Okt

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#HoGeSa und Satire: Alle gegen alles

Oktober 31, 2014 | Kommentare deaktiviert

Satire hilft. Natürlich nicht nur gegen religiöse Fanatiker, sondern auch gegen rechtsextreme Hooligans und andere Verwirrte, deshalb ist dieser SZ-Artikel sehr interessant: Auf die Fresse gegen Gewalt

Apropos … :-)

Okt

28

Islamismus, Salafismus, Hooliganismus: Ein aktueller Überblick

Oktober 28, 2014 | Kommentare deaktiviert

Grundsätzlich liegt der Schwerpunkt meiner Sicherheitsforschung auf besonderen Phänomenen: eher selten bin ich Ansprechpartner zum Thema Terrorismus im Allgemeinen, viel öfter hingegen geht es um spezielle Themen, die eher am Rande der (medialen) Aufmerksamkeit liegen, jedoch deshalb nicht automatisch unwichtig oder marginal sind. Es geht dabei stets um Chancen und Risiken bestimmter Entwicklungen, nicht um die mediale Relevanzzuschreibung dieser Themen – das ist vor allem für die behördliche Praxis ein gehöriger Unterschied. Freilich hat es auch etwas damit zu tun, daß ich kein klassischer Lehrstuhlinhaber, sondern Vollzeitforscher bin. Da sind Grundlagen Ausgangspunkt einer umfangreicheren Analyse, nicht Start- und Endpunkt zugleich, wie z.B. im Rahmen eines Einführungsseminars.

Die Verbindung von Hooligans und Rechtsextremisten, welche sich (gemeinsam) gegen Salafismus “engagieren”, paßt deshalb genau in mein Analyseprofil. In den letzten Tagen hat sich in diesem Bereich viel getan (Demos gegen Salafisten wie Pierre Vogel gibt es aber schon etwas länger), vor allem wegen der Ausschreitungen in Köln. Da nicht alle Hooligans gleich Rechtsextremisten sind (wobei nicht wenige Ausnahmen die Regel bestätigen und diese teilweise seit vielen Jahren bekannt sind), ist dies eine interessante Allianz, die hier entstanden ist – schon allein deshalb, weil sich Hooligangruppen sonst ja eher gegenseitig bekämpfen, nun aber zusammen gegen einen vermeintlichen gemeinsamen Gegner vorgehen. (Weitere Demos sollen folgen.) Rechtsextremisten, die keine Hooligans sind, haben sich dieser Bewegung schnell und gern angeschlossen, was auch in Köln zu sehen war. Auch wenn viele deutsche Bürgerinnen und Bürger Unbehagen gegenüber Salafisten im Besonderen und dem Salafismus im Allgemeinen verspüren dürften, so gab es freilich keinerlei Applaus für die Krawallmacher von Köln. (Okay, Spott gab es immerhin ;-)

Auch der Kabarettist Dieter Nuhr sorgte für Nachrichten: er wurde von einem Salafisten wegen Beleidigung des Islams angezeigt.

Das mediale Feedback war hier selbstverständlich ein völlig anderes als bei den Hooliganaktivitäten in Köln: nicht selten ergab meine Medienbeobachtung eine recht eindeutige Verteidigung der Aussagen Dieter Nuhrs, und das eben nicht nur in den Kommentarbereichen der Medienwebsites, den von bösen Zungen gern als “digitalen Stammtischen” verspotteten Ecken zahlreicher Trolle und Hetzer. Nuhr widmet sich den islamistischen Herausforderungen erwartungsgemäß auch auf einer ganz anderen intellektuellen Ebene. Hier geht es nach meinem bisherigen Eindruck um Kunst- und Meinungsfreiheit – so wie bereits bei Carolin Kebekus – und nicht um plumpe Hetze oder gar pure Gewalt. (Rechtlich prüft dies gerade eine Staatsanwaltschaft.) So oder so gilt aber auch hier: erstens ist Meinungsfreiheit an sich nicht verhandelbar – sie ist eine besonders wertvolle Errungenschaft der modernen Welt, die man vehement verteidigen muß. Und zweitens hört mein Verständnis bei Gewaltandrohungen ohne Wenn und Aber auf. Selbst wenn Nuhr ein böswilliger Hetzer wäre (was ich nicht sehe), dürfte man ihm nicht nach dem Leben trachten. Wir brauchen weder eine “Hoolizei” noch Drohungen von Fundamentalisten gegen Satiriker und Kabarettisten. Diese brauchen jedoch unsere Solidarität. Denn auch wenn es für die eine oder den anderen unbequem ist: Satire darf alles. Der tiefere Sinn hinter dieser Idee erschließt sich aber nur, wenn man bereit ist, darüber nachzudenken. Dies steht Extremisten jedoch meist im Weg – nicht nur, wenn sie blind vor Haß und Gewalt sind.

