalyse, -bekämpfung und -prävention. Nun steht wieder mal eine Mediensucht-Konferenz an und dort werde ich nicht nur einen Vortrag halten, sondern wie erwähnt auch ganz grundsätzlich unterstützen, werben und beraten. Deshalb an dieser Stelle die dringende Empfehlung: wenn Sie das Thema berührt, betrifft oder auch – bspw. aufgrund der Sorgen um einen nahen Angehörigen oder Freund – belastet, dann schauen Sie sich doch mal das Programm der Konferenz an. Vielleicht finden Sie hier die Lösungen auf Ihre Fragen, die Sie schon lange suchen. Die Anmeldung ist jetzt (und hier) möglich.

Jul

15

Ich soll Ihre Abschlußarbeit betreuen? Dann bitte dies hier lesen …

Juli 15, 2015 | Kommentare deaktiviert für Ich soll Ihre Abschlußarbeit betreuen? Dann bitte dies hier lesen …

Es freut mich natürlich, daß ich seit Jahren (deutschlandweit) immer stärker in Sachen Abschlussarbeiten angefragt werde. Immer mehr Studierende wollen mit einem (internetsoziologischen) Thema ihr Studium abschließen, so mein Eindruck, und mich dabei als Erst- oder Zweitgutachter haben. Grundsätzlich geht das auch jenseits „meiner“ Hochschulen UdK und HWR, doch alle Interessierten müssen so oder so auf jeden Fall die folgenden Punkte beachten:

– Es freut mich, daß ich Ihr Prüfer sein soll. Da ich aber wissenschaftlich sehr stark ausgelastet bin, bitte ich um entsprechenden Vorlauf. Melden Sie sich idealerweise mindestens ein halbes Jahr vor dem Starttermin Ihres (Bachelor-/Master-/Magister-/Diplom-/Promotions-)Projekts bei mir. Interessensbekundungen einen Tag vor Einreichung der notwendigen Unterlagen sind … nun ja: nicht so toll :-)

– Sie – und nur Sie! – sind verantwortlich für alle verwaltungsrechtlichen Fragen. Ich kann diese nicht beantworten! An manchen Universitäten sind auch externe Erstgutachter möglich, an manchen müssen selbst zusätzliche Prüfer („Dritt-“ oder „Viertgutachter“) einen langen Anmeldeprozess und eine offizielle Anerkennung durchlaufen. Ich kann Ihnen nur anbieten, nach meiner inhaltlichen Zusage (sprich: wenn ich Ihre Idee passend und gut finde und meine, Sie sinnvoll betreuen zu können) das entsprechende Formular zu unterschreiben. Welches das ist …? Sie müssen es herausfinden! Ich nehme nur dann Kontakt zur Verwaltung auf, wenn diese das explizit von mir wünscht. (Das ist alles freilich nicht böse gemeint, aber aus Zeitgründen kann ich es leider nicht anders handhaben.)

– Ihr Verfahren muss zwingend kostenneutral für mich laufen. Das heißt: mein Einsatz darf nicht auch noch Geld kosten. Sie müssen Ihre Arbeit mündlich verteidigen, außerhalb Berlins? Dann klären Sie bitte vorab und verbindlich die Frage, ob ich meine Reisekosten vollständig erstattet bekomme. Innerhalb Berlins reise ich gern ohne Geltendmachung von Kosten zu einer entsprechenden Sitzung, aber alles, was die Stadtgrenzen überschreitet, kostet mich extra – bzw. es wird Ihre Hochschule (leider) etwas kosten … Manche Hochschulen zahlen ein Pauschalhonorar für Externe, das ist dann (da i.d.R. dreistellig) so in Ordnung. Sofern ich wie gesagt nicht draufzahlen muß.

– Und, last but not least: Sie haben die Bringschuld! Ich möchte ja nichts von Ihnen, sondern Sie von mir :-) Wir finden zueinander und ich werde letztlich Ihr Gutachter? Dann fragen Sie! Schicken Sie mir Mails, rufen Sie an, lassen Sie uns chatten! Wer nicht fragt, der wird auch nix von mir erfahren. Eine Mail pro Woche ist nicht zuviel (eine pro Stunde freilich schon …), also nutzen Sie die heutigen – v.a. die wunderbaren asynchronen – Möglichkeiten wie E-Mails. So kann erfahrungsgemäß eine sinnvolle, effektive und gute Betreuung stattfinden.

Diese (wenigen) Grundregeln schrecken Sie nicht ab? Ganz im Gegenteil, Sie denken nun: das könnte passen? Dann melden Sie sich. Ich bin immer für Abschlussarbeitsideen offen und entscheide meist zeitnah.

Die dazugehörige Mailadresse: stephan @ humer.de

Jul

5

Sicherheitsforschung: Lange Woche des Linksextremismus in Berlin

Juli 5, 2015 | Kommentare deaktiviert für Sicherheitsforschung: Lange Woche des Linksextremismus in Berlin

Morgen startet sie, die „Lange Woche der Rigaer Straße“. Da die linksextreme Ausrichtung dieser Veranstaltung klar erkennbar ist, bietet sie für interessierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Sicherheits- bzw. Extremismusforschung eine hervorragende Möglichkeit zur teilnehmenden Beobachtung und Anwendung anderer Analyseformen. Mal schauen, welche der zahlreichen Veranstaltungen – breit gefächert von sehr theoretisch bis ganz klar praktisch („We will build a shoplifting-bag that can jam the anti-theft doors“) – sich zur gegenwärtigen Analyse weiter Teile des Berliner Linksextremismus‘ besonders anbieten könnten. Das umfangreiche offizielle Programm ist auf der u.a. Website zu finden, ebenso beim „Stressfaktor“.

Website zur Langen Woche der Rigaer Straße: gettogether.noblogs.org
Beitrag dazu bei „linksunten.indymedia.org“: linksunten.indymedia.org
(Bisher eher überschaubare) Berichterstattung zur „LWdRS“: Google News

Jun

29

Podcast „In our time“: Karl Popper

Juni 29, 2015 | Kommentare deaktiviert für Podcast „In our time“: Karl Popper

Jun

16

Vortrag „Bank Hack“: Algorithmen überlisten leicht gemacht

Juni 16, 2015 | Kommentare deaktiviert für Vortrag „Bank Hack“: Algorithmen überlisten leicht gemacht

Da das Programm der 4. Stralsunder IT-Sicherheitskonferenz (22. bis 24. September) nun steht und ich dort den Social-Engineering-Part (am zweiten Tag) übernehme, möchte ich natürlich sowohl für die Veranstaltung als auch für meinen Beitrag werben. Es wird diesmal um Banken gehen, genauer: um die Neuziehung von Grenzen. Klingt kryptisch? Dann ist ja alles in Ordnung, denn wer mehr wissen will, sollte vorbeikommen und sich das Ganze anschauen. Okay, ein bißchen mehr kann man ruhig noch spoilen: es wird vor allem gezeigt, was man mit nichttechnischen Mitteln im heutigen Bankenwesen alles machen kann. Das dürfte ganz besonders für all diejenigen interessant sein, die befürchten, daß Algorithmen schon längst die Welt beherrschen und man ihnen ausgeliefert ist. Dem ist keineswegs so – und das wird anhand zahlreicher Beispiele aus der Praxis in Stralsund zu sehen sein. Mehr dazu dann spätestens Ende September auf der Konferenz! :-)

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