Okt

27

Es war eine große Ehre und hat nicht nur sehr viel Spaß gemacht, sondern – und das ist letztlich das Wichtigste – sehr viel positives Feedback von allen Seiten gebracht: Am vergangenen Donnerstag durfte ich am ehrwürdigen KIT die Vortragsreihe “Online- und Offline-Gesellschaft” eröffnen. Nach meinem Vortrag entstand eine sehr gute Diskussion, bei der zahlreiche Fragen konkret beantwortet werden konnten, beispielsweise die fast schon klassisch zu nennende Frage, wieviel Engagement man persönlich eigentlich einbringen muß, um der Digitalisierung unserer Gesellschaft nicht nur ausgeliefert zu sein, sondern diese mitgestalten zu können. Die Antworten auf diese und andere Fragen können und sollen hier jetzt nicht dargestellt werden, da es in Kürze auch ein Video von der Veranstaltung geben wird, welches ich dringend empfehle. Danken möchte ich an dieser Stelle erneut Frau Prof. Robertson-von Trotha für die Einladung, die wunderbare Vorstellung meines Themas zu Beginn der Veranstaltung und die Moderation der Fragerunde sowie die makellose Betreuung durch sie und ihr Team in Karlsruhe! Diese Veranstaltung war für mich zweifellos eines der Highlights des Jahres 2014.

Okt

19

Extremismus macht sich nicht an nur einer Religion fest. Er wird gegenwärtig (medial) oft dem Islam zugerechnet, aber das ist nicht richtig: auch andere (oder präziser: mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit alle) Religionen, Glaubensrichtungen und Ideologien haben ihre Extremisten. Dies mußte offenbar auch die Komikerin Carolin Kebekus erfahren, die von katholischen Fundamentalisten bedroht worden ist. Der Grund ist dieses Video:

Das Video wird an dieser Stelle nicht nur erwähnt, um den Sachverhalt zu erläutern, sondern ausdrücklich auch, um ein Zeichen der Solidarität – gegen Gewalt und Bedrohung – zu setzen. Die Kunstfreiheit ist eine ebenso große Errungenschaft der Zivilisation wie die Meinungsfreiheit und beides müssen erwachsene Menschen aushalten können. Auch Gläubige – vor allem, wenn das Video sogar durch die Staatsanwaltschaft geprüft und für rechtlich akzeptabel gehalten worden ist. Satire/Komik/”Provokation” findet dann im Rahmen der gesellschaftlich ausgehandelten Regeln statt, welche ausdrücklich nicht nur ein Ergebnis einer “starken Mehrheit”, sondern ganzheitlich angelegt worden sind. (Auch ohne diese rechtliche Überprüfung würde ich hier im Übrigen für Kunst- bzw. Meinungsfreiheit plädieren, aber die Arbeit der Staatsanwaltschaft Köln vereinfacht das Ganze natürlich noch mal sehr deutlich.)

Wer hier nun die Komikerin bedroht, outet sich nicht nur als demokratie-, sondern auch als fortschrittsfeindlich. Das dürfte bei diesen christlichen Fundamentalisten nun wohl weder eine Überraschung noch eine Beleidigung sein, aber ihre Drohungen dürfen nicht ohne Widerspruch stehen bleiben. Wer so ein Video nicht mag, kann das sagen – oder auch ein “Gegen-Video” drehen. Möglichkeiten einer fairen Auseinandersetzung gibt es hier viele. Der Künstlerin Gewalt anzudrohen geht jedoch auf keinen Fall. Und wenn noch so oft an Jesus geleckt wird. Carolin Kebekus hat in so einem Falle die Solidarität derer verdient, die sich nicht von Extremisten (egal, ob politisch oder religiös motiviert) beherrschen lassen wollen.

Sep

11

Book review (Video): The Data Revolution

September 11, 2014 | Kommentare deaktiviert

The Data Revolution from The Programmable City on Vimeo.

Sep

4

Karl Popper: Ein Gespräch

September 4, 2014 | Kommentare deaktiviert

Aug

10

White & Nerdy from Al Yankovic on Vimeo.

Aug

7

Schöner Erfolg Teil 2: Seminarvergleich Wirtschaftsinformatik

August 7, 2014 | Kommentare deaktiviert

Es wird immer besser: Im Juni gab es bereits die erfreuliche Nachricht, daß meine Kurse an der HWR Berlin in absoluten Zahlen sehr gut bewertet worden sind. Doch auch in Relation zu anderen Kursen des Studienganges Wirtschaftsinformatik schnitten meine Veranstaltungen überdurchschnittlich gut ab. Dabei ist das Ergebnis wohltuend eindeutig: von insgesamt 51 Messungen fielen 42 in die Kategorie “Besser als der Studiengangsdurchschnitt”, eine in die Kategorie “Entspricht dem Studiengangsdurchschnitt” und acht in die Kategorie “Schlechter als der Durchschnitt”. Klare Sache also.

Dabei waren nur zwei Messungen aus der Kategorie “Schlechter …” eine ganze Note vom Durchschnitt entfernt, wohingegen deutlich mehr Messungen aus der Kategorie “Besser …” einen vergleichbaren Abstand zum Durchschnitt ergaben. Das ist durchaus bemerkenswert, da die Qualität der Veranstaltungen im Studiengang hochgeschätzt ist und deshalb bis zum Maximalwert teilweise gar nicht mehr besonders viel Luft war, so daß Ergebnisse wie bspw.

Eigener Wert = 5,7
Durchschnitt = 5,1
Maximal erreichbar = 6,0

meines Erachtens schon etwas Besonderes sind. Denn: logischerweise ist es grundsätzlich wohl einfacher, statt einem “sehr gut” mal ein “gut” zu bekommen als ein “besser als gut” noch in Richtung “Exzellent” zu übertreffen. (Tatsächlich “schlecht” ging übrigens keine einzige Messung aus.) Deshalb ist auch diese Vergleichsinformation ein großer Grund zur Freude – und gleichermaßen objektiver wie vorzeigbarer “Arbeitsnachweis” meinerseits. Nicht zu vergessen: im Studiengang Wirtschaftsinformatik.

Es gilt eben: Internetsoziologie = Soziales und Technik!

Jul

26

… wie man anhand dieses Artikels über eine Tora-Erstellung (Roboter “vs.” Rabbiner) und der darin enthaltenen Beispiele sehen kann:

Jüdisches Museum in Berlin: Warum ein Roboter die Tora schreibt

Jul

24

In einigen Monaten halte ich hier einen Vortrag:

“Am 30. und 31. Oktober 2014 findet der sechste KulturInvest Kongress in den Verlagsräumen des Tagesspiegels in Berlin statt. In 36 Foren zeigen über 120 namhafte Referenten in den 10 Themenfeldern Kulturpolitik, Kulturmanagement, Kulturtourismus, Kulturmarketing, Kulturfinanzierung, Kultursponsoring, Kulturimmobilien, Kulturpersonal, Online und Social Media Marketing sowie Dirigieren & Führen aktuelle Trends auf und reflektieren Perspektiven des Zusammenwirkens von Kultur und Wirtschaft sowie Öffentlicher Hand und Medien.”

Mein Thema: Digitale (Un)Sicherheit. Denn: Vertrauen ist Pflicht, Kontrolle ist schlimmer. Worum es nun konkret geht? Ganz einfach: auch Kulturschaffende müssen im digitalen Zeitalter ein enormes Maß an Vertrauen in digitale Technik aufbringen – vielleicht sogar noch mehr als andere Akteure. Doch wie weit kann man überhaupt vertrauen? Worauf kommt es genau an? Wann ist Kontrolle besser? Und ist sie überhaupt “besser” – oder doch nur anders bzw. sogar schlechter? Welche Chancen, aber auch Risiken gibt es in Hinblick auf Vertrauen und Kontrolle – und was ist letztlich ein hilfreicher Weg, der beschritten werden kann, in Zeiten digitaler (Un)sicherheit? Mehr dazu im Programmheft auf Seite 48.

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